Opera – der unterschätzte Webbrowser

Opera – der unterschätzte Webbrowser
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Vor 12 Jahren war es keine Frage, mit welchem Browser man im Internet surft. 2004 nutzten weit mehr als 90 % den Internet Explorer von Microsoft. Heute sieht die Verteilung der Nutzer in Sachen Webbrowser ganz anders aus. Der Internet Explorer ist dabei mit knapp 8 % nur noch einer von vielen. Die Tendenz geht mit fast 60 % der Nutzeranteile ganz klar in Richtung Google Chrome. Selbst Firefox von Mozilla kann sich aktuell nur noch ca. 13,29 % der Nutzeranteile sichern. Es gibt aber noch einen Dinosaurier im Browser-Geschäft, der sich die ganzen Jahre hindurch auf einem stabilen Niveau hält und schon vor vielen Jahren seiner Zeit weit voraus gewesen ist – die Rede ist von Opera.

Der vielleicht innovativste Browser des Internets

Opera kam erstmals 1996 auf den Markt, kurz nachdem der Netscape Navigator und der Microsoft Internet Explorer das Licht der Welt erblickten. Initiiert wurde das Projekt ursprünglich durch den norwegischen Telekommunikationskonzern Telenor. Kurze Zeit später wurde die Software in ein eigenes Unternehmen ausgegliedert. Opera war lange Zeit eine Sondererscheinung auf dem Markt – der Browser war länger kostenpflichtig als die seiner Mitbewerber und musste seinen Preis durch Leistung rechtfertigen.
Als erster Browser überhaupt und bereits mit seiner ersten Version führte Opera beispielsweise Tabs – auf Deutsch Reiter genannt – ein, mit denen mehrere Webseiten parallel geöffnet werden können. Das Konzept, das heute als selbstverständlicher Standard erscheint und den schnellen Wechsel zwischen unterschiedlichen Homepages erlaubt, wurde von allen Konkurrenten und vielen anderen Programmen übernommen. Das Gleiche gilt für die Mausgesten, die heute ebenfalls als Standard angesehen werden können.

Hoher Nutzen für die User

Opera nahm schon immer eine Nischenstellung ein. Das liegt auch an der Konkurrenz, die wenig Raum lässt und den Browser trotz exzellenter Features und Leistung stark bedrängt. Während des Aufstiegs von Firefox war Opera noch kostenpflichtig, in der freien Version wurde stattdessen Werbung eingeblendet. Nun ist es Google Chrome, welcher die Konkurrenz bedrängt und einen kometenhaften Aufstieg hingelegt hat. Der Browser konnte seinen Marktanteil innerhalb der sieben Jahre von 2009 bis 2016 von 2,4 % auf 32,3 % steigern. Operas Anteil hingegen sank um zwei Drittel von 3,9 % auf 1,3 %. In einigen Kreisen erfreut er sich allerdings weiterhin großer Beliebtheit. So ist er in weiten Teilen Afrikas der beliebteste Browser und auch technikaffine Gruppen und auf Sicherheit fokussierte Administratoren geben dem Norweger oft den Vorzug.

Dabei ist kaum mit abweichenden Darstellungen oder Inkompatibilitäten auf Webseiten zu rechnen – seit einigen Jahren wird die von Google initiierte HTML-Rendering-Engine „Blink“ eingesetzt. Auch dürften etwaige Sicherheitslücken in Opera aufgrund der zurzeit geringeren Verbreitung seltener durch Kriminelle ausgenutzt werden, als es bei den drei „großen“ Webbrowsern der Fall ist.

Interessante Features

Auch in der aktuellen Version bietet der Browser einige einzigartige Features, die der Konkurrenz um Weiten voraus sind. Neben einem integrierten Werbeblocker stellt es beispielsweise ein VPN („Virtual Private Network“) zur Verfügung, mit dem der Nutzer seine digitale Identität verschleiern kann. Für einen sehr schnellen Seitenaufbau besitzt Opera einen optionalen Turbo-Modus, bei dem aufgerufene Webseiten über Server des Unternehmens geleitet und dort komprimiert werden. Als Resultat werden Daten deutlich reduziert und schneller übertragen. Für mobile Geräte bietet der Browser seit Juni 2016 mit der Version 38 ein besonders nützliches Extra: Eine Funktion zum Energiesparen, mit welcher der Verbrauch gegenüber anderen Browsern laut Hersteller um bis zu 35 % gesenkt werden kann. Erreicht wird das durch eine reduzierte Hintergrundaktivität und das Abschalten von nicht verwendeten Elementen.

Fazit

Mit diesen Funktionen hat Opera definitiv das Potential, verlorene Marktanteile zurückzuerobern. Das gilt zumindest, falls der Browser endlich von einer breiteren Schicht neben technikaffinen und auf Datenschutz bedachten Usern entdeckt wird. Die neuen Funktionen könnten bei diesem Durchbruch helfen: Mehr als die Hälfte aller Aufrufe erfolgen inzwischen über mobile Geräte und die Akkulaufzeit gehört zu den häufigsten Kritikpunkten. Derzeit geht der Browser noch zwischen den drei großen Mitbewerbern unter – zu Unrecht! Opera ist für Windows, Android und Apple iOS erhältlich.


Jochen Moschko

 
Jochen Moschko
SEO-Manager Exklusiv
Jochen Moschko arbeitet als SEO-Manager in der Exklusiv-Abteilung bei der FAIRRANK GmbH.