Das Ende der CeBit

Das Ende der CeBit
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Die Nachricht verbreitete sich wie ein Lauffeuer: Die Messe „CeBit“ wird eingestellt und es wird (bis auf Weiteres) keine weitere mehr stattfinden.

Von 1970 an fand die CeBit im Rahmen der Hannover-Messe statt, 1986 wurde daraus eine eigenständige Messe. Sie ermöglichte den direkten Kontakt zu Unternehmen aus der IT-Branche und eignete sich ebenso gut zur Anbahnung von Geschäften. Gleichzeitig erhielt man einen Eindruck, wohin die Entwicklung geht und bekam interessante Einblicke in neue Produkte und Technologien.

Neben Hard- und Softwareherstellern waren im Laufe der Jahre auch verschiedene Mobilfunkanbieter und Smartphonehersteller als Aussteller vor Ort. So war quasi für jede Interessentengruppe etwas dabei. Ich selbst war neun Mal dort und es hat sich jedesmal gelohnt. Wenn man auf dem Laufenden bleiben möchte, ist eine Messe wie diese ideal geeignet.

Eigentlich hätte die CeBit immer stärker an Bedeutung gewinnen müssen – einerseits weil IT heute in fast allen Bereichen gegenwärtig ist und auch, weil in Zeiten unübersichtlicher E-Mail-Fluten und Werbeanrufe relevante Anfragen und Kontaktversuche nicht selten übersehen werden und ins Leere laufen. Keine E-Mail ersetzt auf Dauer den persönlichen Kontakt. Aber genau der ist im geschäftlichen Bereich wichtig, nicht zuletzt wenn es darum geht, gegenseitiges Vertrauen aufzubauen.

Was unverständlich ist: Auf der CeBit waren früher auch viele junge Leute zu sehen, sozusagen die IT-Fachkräfte von morgen. Das änderte sich 2010, als das Mindestalter für Besucher auf 16 Jahre festgelegt wurde, was zu einigem Unverständnis und Unmut führte. In diesem Jahr, 2018, fand die CeBit dann im Rahmen eines neuen Konzeptes statt: Der Messetermin wurde erstmals in den Juni verlegt. Es gab Konzerte, Sonnenliegen für die Messebesucher, einen Surfsimulator und ein Riesenrad. Es sollten mehr junge Leute angelockt werden. Während 2017 noch 200.000 Besucher kamen, waren es in diesem Jahr nur noch 120.000. Jetzt ist die Messe Geschichte. Ob das der richtige Weg war?


Jochen Moschko

 
Jochen Moschko
SEO-Manager Exklusiv
Jochen Moschko arbeitet als SEO-Manager in der Exklusiv-Abteilung bei der FAIRRANK GmbH.