TYPO3 9.0

TYPO3 9.0
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TYPO3 war jahrelang der Platzhirsch unter den Content-Management-Systemen. In den letzten Jahren ist das CMS rar geworden. Jetzt ist Version 9.0 erschienen.

Inzwischen liegt TYPO3 weltweit gesehen mit einem Marktanteil von nur noch 1,5 % nur noch auf Platz 8 unter den beliebtesten Content-Management-Systemen.

2001 erschien die erste Versionsreihe, die direkt als Version 3.X startete. Drei Jahre später erblickte TYPO3 4.0 das Licht der Welt. Drei Jahre später erblickte TYPO3 4.0 das Licht der Welt. Die 4.X-Reihe wurde zu einem durchschlagenden Erfolg und viele Websites bauten auf dem Content-Management-System auf. In jeder größeren Buchhandlung fanden sich Ratgeber und Nachschlagewerke zu TYPO3 4.X. Für Version 4.5 LTS („Long-Term-Support“) endete der Support im Jahr 2015 – damit wurde dieser Versionszweig ganze neun Jahre mit Updates und Sicherheitspatches versorgt.

Parallel dazu erschien Ende 2012 TYPO3 6.0. Bei dieser Version wurde der technische Unterbau vollständig erneuert. Der Versionszweig 5.X wurde übersprungen. Seitdem folgten die Versionszweige 7, 8 und jetzt 9.

Wie bitte? Genau. TYPO3 9.0.

Diese schnellen Versionssprünge sind für Websitebetreiber nicht unproblematisch. Allein, um die eigene Website mit Sicherheitsupdates aktuell zu halten, ist regelmäßig ein Update auf eine neuere Version des CMS notwendig. Es ist lobenswert, dass seit einigen Jahren LTS-Versionen angeboten werden, die für mehrere Jahre mit Sicherheitsupdates versorgt werden. Aber wenn nach 3-4 Jahren die Unterstützung für diese Versionen endet, ist auch hier ein Versionsupdate notwendig. Und das kostet Zeit und Nerven und könnte potentielle Nutzer davor abschrecken, auf ein derartiges System zu setzen.
TYPO3 ist für seine vergleichsmäßig gute Updatefähigkeit bekannt, doch wird diesem Umstand in Version 9.0 jetzt noch größere Beachtung geschenkt: Der neue „Extension Scanner“ gibt dem Administrator ab sofort Hinweise, welche Anpassungen vor dem Update auf eine neuere Version notwendig sind.
Das bisherige „Install Tool“ trägt nun den Namen „System Maintenance Area“. Und der Seitenbaum, der die Struktur der Website abbildet, wurde neu programmiert und soll sich jetzt wesentlich schneller bedienen lassen.

Für spätere Versionen soll eine weitere praktische Neuerung geplant sein, und zwar die Bearbeitung von Inhalten direkt im Frontend. Die Roadmap reicht über fünf Zwischenversionen schon jetzt bis hin zu Version 9.5, die für Oktober 2018 geplant ist.

Hier stellt sich die Frage, ob es nicht sinnvoller wäre, die Zwischenversionen entfallen zu lassen und all diese Neuerungen direkt in Version 9.5 zu integrieren. Sicherlich ist es nicht notwendig, eigene Websites bei jeder neuen Zwischenversion von TYPO3 zu aktualisieren. Auf dem Webbrowser-Markt sorgt die „Rapid Release“-Strategie schon seit Jahren für häufige Versionssprünge. Aber ist das auch dann zielführend, wenn es um das Betreiben einer Website geht? Wer kann bei diesem Release-Tempo noch mithalten?


Jochen Moschko

 
Jochen Moschko
SEO-Manager Exklusiv
Jochen Moschko arbeitet als SEO-Manager in der Exklusiv-Abteilung bei der FAIRRANK GmbH.