Ultra-HD bald für jedermann?

Ultra-HD bald für jedermann?
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Schon seit Jahren definiert 4K den Bildstandard im Kino. Er ist, in leicht abweichender Form, auch als UHD oder Ultra-HD bekannt und bietet die vierfache Auflösung von Full-HD. Der Name 4K ergibt sich aus der horizontalen Auflösung, die um die 4.000 Pixel beträgt.

4K ermöglicht es, extrem scharfe und farbstarke Bilder darzustellen. Gerade bei der Größe heutiger Fernseher ist dies ein deutlicher Vorteil. Denn durch die Vielzahl an Pixeln erscheint das Bild noch deutlicher und klarer. Durch den Einsatz von HDR lässt sich die Bildqualität noch weiter steigern. HDR steht für „High Dynamic Range“ und sorgt für einen überdurchschnittlichen Helligkeitsunterschied, also einen sehr hohen Kontrast. Außerdem bietet es ein noch größeres Farbspektrum, sodass die Farben lebendiger und natürlicher aussehen. Des Weiteren sind heute viele neue Fernseher mit einem OLED-Display ausgestattet. Die hinter OLED (Organic Light Emitting Diode) stehenden Grundlagen wurden schon 1950 entdeckt, aber erst später zur heutigen Displaytechnologie weiterentwickelt. Die Technologie arbeitet mit selbstleuchtenden Pixeln. Dadurch entstehen besonders intensive Kontraste und Farben.

Fernsehsender tun sich schwer

Allerdings tut sich das Fernsehen schwer mit neuen Techniken, insbesondere mit 4K. Zwar haben sowohl öffentlich-rechtliche als auch private Sender Interesse an 4K, es scheitert aber an der Umsetzung. Denn 4K-Produktionen sind rund 30 Prozent teurer und es gibt keine Standards, an denen man sich orientieren kann. Das ZDF zum Beispiel sendet derzeit vorwiegend in Full-HD oder HD-Ready. HD-Ready entspricht dem Standard von 2005. Derzeit gibt es Medienberichten zufolge keine konkreten Pläne, und bis sich 4K im TV durchgesetzt hat wird es wohl noch einige Jahre dauern. Was die Verbreitung weitergehend hemmt sind die Empfangsgeräte. Diese müssen für Ultra-HD nämlich neu angeschafft werden. Vielen Konsumenten fehlt dazu allerdings der Anreiz, da das 4K-Angebot bislang sehr gering ist. Den Sendern hingegen fehlen die Abnehmer.

Massentauglich durch sinkende Preise?

Einige Streamingdienste und Hollywoodproduktionen sind natürlich schon in Ultra-HD verfügbar. Allerdings verlangen einige Anbieter kräftige Aufpreise für Material in Ultra-HD-Qualität. Viele Nutzer dürften nicht bereit sein, diesen Aufpreis zu zahlen.

Dieses Problem will Apple jetzt angehen und 4K massentauglich machen. Mit dem neuen Apple TV kann man jetzt auch viele Filme ohne Aufpreis in 4K sehen. Material in Ultra-HD soll bei iTunes genauso teuer sein wie Full-HD. Und Apple legt noch nach – bereits gekaufte Full-HD Filme sollen kostenlos in die 4K-Variante getauscht werden können. Damit zwingt Apple indirekt andere Anbieter, mit den Preisen runter zu gehen. Dadurch könnte 4K für die Massen attraktiver werden.

Auch fallen derzeit die Preise für UHD-Fernseher. So gibt es schon Modelle ab 369 Euro aufwärts. Der Weg wäre also geebnet, doch bislang ist Sky in Deutschland der einzige Sender, der Live-TV in 4K sendet – und auch nur die Bundesliga. Dennoch sollte man sich heutzutage beim Kauf eines neuen Fernsehers für die 4K-Variante entscheiden. Denn eines Tages wird sich 4K definitiv durchsetzen. Ob sich Apple, wie bereits früher beim iPod, iPhone und iPad, hier zur treibenden Kraft entwickeln wird?


Sophia Köster