Ein zweiter Frühling für Google Glass

Ein zweiter Frühling für Google Glass
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Vor einiger Zeit war es still geworden um Googles Datenbrille „Google Glass“. Jetzt wurde bekannt, dass zahlreiche Exemplare davon in mehreren namhaften Unternehmen eingesetzt werden und der Kauf weiterer Exemplare geplant sei.

Vor fünf Jahren wurde das ehrgeizige Projekt erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt: Google arbeitete an einer Datenbrille, die den Träger mit Informationen versorgt, die direkt vor seinem Auge auf einem kleinen Bildschirm angezeigt werden. Er oder sie hätte beispielsweise nach einem Restaurant oder der nächsten Tankstelle suchen oder sich die Wettervorhersage einblenden lassen können. Auch für Online-Marketing-Agenturen hätte sich dies zu einem interessanten Feld entwickeln können.

Das klingt erst einmal harmlos und ab 2014 war Google Glass erstmals in der „Explorer Edition“ erhältlich, die sich an Technikbegeisterte und Entwickler richtete. Woran die Öffentlichkeit dann allerdings massiven Anstoß nahm war die eingebaute Kamera, mit der sich unbemerkt die Umgebung filmen lies. Daraufhin wurden Träger der Brille mintunter als „Glassholes“ bezeichnet, abgeleitet aus dem Englischen von einem gängigen Schimpfwort. Daneben wurden Fälle bekannt, bei denen Träger der Datenbrille aus Restaurants verwiesen wurden.

Also überdachte man bei Google das Projekt, ohne es jedoch einzustellen. Im Hintergrund arbeitete man an einer weiterentwickelten Version der Datenbrille, die sich in erster Linie an Unternehmen richtet und die Bezeichnung „Enterprise Edition“ trägt. Der Einsatz in Unternehmen hat den Vorteil, dass Mitarbeiter frei hantieren können und gleichzeitig mit relevanten Informationen versorgt werden, ohne ihre Arbeiten für einen Blick auf einen separaten Bildschirm unterbrechen zu müssen.

Zu den Unternehmen, die Google Glass bereits verwenden oder den Einsatz der Datenbrille planen, sollen Medienberichten zufolge DHL sowie der amerikanische Landwirtschaftmaschinenhersteller AGCO zählen. Weitere namhafte Unternehmen, wie Volkswagen und Boeing, sollen die Datenbrille getestet haben. Auf der offiziellen Produktseite werden viele weitere Unternehmen aufgeführt, bei denen jedoch nicht viel darüber bekannt ist, in welcher Form Google Glass eingesetzt wird.

Auch wenn Google Glass im Consumer-Bereich bis auf Weiteres gescheitert ist, erlebt die Datenbrille gerade ihren zweiten Frühling in den Bereichen Produktion und Dienstleistung. Hier bietet sie einen großen Mehrwert, insbesondere dann, wenn sie Mitarbeiter bei ihren Aufgaben sinnvoll unterstützen kann und diese ihre Arbeit nicht mehr für den Blick auf einen separaten Monitor unterbrechen müssen. Einige Unternehmen sollen Google Glass auch für Schulungszwecke einsetzen.


Jochen Moschko

 
Jochen Moschko
SEO-Manager Exklusiv
Jochen Moschko arbeitet als SEO-Manager in der Exklusiv-Abteilung bei der FAIRRANK GmbH.