Apple entwickelt seine Prozessoren weiter

Apple entwickelt seine Prozessoren weiter
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Bislang war es relativ einfach: Die Arbeitsgeschwindigkeit eines Prozessors orientierte sich an seiner Taktfrequenz und der Anzahl seiner Kerne. Doch seit einiger Zeit ist diese Formel zu einfach.

Bislang fehlte eine intelligente Ressourcen-Verwaltung

Das Problem lässt sich an einem einfachen Beispiel aufzeigen – während im Vordergrund ein Video läuft, beginnt das System im Hintergrund die Speicherkarte nach weiteren Medien zu durchsuchen. Angesicht der heute üblichen Datenmengen nicht unbedingt eine einfache Ausgabe. Hunderte bis Tausende Ton- und Videodateien müssen erfasst, katalogisiert und mit allen verfügbaren Informationen in die Datenbank aufgenommen werden. Selbstverständlich ist ein Computer in der Lage, seine Rechenleistung auf ein bestimmtes Programm oder eine laufende App zu konzentrieren.
Doch beim Setzen dieser Prioritäten geht er streng systematisch vor. Das Betriebssystem gibt dem Prozessor vor, welche Aufgaben gerade im Vordergrund stehen und welche er vernachlässigen darf. Sehr viel effektiver ist es, wenn der Chip bestimmte Aufgaben einem speziellen, hierfür optimierten Kern zuweist – ARM-Prozessoren von Qualcomm bieten diese Möglichkeiten bereits heute.

Entwicklung intelligenter mobiler Prozessoren

Das Problem haben bereits viele führende Konzerne erkannt und suchen nach Lösungen. Neben Google mit seiner Tensor Processing Unit (TPU) setzt Microsoft auf flexible FPGA-Schaltkreise und Intel verfolgt einen ähnlichen Ansatz mit fast gleichem Namen. Im Fokus standen bisher allerdings Desktop- und Serversysteme. Längst treiben führende Hersteller aber ebenfalls die Entwicklung mobiler Prozessoren voran. Dazu gehört beispielsweise Qualcomm, dessen Snapdragon-CPU zu den Marktführern bei Smartphones und Tablet PC der obersten und mittleren Preisklasse gehören.

Apple setzt ebenfalls auf neue, mobile KI-Prozessoren

Jetzt werden auch bei Apple die hauseigenen Prozessoren entsprechend überarbeitet. Sie sollen sogar einen speziellen Kern für die Durchführung von Aufgaben auf dem Gebiet der Künstlichen Intelligenz (KI) erhalten. Das Projekt trägt den Namen „Apple Neural Engine“ und soll ab der Veröffentlichung von iOS 11 für Apps genutzt werden können. Bereits verfügbar sind die „Basic Neural Networks Subroutines“ (BNNS), die in iOS 10 zur Verfügung stehen und dadurch auch auf älteren Geräten, wie etwa dem iPad mini 2. Hier wird die KI bislang jedoch nur simuliert.

Durch die Bereitstellung eines Prozessorkerns hierfür können KI-Aufgaben vom Prozessor erledigt werden, während er gleichzeitig „normale“ Aufgaben abarbeitet. Es wird angenommen, dass eine Einbindung in die Hardware mit dem A11- oder A12-Prozessor erfolgen wird.


Jochen Moschko

 
Jochen Moschko
SEO-Manager Exklusiv
Jochen Moschko arbeitet als SEO-Manager in der Exklusiv-Abteilung bei der FAIRRANK GmbH.