1 Milliarde Stunden täglich: YouTubes neuester Sehzeit-Bericht sprengt alle Rekorde

1 Milliarde Stunden täglich: YouTubes neuester Sehzeit-Bericht sprengt alle Rekorde
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Wie lange müssten Sie im Schnitt vor dem Bildschirm sitzen, um die Menge an Videomaterial zu erreichen, das täglich auf der Video-Plattform YouTube gesehen wird? Nicht weniger als 114.000 Jahre! Nachdem der offizielle YouTube-Blog diese überwältigenden Nutzungszahlen verkündet hat, stellt sich die Frage, wie aus der exponentiell angestiegenen Masse an Videomaterial noch sinnvoll selektiert werden kann. Anders ausgedrückt: Werden interessante und passende Videos überhaupt noch gefunden?

Marktführer YouTube: Aktive Nutzung ohne Zeitbegrenzung

Es wird niemanden verwundern, dass die größte Online-Videoplattform der Welt enorme Datenmengen verwalten muss. Die auf dem YouTube-Blog veröffentlichten Zahlen zu den Sehzeiten erreichen Schwindel erregende Höhen: Täglich werden auf dem Videoportal Videos in einer Gesamtlänge von 1 Milliarde Stunden angesehen – was umgerechnet mehr als 114.000 Jahre wären, die eine einzige Person benötigen würde, um diese Menge zu bewältigen.

Ein Grund für den enormen Anstieg der täglichen Sehzeit liegt darin, dass die Videos im Durchschnitt deutlich länger geworden sind. In den ersten Jahren seit der Gründung durfte ein Video höchstens 10 Minuten lang sein. Heute beträgt die maximale Standarddauer 15 Minuten, sie lässt sich jedoch mit geringem Aufwand erhöhen.

Video-Empfehlungen: die Lösung?

Aber wie soll angesichts dieser enormen Masse an Videomaterial das Relevante herausgefiltert werden? Wie viele Seiten in den Suchergebnissen müssen wir erst durchsuchen, um die Videos zu finden, die wir wirklich sehen wollen?

YouTube scheint dieser Befürchtung bereits einen Schritt voraus zu sein. Jeder Nutzer kennt das: In den Videovorschlägen am Rand finden sich Empfehlungen, die recht genau auf das eigene Sehverhalten abgestimmt sind. Und nicht nur das: Immer wieder tauchen Videos zu Themen auf, zu denen der Nutzer sich noch nichts angesehen hat, die ihm aber trotzdem zusagen. Wie funktioniert das?

Künstliche Intelligenz sorgt für personalisierten Content

Anhand hochkomplexer Lernalgorithmen, die durch das Projekt „Google RankBrain“ entwickelt wurden, filtert und sortiert das System sinnvoll vor. Anhaltspunkte sind dabei vor allem die individuellen Sehgewohnheiten des einzelnen Nutzers, wie sie auch im Wiedergabeverlauf zu finden sind. Eine Methode dabei ist, Videos herauszufiltern, die sich der User zwar gelegentlich anschaut, die ihn aber eigentlich nicht interessieren. Enorme Datenmengen müssen verarbeitet werden, die Ergebnisse gleichzeitig frisch und aktuell sein.

Eine solche Herausforderung kann nur durch sogenanntes „Deep Learning“, das heißt an den Neurowissenschaften orientiertes maschinelles Selbstlernen, gemeistert werden. Auf diese Weise soll dem Nutzer immer neuer relevanter, personalisierter Content angeboten werden. Komplett ausgeblendet, welche Konsequenzen die durch „Google RankBrain“ angestrebte künstliche Intelligenz noch haben könnte, dürfte der nächste Sehzeit-Rekord uns daher nicht mehr als einen weiteren Moment des Staunens bescheren.


Jochen Moschko

 
Jochen Moschko
SEO-Manager Exklusiv
Jochen Moschko arbeitet als SEO-Manager in der Exklusiv-Abteilung bei der FAIRRANK GmbH.