Android: Ältere Versionen nach wie vor dominierend

Android: Ältere Versionen nach wie vor dominierend
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Android 9 („Pie“) hat derzeit einen Marktanteil von rund 0,1 Prozent. Sie haben richtig gelesen: Die aktuelle Version des mobilen Betriebssystems weist einen Monat nach ihrer Veröffentlichung noch keinen signifikanten Marktanteil auf, was die regelmäßige Nutzung angeht. Der Großteil entfällt auf den Versionszweig 7.x (30,8 %).

Woran liegt das?

Beim Android-Betriebssystem liegt die Entscheidung, ob ein Smartphone oder Tablet ein Update auf eine neuere Version erhält, bei dessen Hersteller. Viele passen das System ihren eigenen Wünschen entsprechend an, was natürlich den Arbeitsaufwand bei jedem Update erhöht.

Während hochpreisige Geräte oft noch lange nach ihrer Markteinführung Updates auf aktuelle Betriebssystemversionen erhalten, sieht es bei Geräten aus dem Niedrigpreissegment oft anders aus. Auch wenn ein Hersteller ein Update anbietet, dauert es in der Regel einige Wochen bis Monate, bis die Endnutzer es letztendlich installieren können. Dazu kommt auch, dass Nutzer ihre Geräte heute länger nutzen und nicht so schnell durch ein neues ersetzen, wie es früher der Fall war.

Dasselbe Schicksal hat vor einem Jahr auch Android 8.x ereilt, das inzwischen – ein Jahr nach seiner Veröffentlichung – immerhin 14,6 Prozent des Marktanteils einnehmen kann – allerdings hat allein Android 5.1 mit 15,4 Prozent zurzeit noch eine höhere Verbreitung.

Risiken und Nachteile

In Android P wurde unter anderem eine neue Gestensteuerung eingeführt und die Google-Search-App stark erweitert. Eine Eingabeleiste für die Google-Suche ist bei Android standardmäßig direkt im Betriebssystem integriert. In neueren Android-Versionen kann über diese Leiste nicht nur im Internet gesucht werden, sondern auch innerhalb bestimmter Apps – wie beispielsweise in E-Mails oder im Kalender.

Solche Vorzüge haben die Nutzer älterer Versionen nicht. Dazu kommt, dass wenn ein Hersteller keine Updates mehr liefert, auch Sicherheitslücken nicht mehr geschlossen werden. Dadurch haben potenzielle Angreifer die Möglichkeit, in ein betroffenes Gerät einzudringen und beispielsweise Malware zu installieren oder gar Daten abzugreifen.

Aus diesem Grund stellt die Nutzung eines Geräts, das vom Hersteller nicht mehr mit Updates versorgt wird, ein potenzielles Sicherheitsrisiko dar – insbesondere dann, wenn sich darauf sensible Daten befinden und/ oder man es für geschäftliche Zwecke nutzt.

Was kann ich tun?

Natürlich ist es ärgerlich, wenn man ein Gerät gerade ein paar Monate hat und der Hersteller dann schon keine Updates mehr liefert. Wenn man in den Medien über neue Android-Versionen liest, aber selbst außen vor bleibt. Derzeit veröffentlicht man bei Google jedes Jahr einen neuen Versionszweig, so dass es aufgrund der besagten Gründe eine ganze Weile dauert, bis sich diese auf dem Markt durchsetzen.

Wer über das entsprechende Wissen verfügt, kann versuchen, mithilfe seines PCs eine neuere Android-Version auf sein Gerät aufzuspielen, zum Beispiel via USB-Kabel. Das kann aber auch schiefgehen und danach hat man ein Gerät mit einem zerschossenen System, das sich nicht mehr nutzen lässt.
Wer Wert auf langfristige Sicherheit legt, sollte bei der Anschaffung eines neuen Android-Smartphones oder -Tablets mehr Geld in die Hand nehmen und gleichzeitig beim Kauf darauf achten, dass der Gerätehersteller noch für einen längeren Zeitraum Updates liefert. Hier spart man sonst schnell an der falschen Stelle.

Bei den Konkurrenzsystemen iOS (Apple) und Windows Mobile (Microsoft) erhalten sogar oft jahrealte Geräte noch Updates auf die neueste Betriebssystemversion oder zumindest Sicherheitsupdates. Selbst das iPhone 5s und das iPad mini 2 – beide aus dem Jahr 2013 – können noch mit der neuen Version 12 von iOS betrieben werden.

Fazit

Vor dem Kauf eines Android-Geräts sollte man unbedingt prüfen, ob und wie lange der Hersteller Updates liefert. Während man auf neue Features durchaus verzichten kann, sollte beim Thema „Sicherheit“ nicht gespart werden.


Jochen Moschko

 
Jochen Moschko
SEO-Manager Exklusiv
Jochen Moschko arbeitet als SEO-Manager in der Exklusiv-Abteilung bei der FAIRRANK GmbH.