Optimieren Sie Ihren Shop für Halloween

Optimieren Sie Ihren Shop für Halloween
© Romolo Tavani / Fotolia.com

Am 31. Oktober in der Nacht zu Allerheiligen ist jedes Jahr aufs Neue Gruseln angesagt. In den USA boomt die Industrie zu Halloween schon seit Jahrzehnten. Im vergangenen Jahr sorgte der Brauch für einen Rekordumsatz von über 8,4 Milliarden Dollar. Auch in Deutschland entwickelt sich Halloween seit den Neunzigern, wenn auch ein wenig verhaltener, zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor. Da im Jahr 1991 der Karneval wegen des Golfkriegs ausfiel, suchten die Spielwarenhändler nach einer Alternative, um die wirtschaftlichen Verluste wieder auszugleichen. Diese Krise nahm die Fachgruppe Karneval im Deutschen Verband der Spielwarenindustrie zum Anlass, den Grusel-Ritus aus den USA und Irland auch in Deutschland zu etablieren um ein zweites Standbein zum Karneval aufzubauen. Die deutschen Umsätze zu Halloween werden von der DVSI auf rund 200 Millionen geschätzt.

Insbesondere die Süßwarenindustrie profitiert vom Halloween-Boom und auch der Absatz von Kürbissen verzeichnet ein deutliches Plus. So stehen jährlich gegen Ende Oktober immer häufiger ausgehöhlte Kürbisse in Fenstern und Vorgärten und es empfiehlt sich, ausreichend Süßigkeiten im Haus zu haben, um die kleinen Monster, Hexen und Zombies nicht zu verärgern. Auch Partyreihen, Geister-Events oder Grusel-Specials sind mittlerweile fester Bestandteil von Halloween. Taxifahrer sollten sich besser nicht zu sehr gruseln und über die ein oder andere offene Wunde hinwegsehen, denn Halloween zählt nach Silvester und Karneval zu den umsatzstärksten Nächten des Jahres.

Während in den USA die Werbebranche zu teils exzentrischen Mitteln greift, um die Wirtschaft anzukurbeln, werden in Deutschland eher klassische Marketingpfade gewählt. So stellt Aldi beispielsweise Schminktipps bereit und Rewe und Rossmann liefern Rezepte für „Halloween-Spider-Muffins“ oder „scharfe Halloween Süppchen“. Auch wenn das Geisterfest hierzulande ein bisschen „niedlicher“ und weniger schaurig zugeht als in den USA, ist die Wirtschaftskraft dieses Brauches nicht mehr wegzudenken. Obwohl insbesondere der Online-Handel nach wie vor hinter seinen Möglichkeiten zurückbleibt, eignet sich Halloween hervorragend, um saisonal Produkte zu platzieren, Werbung zu schalten oder Kampagnen zu etablieren. Dieses Potenzial sollte von Online-Händlern noch besser ausgeschöpft und beispielsweise durch Suchmaschinenwerbung in Bing oder Google AdWords unterstützt werden.

Rabattaktionen kommen gut an

Auch kann es sinnvoll sein, passende Produkte offensiv mit Rabatten zu bewerben. Gerade an besonderen Tagen wie Halloween werden Sonderaktionen stärker wahrgenommen als außerhalb dieser Zeiten. Aufgrund der beiden Feiertage zum 500-jährigen Jubiläum der Reformation könnte der Umsatz dieses Jahr in Deutschland besonders hoch ausfallen.

Halloween ist Geschmackssache

Aber Vorsicht: An Halloween scheiden sich hierzulande die Geister. In vielen Bundesländern ist der 31. Oktober jedes Jahr ein Feiertag (Reformationstag) und nicht jeder sieht das blutige Treiben gerne. Achten Sie also auch auf diejenigen, die Halloween kritisch gegenüberstehen und erwähnen Sie beispielsweise explizit, dass Halloween nicht jedermanns Sache ist, aber wer es feiern möchte, von Ihrem Angebot profitieren wird. Damit reduzieren Sie die Gefahr, dass konservativ eingestellte Interessenten oder Kunden abspringen und gar Ihrem Shop den Rücken zudrehen, holen aber gleichzeitig diejenigen ab, die feiern werden.


Sophia Dauster und Jochen Moschko