Vorerst keine Weitergabe von WhatsApp-Daten an Facebook mehr

Vorerst keine Weitergabe von Whats-App-Daten an Facebook mehr
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Der Widerstand europäischer Datenschützer gegen die Weitergabe von WhatsApp-Daten an Facebook hat sich ausgezahlt: Facebook, mittlerweile Mutterkonzern des Messenger-Dienstes „WhatsApp“, hat nachgegeben und die beanstandete Weitergabe der Daten europäischer Nutzer gestoppt.

Juristisches hin und her um WhatsApp-Daten

Der Datenstopp gilt, mit Stand von Mitte November 2016, bislang nur vorläufig. In der gerichtlich durchgesetzten (von Hamburg aus initiierten) Auszeit können nun die Behördenvertreter ihre Bedenken vorbringen, während Facebook diese abwägen wird. Facebook geht diesen Schritt halb freiwillig. Der Hamburger Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar hatte eine diesbezügliche Verwaltungsanordnung erlassen, gegen die sich Facebook hätte wehren können – was der Social-Media-Riese aber nach einigem juristischen hin und her unterließ. Stattdessen wurde die Nutzung von WhatsApp-Daten gleich für ganz Europa gestoppt.

Was war passiert?

Das Unternehmen Facebook Inc. hatte nach der Übernahme von WhatsApp im Jahr 2014 zunächst versprochen, dass es keinen Datenaustausch zwischen beiden Diensten geben würde. Ab 2016 kam die Kehrtwende: Ende August hatte WhatsApp angekündigt, dass die Telefonnummern der User künftig an Facebook weitergegeben würden. Auch die Intensität der Nutzung sollte der Facebook-Dienst erfahren. Als offizielles Ziel der Maßnahme wurde genannt, die Werbung auf Facebook und die dortigen Freunde-Vorschläge zu verbessern. Die User sollten der Weitergabe ihres Verhaltens widersprechen können, nicht jedoch der Weitergabe ihrer Telefonnummer an Facebook.

Widerstand der Datenschutzbeauftragten

Zahlreiche Datenschützer aus ganz Europa liefen Sturm gegen das Vorhaben, in Deutschland erließ der Hamburger Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar eine Verwaltungsanordung mit einem Verbot der Weitergabe von WhatsApp-Daten an Facebook. In der Anordnung hieß es, der betreffende Datenaustausch sei sowohl eine Irreführung von Nutzern als auch ein Verstoß gegen nationales deutsches Datenschutzrecht. Die Rechtsgrundlagen für einen solchen Datenaustausch lägen weder bei Facebook noch bei WhatsApp vor. Die User hätten vorab ihre Zustimmung geben müssen, wurden aber nie gefragt. Facebook müsse die Regelungen im deutschen Datenschutzrecht respektieren, so Caspar weiter in seiner Begründung. Das habe der EuGH in höchster Instanz bereits entschieden: Unternehmen, die nationale Niederlassungen betreiben und dort Daten verarbeiten, müssen grundsätzlich das nationale Datenrecht beachten. Facebook betreibt seine Deutschland-Niederlassung in Hamburg, daher kam auch die Verwaltungsanordnung aus der Hansestadt Facebook hatte demgegenüber auf seine Europa-Zentrale in Irland verwiesen. Da aber nun auch aus anderen europäischen Staaten Widerstand kommt, gibt die Facebook Inc. nach – zumindest vorläufig.


Jochen Moschko

 
Jochen Moschko
SEO-Manager Exklusiv
Jochen Moschko arbeitet als SEO-Manager in der Exklusiv-Abteilung bei der FAIRRANK GmbH.