HTTP/2 - der neue Standard für Datenübertragung im Internet

HTTP/2 kommt
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17 Jahre erscheinen im schnelllebigen, digitalen Zeitalter wie eine Ewigkeit. Anfang 2017 wird im Internet für die Übertragung von Webseiten noch fast ausschließlich das HTTP-Protokoll in der Version 1.1 verwendet, die aus dem Jahr 1999 stammt. Eine grundlegende Erneuerung wurde nach jahrelanger Entwicklung erst 2015 besiegelt. Hinter der Veröffentlichung standen unter anderem große Konzerne wie Microsoft und Google, die die Entwicklung mit eigenen Konzepten und Verfahren vorantrieben.

HTTP – ein Erfolgsmodell aus der Schweiz

Die Grundlagen von HTTP gehen in die Zeit vor der Schaffung des Internets zurück. 1989 beginnt die Entwicklung an dem Europäischen Kernforschungszentrum CERN in der Schweiz. Ziel war es, ein effizientes und sicheres Protokoll für die Übertragung von Daten zwischen zwei entfernten Rechnern zu schaffen. Zu dem De-Facto Standard für das Internet entwickelt sich HTTP in Zusammenhang mit HTML als Sprache und der URL für die Adressauflösung erst Jahre später. Dennoch legt bereits die erste Version die Grundlage für wichtige Kennzeichen des Protokolls, die auch in der Version HTTP/2 beibehalten werden. Dazu zählt, dass es zustandslos ist. Das bedeutet, das mehrere Anfragen parallel bearbeitet werden, ohne dass sie mit anderen – auch zeitgleichen – Sitzungen interagieren oder Informationen austauschen. Die Authentifizierung von Nutzern oder das Speichern von Daten erfolgt über externe Inhalte, wie beispielsweise Cookies.

HTTP/2 steigert Effizienz und Leistungsfähigkeit

Eine der wichtigsten Eigenschaften für den Nutzer ist die schnellere Darstellung von Homepages, die mit HTTP/2 erreicht werden kann. Die Reduzierung der Latenz – also der Wartezeiten zwischen einer Anfrage und deren Antwort – wird durch mehrere Mechanismen erreicht. So unterstützt bereits die Version 1.1 die Komprimierung von Inhalten. In HTTP/2 kommt nun auch eine Headerkomprimierung dazu, so dass bei gleichem Inhalt weniger Informationen übertragen werden müssen. Zusätzlich kann hierbei Paketen erstmalig auch eine bestimmte Priorität zugewiesen werden, um wichtige Inhalte schneller zu befördern und bevorzugt zu verarbeiten. Die gesamte Kommunikation erfolgt zudem über eine einzige, dauerhaft gehaltene Verbindung.

Ursprünglich kommen in Version 1.0 und 1.1 noch mehrere Kanäle zum Einsatz. Seitens der Webhoster wird die großflächige Unterstützung von HTTP/2 wohl erst im Laufe des Jahres 2017 erfolgen. Bedingungen für die Verwendung ist die Verschlüsselung des Datenverkehrs und ein kompatibler Browser. Bereits heute unterstützen aktuelle Versionen der gängigsten Browser, wie Google Chrome, Internet Explorer 11, Microsoft Edge, Firefox oder Opera, vollständig HTTP/2.

Ausfälle sind auch bei älterer Software nicht zu befürchten. Die Version 2 des Protokolls soll vollständig mit seinen Vorgängern kompatibel sein und greift bei Bedarf auf deren Spezifikation zurück, um eine fehlerfreie Kommunikation zu ermöglichen.


Jochen Moschko

 
Jochen Moschko
SEO-Manager Exklusiv
Jochen Moschko arbeitet als SEO-Manager in der Exklusiv-Abteilung bei der FAIRRANK GmbH.