Schnelles mobiles Surfen dank Google AMP – die Fertigstellung naht

Google AMP
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Drei Sekunden. Das ist die durchschnittliche Zeitspanne, die ein User im Durchschnitt wartet, bis er auf einem mobilen Gerät eine Internetseite schließt, die noch nicht geladen wurde. Gerade im mobilen Bereich werden diese drei Sekunden häufig überschritten. Google ist mit seinen Accelerated Mobile Pages – kurz "AMP" – angetreten, die Ladezeit im Idealfall auf wenige Millisekunden zu reduzieren. Nach großem, anfänglichen Aufsehen im Herbst 2015 wurde es jedoch einige Zeit ruhig um das Projekt. Doch im Hintergrund arbeiteten die Verantwortlichen unermüdlich weiter und nach den ersten Betaversionen im Frühjahr 2016 nähert sich AMP nun seiner Fertigstellung.

Google AMP verspricht neuen Komfort beim Surfen

Lange Zeit wurde die Performance einer Webseite von den verantwortlichen Programmierern und Designern stiefmütterlich behandelt. Immerhin erfolgte ein großer Teil der Aufrufe über Desktop PC und Notebooks, die ausreichend Ressourcen für den oft sperrigen Code bereitstellen. Mittlerweile ist jedoch ein großer Teil der Nutzer über ein Smartphone oder Tablet online unterwegs – Tendenz weiter steigend. Und wer nicht gerade mit einem Gerät der neuesten Generation unterwegs ist, muss mit begrenzter Speicher- und Prozessorkapazität auskommen. Google AMP war deshalb auch eine Antwort auf die Verbreitung des mobilen Internets und optimiert Webseiten besonders für diese Geräte deutlich. Zu den Features gehört nicht nur ein schneller Seitenaufbau, sondern auch Extras, die den Komfort spürbar erhöhen. So werden Bilder beispielsweise – auch wenn sie noch nicht vollständig geladen sind – in ihrer vollständigen Größe in die Homepage eingebettet. Das allgemein bekannte Springen des Browsers beim späteren Laden der unterschiedlichen Elemente entfällt dadurch und der Nutzer kann sofort mit dem Lesen beginnen.

Projekt stößt auf großes Interesse

Obwohl das Projekt erst diesen September die Beta-Phase verlassen hat, haben bereits viele Seitenbetreiber darauf reagiert. Allen voran selbstverständlich Google selbst, das bereits seit Beginn des Jahres Suchergebnisse über AMP ermöglicht. Aber auch insbesondere Nachrichtenportale und große Plattformen erweiterten ihre Angebote um die neue Technologie und bieten Ihre Seiten jetzt selbst als "beschleunigte Version" für Mobilgeräte an. Dazu gehören etwa Spiegel Online, Welt, Bild, T-Online, der Guardian oder die New York Times.

Bislang wurden bereits mehr als 600 Millionen Dokumente im AMP-Format online gestellt – jede Woche sollen einige Millionen neue hinzukommen. Vorteile bieten sich dabei auch für die Anbieter. Große Teile des Inhalts werden auf Google-eigenen Servern zwischengespeichert. Das erspart den Homepages Traffic und entlastet die eigene Infrastruktur. Auf der anderen Seite wird häufig kritisiert, dass der Endnutzer dadurch noch gläserner wird, weil auch Google ermitteln kann, auf welche Seite oder welchen Artikel zugegriffen wird – und nicht nur der Anbieter selbst.
 

Jochen Moschko

 
Jochen Moschko
SEO & QS-Manager
Jochen Moschko arbeitet in den Bereichen Suchmaschinenoptimierung und Qualitätssicherung bei der FAIRRANK GmbH.