Keywordrecherche – Der Schlüssel zum Ranking?

Keywordrecherche – Der Schlüssel zum Ranking?
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Wann haben Sie zuletzt über Ihre Website nachgedacht und einen Satz gesagt, der ähnlich klang wie „Ich möchte gefunden werden für …“? Haben Sie im gleichen Moment auch darüber nachgedacht, dass Sie vielleicht einem falschen Ansatz folgen?

Natürlich haben Sie als Betreiber einer Website konkrete Vorstellungen davon, für welche Suchbegriffe Ihre Website gefunden werden soll. Und sicher würde Ihr SEO-Berater Ihrer Website dabei helfen, genau für diese Begriffe in den Ergebnissen gelistet zu werden. Doch was geschieht, wenn kaum ein Nutzer nach Ihren Wunschbegriffen sucht? Im Ergebnis sehen Sie dann vielleicht großartige Platzierungen für Begriffe, die Ihnen weder Besucher noch Umsätze bringen. Darum wird es Zeit, den Blickwinkel zu verändern. Denken Sie nicht darüber nach, wofür Sie gefunden werden möchten. Denken Sie darüber nach, wonach die Menschen da draußen wirklich suchen. Und betrachten sie vor allem die Gründe, warum Menschen überhaupt suchen.

Ein paar Gedanken, bevor Sie beginnen

Um das Thema „Keywordrecherche“ wirklich in allen Aspekten zu beleuchten, reicht dieser Artikel kaum aus, so dass hier nur ein Überblick über die Grundlagen und Möglichkeiten gegeben werden kann. Allein der Prozess der Keywordrecherche ist so umfangreich und vielschichtig, dass ein Suchmaschinenoptimierer für eine solide Recherche durchaus zwei Tage brauchen kann.

Bevor Sie mit einer Recherche beginnen, führen Sie sich bitte zunächst vor Augen, dass das klassische Keyword im Prozess der Inhaltserstellung zugunsten eines thematischen Ansatzes an Bedeutung verloren hat. Anders gesagt: die Konzentration auf Schlüsselwörter ist heute weniger wichtig als früher. Vielmehr gilt es Inhalte so zu erstellen, dass durch umfassende Behandlung eines Themas die möglichen Suchintentionen der Nutzer so gut wie möglich erfüllt werden.
Stellen Sie sich vor dem Schreiben eines Textes die Frage, welche Informationen Sie bereitstellen möchten und wie Nutzer nach diesen Informationen suchen könnten. Bieten Sie eine Dienstleistung an, überlegen Sie sich konkrete Fragen, die Ihnen jemand zu dieser Dienstleistung stellen könnte. Stellen Sie Ihre Besucher in den Mittelpunkt Ihrer Überlegungen und versuchen Sie nicht zwanghaft Keywords für ein gutes Ranking in den Suchmaschinen im Text unterzubringen.

Ist dann eine Keywordrecherche überhaupt noch notwendig?

Natürlich ist eine Recherche wichtiger und vor allem relevanter Begriffe nach wie vor unersetzbar. Allerdings hat sich die Motivation geändert, aus der heraus eine solche Recherche durchgeführt wird. Heute geht es nicht mehr länger darum, suchstarke Begriffe zu identifizieren, für die man gerne gefunden werden möchte. Vielmehr geht es darum Begriffe zu finden, die das behandelte Thema ausreichend und umfassend beschreiben. Und selbstverständlich sind auch Suchmaschinen nach wie vor auf Begriffe angewiesen, um den Sinn eines Seiteninhalts erfassen zu können.

Wie finde ich heraus, welche Begriffe relevant sind?

Es gibt viele verschiedene kostenfreie und kostenpflichtige Werkzeuge, mit denen Sie herausfinden können, welche Begriffe für Ihre Inhalte relevant sein können. Ein hervorragendes und technisch bisher unerreichtes Tool für die Schlüsselwortrecherche ist jedoch Ihr eigenes Gehirn . Es mag merkwürdig klingen, doch versuchen Sie einmal mit sich selbst oder in Ihrem Team „Tabu“ zu spielen. Versuchen Sie Dinge und Sachverhalte, die Sie in Ihren Inhalten aufnehmen wollen, zu umschreiben. Auf diese Weise werden Sie bereits eine lange Liste von möglichen Begriffen sammeln.
Wenn Sie doch eher auf technische Werkzeuge zurückgreifen möchten, haben Sie als Grundlage für Ihre Arbeiten viele Optionen, die Sie nach Möglichkeit in Kombination einsetzen sollten:

  • Google AdWords Keyword Planer
  • Google Trends
  • Sistrix
  • Google Suche

Als erstes zu nennen ist hier der Google AdWords Keyword Planer. Mit Hilfe dieses Tools können Sie nach Keyword-Ideen suchen. Geben Sie einfach einen Suchbegriff oder eine Begriffskombination ein und lassen Sie sich Vorschläge für mögliche Suchphrasen anzeigen.

Google Trends hingegen ist ein Tool mit einer anderen Herangehensweise. Wie der Name bereits sagt, gibt Ihnen „Trends“ Auskunft darüber, wie groß das Interesse der Benutzer an einer bestimmten Suchanfrage ist. Sie können bis zu fünf Suchbegriffe und -kombinationen vergleichen und sich die relative Suchhäufigkeit – einschränkbar auf Zeiten und Regionen – anzeigen lassen.

Mit der kostenpflichtigen Sistrix Toolbox untersuchen Sie nicht vorwiegend Ihre eigene Website, sondern thematisch verwandte und können prüfen, welche Suchbegriffe diesen anderen Websites zugeordnet werden. Dies kann höchst aufschlussreich sein, wenn es darum geht, die Websites der Mitbewerber zu analysieren.

Was aber hat die Google Suche in dieser Auflistung zu suchen? Suchen Sie doch einfach mal nach einem der mit den anderen Werkzeugen gefundenen Suchbegriffe und prüfen Sie, was Sie als Ergebnis erhalten. Sie bekommen nicht nur hervorragende Ideen für neue Begriffe, sondern können gleichzeitig auch herausfinden, wie andere Websitebetreiber an das entsprechende Thema herangegangen sind – und es dann selbst besser machen.

Eine nützliche Erweiterung der Google Suche ist Google Suggest. Dabei handelt es sich um die Autovervollständigung, die sich unterhalb des Suchfeldes öffnet, sobald Sie damit beginnen, einen Suchbegriff einzugeben. Auch hier können Sie – den notwendigen Aufwand vorausgesetzt – wertvolle Ideen für neue Schlagworte erhalten.

Natürlich gibt es noch eine große Zahl weiterer wertvoller Quellen, die bei der Begriffsrecherche hilfreich sein können. Wir informieren Sie gern ausführlicher.

Was sind Short-Head-Keywords und was Long-Tail-Keywords?

Keywords teilen sich grob in zwei Gruppen: Short-Head und Long-Tail.

Wie der Begriff bereits vermuten lässt, handelt es sich bei den sogenannten Short-Head-Keywords um kurze, meist nur aus einem Begriff bestehende Phrasen (z. B. „Auto“).

Der Vorteil: sie sind meist häufig gesucht.
Der Nachteil: sie haben oft eine große Konkurrenz.
Die Long-Tail-Keywords bestehen aus mindestens zwei, meist jedoch mehr Worten (z. B. „Auto reparieren Köln“).
Der Vorteil: sie sind spezifischer und führen zu genaueren Treffern.
Der Nachteil: die Suchvolumina sind meist geringer.

Zielführender für die Inhaltserstellung sind die Long-Tail-Keywords. Zum einen benötigen Sie diese ohnehin, um ein Thema erschöpfend zu behandeln und zum anderen werden Ihre Inhalte in der Regel mit einem geringeren Wettbewerb konkurrieren müssen.

Und auf welche Begriffe soll ich mich konzentrieren?

Kurz gesagt sollten Sie sich auf die Begriffe konzentrieren, die für Ihre Inhalte am relevantesten sind und mit denen Sie die Suchintention Ihrer Besucher am besten erfüllen können. Long-Tail-Keywords sind hierbei für beide Seiten von Vorteil, sowohl für Sie als Websitebetreiber als auch für den Nutzer. Rund 70% aller Suchanfragen bestehen aus Long-Tail-Phrasen und sind somit sehr spezifisch. Dies führt dazu, dass Sie auch sehr spezifischen Traffic auf Ihre Website lenken können. Benutzer, die sehr spezielle Suchanfragen stellen, sind unter Umständen auch eher zu einem Kauf bereit, was Ihnen als Unternehmer entgegenkommt.

Sehen Sie alles mit den Augen des Nutzers

Sie sollten unabhängig von der Methode, die Sie zur Findung neuer Begriffe für Ihre Inhalte anwenden, stets aus dem Blickwinkel des Besuchers handeln und die Existenz der Suchmaschinen für den Moment ausblenden. Das ist nicht immer einfach und erfordert oftmals eine Menge Phantasie und Kreativität. Vor allem das konsequente Ignorieren des Gedankens, unbedingt weit oben in den Suchergebnissen erscheinen zu wollen, erfordert ein enormes Maß an Überwindung. Aber es wird sich für Sie und Ihre Website bezahlt machen, wenn Sie dem Benutzer genau das anbieten können, was dieser sucht. Denn letztlich wird es ein zufriedener Besucher sein, der zu einem Kunden wird.


Klaus Wockenfoth

 
Klaus Wockenfoth
SEO Projektleiter
Klaus Wockenfoth leitet SEO-Projekte in der SEO Exklusiv-Abteilung der FAIRRANK GmbH.