AMP – Mobile Websites in Höchstgeschwindigkeit

AMP – Mobile Websites in Höchstgeschwindigkeit
© Amgun – Fotolia.com

Jeder kennt das Problem. Man ist unterwegs und möchte über sein Smartphone schnell ein paar Informationen aus dem Web abrufen und die Seite der Wahl lädt und lädt. Schnell ist der „Zurück“-Button gedrückt und man versucht sein Glück mit dem nächsten Suchergebnis. Dies ist für den Betreiber der Website natürlich ärgerlich. Wirklich schlimm  ist dies jedoch für den Benutzer, der vergeblich auf die Website gewartet hat und schließlich abgesprungen ist, noch bevor die Seite vollständig geladen war.

 

 

Google AMP Nach den Vorstellungen des AMP-Projects soll dies zukünftig anders werden. Denn mit den „Accelerated Mobile Pages“ wird Inhalten im WWW sozusagen ein Turbo-Lader verpasst. Unter der Schirmherrschaft von Google entwickelt das Open Source Projekt einen technischen Standard, der es bereits heute möglich macht, Inhalte von Webseiten praktisch sofort verfügbar zu machen. Hinter dieser Technik stecken drei wichtige Säulen, mit denen dies realisiert wird:

AMP-HTML

Dabei handelt es sich um eine Teilmenge von HTML5, die speziell für die Anforderungen von AMP-Seiten entwickelt wurde. AMP-HTML fehlen nicht nur einige Konstrukte, die in „normalem“ HTML vorkommen, einige Bestandteile wurden speziell für AMP verändert. Während beispielsweise ein Bild auf einer Website mit dem Tag

<img src="fixed.jpg" />

eingebunden wird, geschieht dies auf AMP-Seiten mit dem Tag

<amp-img src="fixed.jpg" width="264" height="96"></amp-img>

Der Unterschied fällt sofort auf. Bei AMP müssen zwingend die Größenangaben vorhanden sein, da der Bereich, in welchem das Bild später erscheint, vor dem Laden des eigentlichen Inhalts bereits „reserviert“ wird, um hier zusätzliches Rendern einzusparen, welches wiederum Zeit kosten würde.

AMP-JS

AMP wird unter anderem mit einer eigenen Javascript-Bibliothek ausgestattet. Diese bildet das eigentliche Herzstück dieser Technik und sorgt für eine schnelle Darstellung der Inhalte. Darüber hinaus sorgt AMP-JS dafür, dass alle externen Inhalte grundsätzlich asynchron geladen werden. Dies verhindert, dass irgendein Bestandteil der Website das Laden und Rendern der Seite behindert.

Doch das AMP-Javascript kümmert sich auch um die Darstellung von Inhalten, bevor diese geladen sind (das sogenannte Vor-Rendern) und schaltet überdies ineffiziente Teile der Website aus.

AMP-Cache

AMP-HTML und AMP-JS bilden die Grundlagen für die neue Website-Technologie. Die wirkliche Geschwindigkeit der Seiten wird jedoch durch den AMP-Cache geliefert. Dabei handelt es sich um ein von Google betriebenes CDN (Content Delivery Network) mit weltweit verteilten Computern, die sämtliche AMP-Inhalte verfügbar halten und bei einer Abfrage ausliefern. Dies tun sie in einer Geschwindigkeit, die beim Benutzer den subjektiven Eindruck von sofort verfügbaren Websites erzeugt.

Welche Vorteile hat die AMP-Technologie für Websitebetreiber?

Vor allem Informationsangebote wie Firmenpräsentationen profitieren vom Einsatz der AMP. Inhalte werden dem Benutzer sehr schnell zur Verfügung gestellt, was wiederum die Abbruchrate erheblich beeinflussen kann.

Günstig wirkt sich auch aus, dass für den Einsatz der AMP keine zusätzlichen Kosten anfallen, da die gesamte Technologie auf vorhandenen Systemen und Techniken basiert. So benötigt der Anbieter einer Website, die AMP nutzt, keine zusätzlichen Funktionen des Webservers oder ähnliches.

Google AMPAMP-Websites werden in den mobilen Suchergebnissen außerdem speziell hervorgehoben. Vor allem News-Artikel werden oftmals nicht nur recht weit oben in den SERPs angezeigt, sondern darüber hinaus auch noch in einem Karussell, also einem horizontal scrollbaren Inhaltsbereich am oberen Ende der Suchergebnisseite.

Zusätzlich sind die Suchergebnisse noch durch das AMP-Logo gekennzeichnet. Es gibt jedoch Hinweise darauf, dass diese zusätzliche Kennzeichnung in nicht allzu ferner Zukunft wegfallen könnte.

 

Gibt es auch Nachteile von AMP?

Wie bei jeder hinreichend neuen Technologie hat auch AMP seine Schwachstellen. Selbst Google-Funktionen sind nicht davor gefeit, fehlerhaft mit AMP zusammenzuarbeiten. So wurde erst vor kurzem ein Fehler in Google Analytics behoben, der dazu führte, dass AMP-Besucher falsch erfasst wurden.

Ein weiterer Nachteil ist natürlich, dass Web-Entwickler hinzulernen müssen, wobei die Lernkurve bei AMP nicht wirklich steil ist. Allerdings ist eine gewisse Disziplin beim Entwickeln von AMP erforderlich, da AMP nur dann funktionieren, wenn sie valide sind, also einem streng festgelegten Muster mit definierten Regeln folgen. Letzteres ist jedoch durchaus als Vorteil gegenüber den üblichen Websites zu sehen, bei denen selbst größte Patzer durch Fehlerkorrekturfunktionen in Browser und Suchmaschine verziehen werden.

Der am häufigsten genannte Nachteil der AMP betrifft sicher den AMP-Cache. Das Zwischenspeichern von Inhalten auf den Servern von Google führt natürlich dazu, dass die Seiteninhalte ausschließlich über die Google-Server ausgeliefert werden. Den Seitenbetreibern geht demnach praktisch Traffic verloren, was vor allem dann fatal ist, wenn der Besucher keine weitere Seite aufruft und dann tatsächlich auf die originale Adresse der aufgerufenen Website gelangt. Google zeigt AMP allerdings in einem eigenen Viewer an, an dessen oberem Ende stets ein Verweis auf die Originalseite eingefügt wird.

Kann ich AMP kurzfristig einsetzen?

Die AMP-Technologie ist bereits weit verbreitet. Eine große Zahl von Zeitungen nutzt dieses Format beispielweise sehr ausgiebig für ihre Online-Inhalte. Auch Sie können AMP in kurzer Zeit einsetzen, vor allem, wenn Sie Ihre Website mit einem Content Management System betreiben. Mittlerweile werden rund 100 Systeme durch entsprechende Erweiterungen unterstützt. Sehr schnell und unkompliziert lassen sich AMP so zum Beispiel in WordPress umsetzen. Zwei simple Plug-Ins sorgen dort dafür, dass alle Inhalte als AMP bereitgestellt und sogar – bei Bedarf – angepasst werden können. Wenn Sie zum doch recht umfangreichen Thema AMP Fragen haben, stehen Ihnen unsere Experten gerne mit Rat und Tat zur Seite.


Klaus Wockenfoth

 
Klaus Wockenfoth
SEO Projektleiter
Klaus Wockenfoth leitet SEO-Projekte in der SEO Exklusiv-Abteilung der FAIRRANK GmbH.