Die Google Search Console – Teil 4

Die Google Search Console – Teil 4
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Der Google-Index

In den letzten drei Teilen dieser Reihe haben wir uns bereits eingehender mit der Google Search Console befasst und unter anderem die äußerst hilfreiche Funktion der Suchanfragenanalyse kennengelernt und Informationen über die Darstellung unserer Website in der Google-Suche erhalten. Im vierten Teil der Artikelserie „Die Google Search Console“ schauen wir uns die Informationen etwas genauer an, die uns das Werkzeug über die indexierten Seiten unserer Website zur Verfügung stellt.

Der Indexierungsstatus

Wenn Sie den Menüpunkt „Indexierungsstatus“ in der Search Console aufrufen, sehen Sie zunächst ein Diagramm. Dieses zeigt Ihnen den Verlauf der Indexierung Ihrer Website durch Google während des vergangenen Jahres an. Natürlich wirkt dieser Indexierungsverlauf auf den ersten Blick wenig spektakulär. Doch bereits hier verbergen sich wertvolle Informationen über Ihre Website.

Im Idealfall sollte ein stetiger Anstieg im Verlauf der Indexierung zu beobachten sein. Google besucht Ihre Website regelmäßig und fügt dem Index stets neu aufgefundene Inhalte hinzu. Und wenn Sie kontinuierlich neue Unterseiten hinzufügen, werden auch diese irgendwann in den Index der Suchmaschine aufgenommen. Sollten Sie in der Verlaufskurve an einer Stelle einen Rückgang sehen, ohne dass Sie wissentlich Inhalte entfernt haben, könnte dies auf ein Problem bei der Erkennung Ihrer Website durch die Suchmaschine hinweisen.

Ebenfalls problematisch ist ein sehr rascher Anstieg der Kurve innerhalb einer kurzen Zeit. Wenn Sie viele Unterseiten haben, die sich nur durch Filtereinstellungen oder andere Parameter unterscheiden, kann ein ungewöhnlich hoher Anstieg im Indexierungsverlauf auf ein Problem mit der Kanonisierung hinweisen. Denken Sie hier etwa an Online-Shops.

Insgesamt können starke Anstiege oder Rückgänge auf Probleme der Konfiguration Ihrer Website hinweisen. In einem solchen Fall sollten Sie dies eingehender Prüfen.

Die erweiterte Ansicht des Indexierungsstatus

Oberhalb des Diagramms sehen Sie zwei Schaltflächen – „Einfach“ und „Erweitert“. Klicken Sie hier auf letztere, wird Ihnen neben der Angabe der insgesamt indexierten Seiten noch ein weiterer, ebenfalls sehr relevanter Wert angezeigt: die Zahl der Seiten, die durch Einstellungen in der Datei robots.txt blockiert sind und nicht von der Suchmaschine indexiert werden können. Die robots.txt ist eine kleine Textdatei, die auf Ihrem Webserver liegt und den Zugriff auf Ihre Webseite durch Suchmaschinen regelt.

Diesen Wert sollten Sie sehr genau im Auge behalten. Wenn Sie nicht absichtlich Teile Ihrer Website dem Zugriff durch Suchmaschinen entzogen haben, sollte hier nichts Anderes als „0“ angezeigt werden. Andernfalls sollten Sie umgehend reagieren und untersuchen, wo das Problem liegt. So kann es unter Umständen sein, dass Ihr Content Management System automatisch Seiten mit der Angabe „noindex“ anlegt. Diese werden dann natürlich nicht in den Google-Index aufgenommen. Sollten Sie Schwierigkeiten bei der Überprüfung Ihrer Websiteeinstellungen haben, stehen wir Ihnen selbstverständlich gerne zur Verfügung.

Prüfen Sie regelmäßig die blockierten Ressourcen

Die Google Search Console stellt Ihnen auch einen Überblick über blockierte Ressourcen zur Verfügung, also Teile der Website, die durch den Crawler der Suchmaschine nicht zu erreichen sind. Im Gegensatz zur den allgemein indexierten Seiten erhalten Sie hier auch einen Überblick über die einzelnen Unterseiten, die von Problemen betroffen sind.

Google Search Console

Bei einem Klick auf die Tabelle unterhalb des Diagramms erhalten Sie eine Übersicht über alle blockierten Dateien Ihrer Website. Dies können unter anderem CSS-Dateien oder auch JavaScript-Dateien sein.

Klicken Sie nun auf einen solchen Eintrag, erhalten Sie eine Tabelle mit allen Unterseiten, auf denen diese Ressource durch entsprechende Einstellungen dem Zugriff der Suchmaschinen entzogen sind.

Grundsätzlich sollten Sie eine solche Blockierung von Scripten oder anderen Daten vermeiden, wenn diese zur korrekten Darstellung der Website erforderlich sind. Die Blockierung beeinträchtigt zwar nicht die Funktion Ihrer Website, aber die Erkennung durch Google. Denn der Bot der Suchmaschine rendert jede einzelne Seite wie ein normaler Webbrowser, die vom Crawler gelesen wird. Ist die Darstellung hier fehlerhaft, kann dies zu Indexierungsproblemen führen.

URLs aus den Google-Suchergebnissen entfernen

Die Search Console erlaubt die Entfernung einzelner URLs – zumindest zeitweise – aus den Suchergebnissen. Dies beeinflusst in keiner Weise die Indexierung der betreffenden Seiten und was auf den ersten Blick ein wenig merkwürdig anmuten mag, kann im Einzelfall eine sehr nützliche Funktion sein.

Natürlich möchte jeder Websitebetreiber, dass möglichst alle Unterseiten eines Webauftritts auch über die Google-Suche gefunden werden können. Aber was ist zu tun, wenn beispielsweise eine Produktseite überflüssig geworden ist, weil es den entsprechenden Artikel nicht mehr gibt? Die Unterseite könnte entfernt und die entsprechende Adresse umgeleitet werden. Damit jedoch die Nutzer der Suche erst gar nicht mehr auf die falsche Seite gelangen können, haben Sie die Möglichkeit, diese für 90 Tage aus den Suchergebnissen zu entfernen. In dieser Zeit wurde dann auch von Seiten der Suchmaschine festgestellt, dass es die fragliche Unterseite nicht mehr gibt.

Ein anderes Szenario für diese Funktion wäre eine Änderung der Rechtsprechung, wodurch bestimmte Inhalte plötzlich nicht mehr juristisch einwandfrei wären. Selbstverständlich sollten Sie in einem solchen Falle die betreffenden Inhalte löschen oder aktualisieren. Um ganz sicher zu gehen, können Sie jedoch die Seiten auch direkt von der Anzeige in den Suchergebnissen ausschließen.

Bedenken Sie bitte, dass mit dieser Funktion die Indexierung Ihrer Website nicht beeinflusst wird. Dies bedeutet, dass nach Ablauf der 3-Monats-Frist Ihre Seiten wieder in den Suchergebnissen erscheinen werden, wenn Sie diese nicht von Ihrer Website entfernt haben.

Wir hoffen, dass wir Ihnen mit diesem Artikel einige nützliche Informationen an die Hand geben konnten und stehen Ihnen selbstverständlich zu diesem und allen anderen Themen gerne mit Rat und Tat zur Seite.


Klaus Wockenfoth

 
Klaus Wockenfoth
SEO Projektleiter
Klaus Wockenfoth leitet SEO-Projekte in der SEO Exklusiv-Abteilung der FAIRRANK GmbH.