Wie wichtig ist die Länge von SEO-Texten?

Wie lang sollten SEO-Texte sein?

Die Frage danach, wie lang SEO-Texte – oder auch andere Texte wie Blogbeiträge oder Landingpages etc. – sein müssen, steht bei der Entwicklung einer Content-Strategie oft im Vordergrund. Dabei spielt die Wortanzahl laut Google-Mitarbeiter John Mueller aber keine Rolle, wenn es um das Ranking in Suchmaschinen geht:

Tweet von John Mueller zum Thema Textlänge

 

Wichtiger ist es stattdessen, die Suchintention des Nutzers zu befriedigen, ihm also die passende Antwort auf seine Frage zu liefern. Ob das in 300 oder 3 000 Wörtern passiert, hängt vor allem vom Thema ab. Manche Inhalte lassen sich sehr schnell umfassend abhandeln, für andere muss man weiter ausholen.

Woher aber weiß man, wie lang der eigene Text sein sollte? Wir erklären Ihnen, worauf Sie achten müssen, wenn Sie Texte für Ihre Website erstellen, und wie Sie Inhalte gut aufbereiten – unabhängig von der Länge.

Welche Faktoren beeinflussen die Textlänge?

Wenn Sie einen Text für Ihre Website schreiben, sollten Sie diese drei Punkte berücksichtigen:

  • Zielgruppe und Suchmaschine gleichermaßen überzeugen
  • Inhalt so ausführlich wie nötig und so kurz wie möglich beschreiben
  • Qualität vor Quantität

Der Leser und die Suchmaschine stellen sehr unterschiedliche Anforderungen an einen Text. Leser bevorzugen meistens eher kürzere Texte, die sie schnell überfliegen können. Suchmaschinen hingegen bewerten – trotz der Aussage von John Mueller, dass die Textlänge selbst kein Rankingfaktor ist – längere Beiträge oft besser. Es gilt also, den richtigen Mittelweg zu finden.

Und genau hier kommt die Thematik ins Spiel: Wer etwa nach einem Rezept sucht, will nicht zunächst etwas über die Geschichte und Verbreitung der einzelnen Zutaten lesen. Wer sich hingegen umfassend zu einem erklärungsbedürftigen Thema informieren möchte, ist vermutlich eher bereit, einen langen Text zu lesen, in dem der Inhalt von A bis Z dargelegt wird.

Um die richtige Textlänge zu finden, muss man daher die Intention des Lesers und die Ergiebigkeit des Themas, aber auch die Funktionsweise der Suchmaschine abwägen. Im Vordergrund steht dabei immer die Qualität. Anders als die Wortanzahl spielt diese für das Ranking durchaus eine Rolle. Sogenannter Thin Content (dünner Inhalt) bietet dem Nutzer keinen Mehrwert und wird daher von Google schlechter bewertet. Dies bestätigt auch John Mueller von Google: Häufige Wiederholungen oder unnötige Ausschmückungen, um auf eine bestimmte Länge zu kommen, sollten Sie daher vermeiden.

Tweet John Mueller zu Thin Content

 

Was spricht für kurze Texte?

Kurze Texte haben weniger als 1 000 Wörter, viele sogar nur ca. 200–500. Im Vergleich zu langen Texten bietet dieser kurze Content einige Vorteile:

  • „Snackable Content“: Die Aufmerksamkeitsspanne der Nutzer ist recht gering. Durch kurze Texte können Informationen in wenigen Worten vermittelt werden, sodass der Leser sie schnell und einfach aufnehmen kann.
  • Höhere Frequenz: Gerade bei Blogs, aber auch in anderen Bereichen, bietet kurzer Content die Möglichkeit, in geringerer Zeit mehr Texte zu erstellen. So können Nutzer zu verschiedensten Themen angesprochen werden.

Bei Themen, die recht schnell erklärt werden können, bietet es sich an, den Text nicht unnötig auszuschmücken. Stattdessen sieht der Leser bei einem kurzen Text auf den ersten Blick, was für ihn wichtig ist, und muss nicht erst umständlich suchen, wo die gewünschten Informationen zu finden sind.

Was spricht für lange Texte?

Längere Texte mit mindestens 1 000–1 500 Wörtern oder sogar 3 000 und mehr eignen sich hingegen bei erklärungsbedürftigeren Themen. Die Vorteile hierbei sind zum Beispiel:

  • Mehr Details: Wer sich für ein Thema interessiert, liest auch gerne einen längeren Text, in dem die Zusammenhänge genau erklärt werden. Wichtig ist hierbei aber, dass der Text nicht künstlich in die Länge gezogen wird, sondern wirklich tiefergehende Informationen bietet.
  • Mehr Keywords: Ein längerer Text bietet die Möglichkeit, mehr relevante Keywords unterzubringen, ohne dabei in das sogenannte Keyword-Stuffing zu verfallen, also den übermäßigen Gebrauch von Keywords in einem Text.

Wie kann man abschätzen, wie lang ein SEO-Text sein muss?

Wie kann man nun aber entscheiden, wie lang ein Text sein sollte? Hierfür bietet es sich an, die folgenden Aspekte abzuwägen:

Was erwartet der Nutzer?

Wenn ein Nutzer sich zu einem Thema informieren möchte, steckt immer eine bestimmte Erwartungshaltung dahinter. Die Seite, die diese am besten erfüllen kann, erreicht eine der vorderen Platzierungen. Bei manchen Fragen ist dafür so gut wie kein Text nötig. Wer etwa wissen will, wie alt Angela Merkel ist, erhält die Antwort sogar schon direkt bei Google selbst:

Wie alt ist Angela Merkel?

 

Wer eine Anleitung dazu sucht, wie man eine bestimmte Gemüsesorte am besten lagert, braucht schon etwas mehr Infos. In der Regel reichen da aber ca. 200–300 Wörter, um die gewünschte Antwort zu geben. Will man wiederum verschiedene Kinderwagen vergleichen, ist man meistens an ausführlicheren Texten interessiert. Hier sind die Texte üblicherweise mindestens 1 000 Wörter lang. Auch Texte mit bis zu 10 000 Wörtern sind bei solchen Suchanfragen keine Seltenheit.

Anhand der Intention, die hinter einem bestimmten Suchbegriff steckt, kann man somit oft schon abschätzen, wie lang der eigene Text in etwa sein sollte. Es gibt aber noch eine weitere Option, eine Entscheidung bezüglich der Textlänge zu treffen.

Was schreibt die Konkurrenz?

Was gut rankt, also auf den vordersten Positionen bei Google auftaucht, wird auch gelesen. Wenn Sie wissen wollen, wie lang ein SEO-Text sein sollte, können Sie sich daher die bestplatzierten Ergebnisse ansehen und vergleichen. Idealerweise nehmen Sie hierfür die 10 Ergebnisse der ersten Seite. Von diesen Seiten vergleichen Sie nun die Textlänge und bilden den Durchschnitt. Das ist die Länge, an der Sie sich orientieren können.

Wichtig ist dabei, dass Sie die Anzeigen, die oben und/oder unten auftauchen, dabei herauslassen und nur organische Ergebnisse berücksichtigen. Anzeigen werden bezahlt und sind dementsprechend kein Gradmesser für SEO.

Diese Vorgehensweise hilft Ihnen, da Sie sehen können, was in der Suchmaschine aktuell funktioniert. Anhand der Nutzersignale erkennt Google, wie ausführlich die Texte sein müssen, um die Suchintention zu befriedigen. Google analysiert zum Beispiel folgende Faktoren:

  • Wie viel Zeit verbringen Nutzer auf der Seite?
  • Schließen Nutzer eine Seite wieder und suchen auf einer anderen weiter?
  • Finden Nutzer die gesuchten Informationen schnell genug?

Wer dabei gut abschneidet, landet weit vorne in den Suchergebnissen und dient als guter Anhaltspunkt. Beachten Sie aber auch hier:

Qualität vor Quantität!

Wenn Sie die gleichen Infos in einem kürzeren Text gut vermitteln können, müssen Sie nicht zwangsweise die Durchschnittslänge erreichen. Und andersherum: Wenn Sie ein Thema ausführlicher, aber immer noch mit relevanten Inhalten beleuchten können, müssen Sie sich nicht kurzfassen.

Wie kann man Texte gut aufbereiten?

Egal, ob kurze oder lange Texte – reine Textblöcke kommen bei den wenigsten Nutzern gut an. Achten Sie daher darauf, dass Sie Texte immer gut und abwechslungsreich aufbauen. Das schaffen Sie unter anderem durch die folgenden Punkte:

  • Strukturieren Sie den Text: Einleitung, Hauptteil, Ende – diesen Aufbau sollten Sie auch für SEO-Texte berücksichtigen. Versehen Sie zudem die einzelnen thematischen Absätze jeweils mit passenden Zwischenüberschriften. Beim Überfliegen sieht der Leser auf den ersten Blick, worum es geht.
  • Fügen Sie ein Inhaltsverzeichnis ein: Gerade bei längeren Texten sieht der Leser so direkt am Anfang, wo welche Information zu finden ist, und kann bei Bedarf sofort zum gewünschten Abschnitt springen.
  • Nutzen Sie verschiedene Formate: Kombinieren Sie reine Textabschnitte mit Grafiken, Bildern, Videos ebenso wie Auflistungen, Tabellen, Infoboxen Das bietet mehr Variation und hält das Interesse des Lesers hoch. Zudem können Sie wichtige Punkte hervorheben, indem Sie sie fett schreiben oder unterstreichen.
  • Vermeiden Sie Wiederholungen: Nicht nur inhaltlich, sondern auch sprachlich sollten Sie darauf achten, dass sich die einzelnen Textabschnitte nicht zu sehr ähneln. Einen Text mit vielen sprachlichen Wiederholungen werden die Leser eher überfliegen als einen mit verschiedenen Formulierungen.
  • Klappen Sie Texte ein: In manchen Fällen bietet es sich an, einzelne Informationen mit sogenannten Akkordeon-Texten einzuklappen. Bei FAQs ist diese Vorgehensweise beispielsweise sehr beliebt. Dadurch sind die Infos für interessierte Leser vorhanden, ohne dass andere durch zu lange Texte abgeschreckt werden.

Fazit

Wie Sie sehen, hängt die ideale Textlänge von verschiedenen Faktoren ab und kann nicht allgemeingültig für alle SEO-Texte vorgegeben werden. Analysieren Sie daher zunächst, was die Nutzer erwarten und was die Konkurrenz macht. Das können Sie dann als Ausgangspunkt für Ihre Texte nutzen.

Wenden Sie sich gerne an uns, wenn Sie Fragen zu diesem Thema haben oder Unterstützung bei der Erstellung von suchmaschinenoptimierten Inhalten wünschen. Als langjährig erfahrene SEO-Agentur mit eigener Redaktion erarbeiten wir für Sie eine passende Content-Strategie und setzen diese um. Wir freuen uns auf Ihre Anfrage!

 

Bild: Christin Hume / Unsplash

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