Das kostenlose Update auf Windows 10 läuft bald aus – lohnt sich der Umstieg?

Das kostenlose Update auf Windows 10 läuft bald aus – lohnt sich der Umstieg?
© Microsoft Newsroom

Noch haben die Nutzer älterer Windows-Versionen die Möglichkeit, das Gratis-Upgrade auf das neue Windows 10 zu nutzen – allerdings nicht mehr lange.

Mögliche Bedenken

Wer Windows 7 oder 8.X nutzt, wird den Upgradehinweis in der unteren rechten Bildschirmecke kennen: „Ihr kostenloses Windows 10-Upgrade steht bereit!“. „Wird mein System anschließend noch einwandfrei laufen?“, wird sich mancher Nutzer fragen. Die Erfahrung hat gezeigt: In den meisten Fällen ja. Bei wem Windows 10 technische Probleme verursachen sollte, der hat die Möglichkeit, die vorherige Windows-Installation wiederherzustellen.

Weiter hört man häufig: „Ich warte noch, bis Windows 10 ausgereift ist“. Windows 10 ist inzwischen beinahe seit einem Jahr auf dem Markt. Im Grunde genommen lief Windows 10 vom ersten Tag an sehr stabil und war von erstaunlich wenigen „Kinderkrankheiten“ betroffen – auch wenn das eine oder andere Gerät, wie beispielsweise bestimmte Druckermodelle, erst einige Wochen später problemlos erkannt wurden. Von der im November erschienenen aktuellen Version 1511 kann man definitiv behaupten, ausgereift zu sein. Es ist kein Vergleich zum Launch von Windows Vista um die Jahreswende 2006/2007, das zu Beginn noch mit vielen Problemen zu kämpfen hatte und in der Gunst vieler Nutzer durchfiel.

In der Presse wurde Windows 10 anfangs für seine vermeintliche „Datensammelwut“ kritisiert, wodurch einige potentielle Interessenten ebenfalls verunsichert wurden. Dabei dürfte das Ausmaß – verglichen mit manchem mobilen Betriebssystem – eher bescheiden ausfallen. Manche Dienste, wie beispielsweise der Sprachassistent Cortana, benötigen nun mal eine Internetverbindung, um bestmöglich zu funktionieren. Wer Extras wie dieses entbehren kann, hat die Möglichkeit, die Datenschutz-Einstellungen mit wenigen Handgriffen anzupassen, wie beispielsweise von der Verbraucherzentrale beschrieben.

Offen für zukünftige Technologien

Während viele Nutzer weiterhin Windows 7 aus dem Jahre 2009, einem zweifelsohne sehr zuverlässigen Betriebssystem, die Treue halten, gibt es dennoch gute Gründe, die für einen Wechsel auf Windows 10 sprechen.

Windows 7 SP1 wird noch bis Januar 2020 mit Sicherheitsupdates versorgt. Das sind von heute an noch rund dreieinhalb Jahre. Wer anschließend kein Sicherheitsrisiko eingehen möchte, muss auf ein neues Windows (also 8.X oder 10) wechseln. Wer den Wechsel heute durchführt, muss diesen Schritt später nicht mehr vornehmen.

Ein weiterer Grund ist Microsofts neuer Webbrowser „Edge“. Zwar ist der altbekannte Internet Explorer 11 weiterhin ein Bestandteil von Windows 10, doch ist Edge wesentlich moderner und wird zukünftig neue Technologien unterstützen, die beim IE nicht mehr nachgerüstet werden. Denken Sie an den Übergang von HTML4 zu HTML5 – um HTML5-Angebote vollständig nutzen zu können, benötigt man einen Webbrowser jüngeren Erscheinungsdatums. Wer einen Browser verwendet, der HTML5 noch nicht unterstützt, wird eines Tages auf dem Schlauch stehen. Zwar unterstützt der aktuelle Internet Explorer HTML5, doch entwickeln sich Internettechnologien in teils rasanter Geschwindigkeit weiter.

„Aber ich nutze doch Google Chrome!“, wird nun mancher sagen. Damit mag man Zeit gewinnen, aber auch hier wird am Ende des Weges ein Betriebssystem-Upgrade stehen. Seit kurzem laufen neue Chrome-Versionen beispielsweise nicht mehr unter Windows XP oder Vista (wir berichteten). Nach Windows Vista erschien Windows 7, welches jetzt quasi der nächste Kandidat für Non-Support sein dürfte. Bis es soweit ist, werden sicherlich noch einige Jahre vergehen, aber wer dann noch Windows 7 verwendet, wird sich erneut mit einem Betriebssystem-Upgrade konfrontiert sehen.

Falscher Ansatz bei vielen Usern

Gerade im IT-Bereich, wo Sicherheit ein wichtiger Aspekt ist, wird nur sehr zögerlich auf eine neue Version gewechselt. So nutzte im Mai 2016 mehr als jeder zehnte Nutzer noch Windows XP – obwohl seit mehr als zwei Jahren keine Sicherheitsupdates mehr hierfür angeboten werden. Ein nicht mehr unterstütztes Betriebssystem stellt ein gutes Einfallstor für Malware und Trojaner dar, auch Bot-Netze haben es leichter, solche Rechner als sogenannte „Zombie-PCs“ für die Durchführung krimineller Aktivitäten ferngesteuert zu nutzen. Dieses Szenario könnte sich im Jahr 2020 mit dem Support-Ende von Windows 7 wiederholen.

Fazit

Auch wenn im Einzelfall Inkompatibilitäten auftreten können, dürfte ein Upgrade auf Windows 10 in den meisten Fällen ohne besondere Vorkommnisse von statten gehen – zumal es noch für kurze Zeit kostenlos möglich ist, ein absolutes Novum in der Geschichte des Windows-Betriebssystems. Wer später umsteigen möchte, wird den normalen Ladenpreis bezahlen müssen. Wer mehrere PCs besitzt, sollte das neue Betriebssystem zumindest auf einem seiner Geräte testen und sich dabei seine eigene Meinung bilden.


Jochen Moschko

 
Jochen Moschko
SEO & QS-Manager
Jochen Moschko arbeitet in den Bereichen Suchmaschinenoptimierung und Qualitätssicherung bei der FAIRRANK GmbH.