Weiterhin rückläufige Verkaufszahlen bei Notebooks und Desktop-Rechnern

Weiterhin rückläufige Verkaufszahlen bei Notebooks und Desktop-Rechnern
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Hersteller klagen weiterhin über rückläufige Verkaufszahlen im PC-Bereich. Tatsächlich sank der Umsatz im Vergleich zum ersten Quartal des Vorjahres um fast zehn Prozent. Ursachen für den Rückgang sind nicht nur der Kurs des starken US-Dollars, sondern auch die verstärkte Nachfrage nach Smartphones und Tablets.

Statistiken zufolge besteht jedoch kein Grund zur Sorge, denn bereits 2007 bewegte sich der Absatz von Geräten der PC-Klasse in ähnlicher Höhe. Auch wird davon ausgegangen, dass diese Talfahrt in absehbarer Zeit ein Ende finden dürfte.

Mit Windows 10 und neuen Intel-Prozessoren hoffte die Branche auf eine Umkehr im Verkaufsverhalten der Konsumenten und freute sich auf umsatzkräftigen Zuwachs. Tatsächlich sank die Nachfrage im letzten Quartal aber erneut um 9,6 Prozent. Insbesondere litten die Absatzzahlen unter dem starken US-Dollar, der die Preise für Hardware derzeit steigen lässt. In Brasilien brach der Verkauf wegen wirtschaftlicher und politischer Probleme gar um fast ein Drittel ein. Trotz des Rückgangs zeichnet sich aber eine zunehmende Nachfrage nach dünnen Notebooks und Kombigeräten ab, die gleichzeitig als Notebook und Tablet dienen (die sog. "Ultrabook"-Klasse).

Ähnliche Zahlen wie 2007

Zum ersten Mal seit 2007 lag der Absatz mit 64,8 Millionen PCs unter der im selben Quartal damals erreichten Marke von 65 Millionen verkauften Geräten. Statista prognostiziert für 2016 weltweit einen Absatz von PCs von 260,8 Millionen Stück, was durch vier geteilt leicht über dem Wert dem ersten Quartals läge. Für 2020 wird mit 254,3 Millionen verkauften Geräten gerechnet. Das wäre zwar ein noch niedriger Wert, allerdings wäre der starke Abstieg der letzten Jahre gebremst, sollten sich diese Zahlen bewahrheiten.

Apple und Asus gelang es trotz des Negativtrends, ihren Marktanteil zu steigern. Asus verzeichnete einen Marktanteil von 8,3 Prozent, Apple erreichte 7,1 Prozent. Der chinesische Konzern Lenovo, der vor Jahren IBMs PC-Sparte übernommen hatte, konnte zwar seinen hohen Marktanteil von 18,8 auf 19,3 Prozent steigern, kämpfte aber gleichzeitig mit einem Absatzrückgang von 7,2 Prozent. Mit einem um 0.1 Prozent gestiegenen Marktanteil von 17,6 Prozent lag Hewlett-Packard an zweiter Stelle. Auch Dell verbesserte sich von 12,8 auf 14,1 Prozent.

Warum ist das so?

Diese Zahlen sagen nichts über die PC-Nutzung an sich aus. Selbst mit einem fünf Jahre alten PC lassen sich noch heute zahlreiche Aufgaben ohne Einschränkungen durchführen. Wer damit Büroarbeiten erledigt, wird kaum Bedarf an einem neuen, schnelleren Gerät verspüren. Während vor zwanzig Jahren die technische Entwicklung in kurzer Zeit rasante Sprünge machte, hat sich dieses Tempo mittlerweile stark verlangsamt. Heute liegt, abgesehen von einer höheren Geschwindigkeit, der Hauptvorteil einer Neuanschaffung in erster Linie in einer größeren Energieeffizienz des neuen Geräts.

Passend zum Sprichwort "Totgesagte leben länger" ist der PC noch lange nicht wegzudenken – daran ändert auch der verlangsamte Zyklus einer Neuanschaffung nichts.


Jochen Moschko

 
Jochen Moschko
SEO & QS-Manager
Jochen Moschko arbeitet in den Bereichen Suchmaschinenoptimierung und Qualitätssicherung bei der FAIRRANK GmbH.