Recht auf Vergessen: Google setzt nun Geoblocking ein

Recht auf Vergessen: Google setzt nun Geoblocking ein
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Im Mai 2014 wurde das "Recht auf Vergessen" eingeführt. Damit sind Google und andere Suchmaschinen dazu verpflichtet worden, auf Anfrage Links auf Webseiten mit persönlichen Inhalten zu löschen. Allerdings gilt dieses Gesetz nur innerhalb der EU. Bislang konnten hierzulande entfernte Suchtreffer dennoch gefunden werden, wenn Google in einer fremdsprachigen Non-EU-Version aufgerufen wurde, beispielsweise die US-Version. Damit ist jetzt Schluss: Dank Geoblocking können europäische Nutzer nun nirgendwo mehr die betroffenen Links sehen.

 

Datenschutzverbände fordern weltweite Lösung

Mit dem "Recht auf Vergessen" haben Personen die Möglichkeit, sie selbst betreffende Inhalte unter gewissen Voraussetzungen aus den Suchindizes entfernen zu lassen. Das Gesetz wirkt zwar nicht an der Quelle selbst, also nicht bei den Betreibern der Webseiten, sondern bei Suchmaschinen. Auch Google muss also Links zu diesen Webseiten aus der Suchmaschine löschen. Damit wird es sehr unwahrscheinlich, dass jemand diese Informationen noch findet, auch wenn der eigentliche Inhalt noch online ist. Google kam bisher mit seinem Unmut über dieses Gesetz nicht gegen die Datenschutzverbände an und diese forderten eine weltweite Lösung.

Geoblocker auch für die US-Websuche

Seit Ende Januar 2016 hat Google nun aber u. a. auch für die US-Version eine Lösung. Der Geoblocker erkennt an der IP-Adresse den Nutzerstandort. Sitzt der Nutzer in Europa, werden auch die Ergebnisse der US-Websuche gefiltert und entsprechende Links entfernt. So will Google den von einigen Datenschutzverbänden angekündigten Klagen zuvorkommen. Denn mit einem Klageerfolg der Datenschützer könnte eine weltweite Löschung von Suchtreffern drohen und dies wäre für Google sicherlich mit einigem Aufwand verbunden.
 
 
Jochen Moschko

 
Jochen Moschko
SEO & QS-Manager
Jochen Moschko arbeitet in den Bereichen Suchmaschinenoptimierung und Qualitätssicherung bei der FAIRRANK GmbH.