Gehören individuelle Preise bald der Vergangenheit an?

Gehören individuelle Preise bald der Vergangenheit an?
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Bei Bestellungen von Waren oder Hotelbuchungen über das Internet bezahlen Kunden oft unterschiedliche Preise. So kostet etwa die Buchung eines Hotelzimmers häufig mehr, wenn sie von einem iPad statt von einem PC aus getätigt wird. Der Grund dafür ist, dass Apple-Nutzer als besonders zahlungskräftige Klientel angesehen werden. Auch bei Käufen in Online-Shops bestimmt die Adresse des Käufers nicht selten das Preisniveau. Der NRW-Verbraucherschutzminister will jetzt gegen individualisierte Preise für Personengruppen und Einzelpersonen im Online-Handel vorgehen. Eine von ihm in Gang gesetzte Initiative soll feststellen, ob die Praxis der individuellen Preisgestaltung durch schärfere Gesetze beendet werden sollte.

Fragwürdige Praxis, die sich auszubreiten droht

Verbraucherschutzminister Johannes Remmel von den Grünen, der auch Vorsitzender der Verbraucherschutzministerkonferenz ist, will nun die individualisierte Preisgestaltung im Internet prüfen. Gegebenenfalls soll mit härteren Gesetzen die Anwendung und weitere Ausbreitung dieser Praxis unterbunden werden. Er prangerte weiterhin an, dass die Ungleichbehandlung in der Preisgestaltung aufgrund eines bestimmten Wohnortes oder bestimmter Konsumgewohnheiten eine unfaire Preispolitik eines großen und weiterhin wachsenden Wirtschaftszweiges seien. Die Gesetze aus der analogen Zeit sind daher überholt und müssen dringend dem digitalen Zeitalter angepasst werden.

Mehrheit lehnt individualisierte Preise ab

Eine vom NRW-Verbraucherschutzministerium beauftrage Umfrage ergab, dass die Mehrheit (57 %) aller befragten Online-Kunden individualisierte Preise ablehne. Immerhin 38 Prozent der Befragten begrüßten die individuelle Gestaltung von Preisen. Für diese Umfrage standen 1000 Verbraucher in Nordrhein-Westfalen zur Verfügung. Von den Befragten wurde allerdings befürwortet, dass besonders treue Kunden mit besonderen Niedrigpreisen belohnt werden dürfen. Explizit abgelehnt wurde allerdings die Praxis, dass nicht wenige Online-Shops für bestimmte Straßen oder Stadtviertel unterschiedliche Preise festsetzen.

Ob und wie lange das noch möglich sein wird, soll nun geprüft werden.


Jochen Moschko

 
Jochen Moschko
SEO & QS-Manager
Jochen Moschko arbeitet in den Bereichen Suchmaschinenoptimierung und Qualitätssicherung bei der FAIRRANK GmbH.