Wie geht es weiter auf dem PC- und Tablet-Markt?

Notebook und Tablet
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Google bringt derzeit sein Android-betriebenes Premium-Tablet "Pixel C" auf den Markt. Gleichzeitig ist weiterhin ein Rückgang auf dem PC-Markt zu beobachten. Dabei stellt sich folgende Frage: Wie sieht die Prognose bezüglich dieser Entwicklung aus?

Zehn Stunden soll der Akku des "Pixel C" durchhalten. Das ist eine stolze Leistung, die auch dem mobilen Android-Betriebssystem zugeschrieben werden muss. Es basiert auf Linux und kommt mit einem weniger anspruchsvollen Prozessor aus, während Microsoft Windows einen teureren x86- oder x64-Prozessor benötigt. Dieser bietet weitaus vielfältigere Möglichkeiten, allerdings greifen immer mehr Nutzer zu einem preiswerten Tablet, wenn es um einfache Dinge, wie beispielsweise dem Surfen im Internet oder dem Schreiben von Texten geht. Das "Pixel C" soll als Premium-Modell lediglich rund 500 EUR kosten – Windows-Tablets kosten nicht selten das Doppelte.

Laut Bitkom möchte dieses Jahr fast jeder dritte Deutsche zu Weihnachten ein Tablet verschenken oder für sich selbst kaufen. Gleichzeitig wird prognostiziert, dass der PC-Markt (Desktop und Notebooks) auch kommendes Jahr weiter schrumpfen soll. Bahnt sich gerade ein grundlegender Übergang vom PC zum Tablet an? Auch wenn das die Zahlen vermuten lassen, wird das wohl nicht der Fall sein.

Warum nicht?

Erstens schreitet die technische Entwicklung heute nicht mehr so schnell voran, wie es beispielswiese in den 80er- und 90er-Jahren der Fall war. Ein heute angeschaffter PC wird im Durchschnitt einfach länger genutzt.

Zweitens ist ein Blick auf Prognosen zur zukünftigen Verteilung der Betriebssysteme neuer Tablets interessant: Bis 2019 soll der Anteil von Tablets, die unter Microsoft Windows laufen, weiter ansteigen. Dies soll zu Lasten von Apples iOS-System (iPad) – dem Pionier aller aktuellen Tablets – sowie Android-basierter Geräte gehen. Hier holen Tablets mit PC-Technologie also auf.

Differenzierung ist notwendig

Man erkennt, dass an dieser Stelle eine Differenzierung notwendig wird. Windows-Tablets könnten technisch gesehen ebenfalls zur Gattung "PC" gerechnet werden. Die Tatsache, dass bei einem Tablet die Tastatur abgenommen werden kann, ändert allein nicht viel an der technischen Architektur des Geräts. Betrachtet man den Markt für klassische PCs, Notebooks sowie Windows-Tablets gemeinsam, wird für 2016 sogar ein Wachstum von einem Prozent erwartet.

Interessant wird es jedoch auf Ebene der Betriebssysteme, da Google sicherlich nicht kampflos den Markt an Microsoft überlassen wird. Noch lässt sich sagen, dass jeder anspruchsvolle Nutzer eher ein Windows-System bevorzugen wird, weil es vielfältigere Möglichkeiten bietet und im Laufe der Jahrzehnte zu einer ausgereiften Arbeitsumgebung gewachsen ist. Mit seinem "Pixel C"-Tablet versucht Google, genau hier anzugreifen. Dank separat bestellbarer Tastatur dürfte dieses Gerät auch für Nutzer interessant werden, die ihr Gerät zum Arbeiten nutzen möchten und es nicht nur als Spielerei betrachten. Allerdings steht dem derzeit gegenüber, dass das Angebot an umfangreicher und ausgereifter Software für Windows wesentlich größer ist, während für Android in erster Linie Apps erhältlich sind, mit denen man einzelne Aufgaben lösen kann, die darüber hinaus jedoch keine oder kaum zusätzliche Funktionalitäten bieten. Erst, wenn sich das ändert, dürfte das Android-Betriebssystem zu einer ernsthaft diskutierten Wahl in den Bereichen werden, in denen Windows derzeit der Platzhirsch ist.


Jochen Moschko

 
Jochen Moschko
SEO & QS-Manager
Jochen Moschko arbeitet in den Bereichen Suchmaschinenoptimierung und Qualitätssicherung bei der FAIRRANK GmbH.