Android 6.0 ist da – über welche Neuerungen dürfen sich Nutzer freuen?

Android 6.0 ist da
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Android 6.0 Marshmallow ist da und das Update hat viele verschiedene Neuerungen und Funktionen im Gepäck. Nutzer profitieren unter anderem von erweiterten Privatsphäre-Einstellungen, einem verbesserten Energiesparmodus und der nativen Unterstützung von Fingerabdrucksensoren.

Datei-Explorer, mehr Privatsphäre und neue Rechteverwaltung

Rund elf Monate nach der Veröffentlichung von Android 5.0 (Codename „Lollipop“) hat Google eine neue Version seines mobilen Android-Betriebssystems fertiggestellt und veröffentlicht. Android 6.0 setzt die Tradition der nach Süßigkeiten benannten Codenamen fort und hört auf den Namen "Marshmallow". Eine neue Funktion bietet der überarbeitete „App Drawer“, der nun eine Suchleiste besitzt, mit der sich gezielt bestimmte Apps schnell und bequem öffnen lassen. Außerdem kann man mit nur einer Displayberührung auf die vier zuletzt genutzten Apps zugreifen und optional über ein seitliches Menü mit den Anfangsbuchstaben alle installierten Applikationen durchsuchen. Das ist nützlich, wenn man besonders viele Apps installiert hat. Unter dem Punkt "Speicher & USB" findet man die erneuerte Speicherverwaltung, in der man sich über den belegten und freien Speicherplatz informieren kann. Neu ist die Schaltfläche "Erkunden", mit der man einen umfangreichen Datei-Explorer öffnen kann. Als Nutzer hat man dort die Möglichkeit, Verzeichnisse im System zu durchsuchen, Dateien zu kopieren oder zu verschieben. Je nach Gerät lassen sich mit der Funktion sogar angeschlossene USB-Sticks und andere Speichermedien verwalten.

Während man in vorherigen Versionen lediglich über die Berechtigungen einer App informiert wurde, hat Google bei Android 6.0 in Sachen Datenschutz und Privatsphäre einen deutlichen Schritt nach vorne gemacht. Die von einer App angeforderten Rechte müssen nun nicht mehr bei der Installation komplett abgenickt werden, sondern werden während der Nutzung explizit abgefragt, sobald eine Funktion genutzt wird, die eine Berechtigung erfordert. In den neuen App-Einstellungen ist es zudem möglich, die App-Berechtigungen nachträglich anzupassen und Apps den Zugriff auf die Standortbestimmung zu verweigern oder das Recht auf die Nutzung der Kamera zu entziehen.

Native Fingerabdruckscanner, Backup-Funktionen und eine verbesserte Akkulaufzeit

Viele Hersteller statten ihre Smartphones und Tablets mittlerweile mit einem Fingerabdrucksensor aus, der ein einfaches Entsperren des Gerätes ermöglicht. Unter Android 6.0 werden Fingerabdrucksensoren nun nativ unterstützt und App-Entwickler können über eine API auf die Funktion zugreifen. Wischgesten, wie sie bei einigen Geräten von Samsung üblich sind, werden nicht unterstützt. Ähnlich wie Apples iPhone muss man als Nutzer lediglich den Finger auf den Sensor legen. Im Zusammenhang mit der Unterstützung von Fingerabdrucksensoren steht auch Android Pay. Der mobile Bezahldienst ist Bestandteil der neuen Android-Version und ermöglicht das kontaktlose Bezahlen über NFC („Near Field Communication“) mit Hilfe von hinterlegten Kreditkartendaten – zunächst allerdings nur in den USA. Auch hier wird der Fingerabdruck zur Verifikation verwendet.

Im Bereich Datensicherheit hat Google bei der neuen Version seines mobilen Betriebssystems ebenfalls nachgelegt und eine automatische Backup-Funktion implementiert. Alle 24 Stunden wird ein Backup automatisch in die Cloud zu Google Drive hochgeladen und ermöglicht im Fall der Fälle eine einfache Wiederherstellung des Gerätes. Gesicherte App-Inhalte dürfen jedoch maximal 25 Megabyte groß sein.

In Android 6.0 wird die Akkulaufzeit weiter verbessert. Die „Doze“ genannte Funktion arbeitet selbstständig und regelt den Akkuverbrauch auf Basis des persönlichen Nutzungsverhaltens, etwa über das Zurückschrauben von Hintergrundaktivitäten und Benachrichtigungen. Außerdem wird nachts bei Bedarf ein besonderer Low Power-Modus aktiviert, der sich positiv auf die Standby-Zeit des Gerätes auswirken soll.


Jochen Moschko

 
Jochen Moschko
SEO & QS-Manager
Jochen Moschko arbeitet in den Bereichen Suchmaschinenoptimierung und Qualitätssicherung bei der FAIRRANK GmbH.