Vor fünfundzwanzig Jahren erschien Windows 3.0

Windows 3.0 erschien vor 25 Jahren
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Vor 25 Jahren – im Mai 1990 – erschien die erste sehr erfolgreiche Version des Windows-Betriebssystems von Microsoft. Sie bildete die Grundlage für die Nachfolgeversionen 3.1 und 3.11, die umfangreiche Netzwerkfunktionen enthielten.

Grafische Benutzeroberflächen waren damals schon seit einigen Jahren erhältlich, aber die meisten Nutzer kannten sie lediglich aus Computerzeitschriften. Bekannte Vertreter waren IBMs OS/2, welches bis zum Auftreten von Differenzen noch gemeinsam mit Microsoft entwickelt wurde, GEM von Digital Research und Microsofts Windows 2.X, das in den separaten Varianten Windows/286 und Windows/386 – angepasst an die jeweilige Prozessorgeneration – angeboten wurde und durch die prägnanten, schwarz hinterlegten Fenstertitel auffiel. Die meisten Programme arbeiteten damals jedoch noch im Textmodus und DOS-Betriebssysteme beherrschten den Massenmarkt.

Im Laufe des Jahres 1990 begann sich das grundlegend zu ändern. Auf immer mehr Bildschirmen sah man nun die aufgeräumte Oberfläche von Windows 3.0. Dank WYSIWYG („What you see is what you get“ – Texte und Bilder erscheinen auf dem Bildschirm so, wie sie später auch in gedruckter Form aussehen) wurde Word eine sehr beliebte Anwendung hierfür und immer mehr Anbieter begannen, eigene Anwendungen für Windows zu entwickeln.


Screenshot Windows 3.0 (1990)

Noch kein eigenständiges Betriebssystem

Bei Windows 3.X handelte es sich noch nicht um ein eigenständiges Betriebssystem, sondern um einen grafischen Aufsatz für DOS, letzteres benötigte man weiterhin. Erst fünf Jahre später, mit dem Erscheinen von Windows 95, erhielt Windows den Status als „richtiges“ Betriebssystem, obwohl DOS auch hier technisch gesehen noch als Unterbau diente.

1992 erschien das überarbeitete Windows 3.1, dessen Benutzeroberfläche noch aufgeräumter aussah und dessen Fähigkeiten, insbesondere im Umgang mit Netzwerken, stark erweitert wurden – genau die richtige Weichenstellung, denn zur selben Zeit entwickelte Tim Berners-Lee das Konzept für das World Wide Web, welches ab Mitte der 1990er-Jahre eine enorme Popularität erlangte und heute kaum mehr wegzudenken ist. Es war das erste Windows, auf dem der später erschienene „Internet Explorer“ lauffähig war.

1993 erschien „Windows for Workgroups 3.11“, dessen Netzwerkfähigkeit weiter ausgebaut wurde und sich in erster Linie an Firmenkunden mit eigenem Netzwerk richtete, aber beim Kauf eines neuen Computers häufig als OEM-Version beilag und somit auch bei vielen Privatnutzern Verwendung fand.

Grafische Benutzeroberflächen und das World Wide Web

Man kann sagen, dass der Durchbruch grafischer Benutzeroberflächen, wie Windows, auch den des World Wide Webs begünstigt haben. Text kann in verschiedenen Größen und Stilen dargestellt werden, Bilder und Videos können angezeigt werden. Zwar gab es auch textbasierte Browser, die – außer bei Technikbegeisterten – aber kaum Anklang fanden.

Einen so bemerkenswerten Wandel, wie den von DOS zu Windows 3.X, wird es in den kommenden Jahren oder Jahrzehnten wohl kaum wieder geben.


Jochen Moschko

 
Jochen Moschko
SEO & QS-Manager
Jochen Moschko arbeitet in den Bereichen Suchmaschinenoptimierung und Qualitätssicherung bei der FAIRRANK GmbH.