EuGH-Urteil: Auch Bing stellt Formular für Löschanträge zur Verfügung

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Gut zwei Monate nachdem der Europäische Gerichtshof den Suchmaschinengiganten Google dazu verpflichtet hat, unter bestimmten Voraussetzungen Links aus der Suchergebnisliste zu löschen, bietet nun auch die Microsoft Suchmaschine Bing ein Formular für Löschanträge an.

Damit diese bearbeitet bzw. genehmigt werden können, müssen in einem ersten Schritt Angaben zu Identität und Wohnsitz gemacht werden, die durch ein hochladbares Dokument nachzuweisen sind. Zusätzlich will Microsoft wissen, ob der Antragssteller eine tragende Rolle in der Gesellschaft oder der Gemeinde innehat, z. B. als Politiker, Prominenter, Lehrer, Polizist oder Arzt. Im letzten Schritt muss für jeden einzelnen Link der entfernt werden soll eine Erklärung für den Grund der Löschung angegeben werden.

„Diese Informationen helfen uns, in Übereinstimmung mit europäischem Recht zwischen Ihrem individuellen Interesse am Schutz der Privatsphäre und dem öffentlichen Interesse an freier Meinungsäußerung und freier Verfügbarkeit von Informationen abzuwägen. Ein Antrag ist daher keine Garantie dafür, dass ein bestimmtes Suchergebnis gesperrt wird.“ heißt es in dem Formular.

Den Stein ins Rollen brachte der Fall eines Spaniers, dessen Name in den Suchergebnissen im Zusammenhang mit einer jahrelang zurückliegenden Immobilienpfändung ausgegeben wurde. Google griff bei seiner Suche auf ein nachträglich digitalisiertes Zeitungsarchiv zurück, welches einen Artikel aus dem Jahre 1998 enthielt. Dagegen klagte die betroffene Person mit Erfolg.


Jessica Gerner