Neue Top-Level Domains (TLD) – wirklich Top oder doch eher Flop?

Top Level Domains
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Von Tag zu Tag wächst das World Wide Web.  Alleine im Jahre 2012 wurden 51 Millionen neue Homepages registriert. Das sind knapp 140.000 Stück pro Tag – alle mit einem anderen Namen. Früher konnte man bei der Namensgebung nur zwischen Standard-Endungen wie zum Beispiel  .COM, .ORG,… oder Länderkürzeln wie .DE,  .AT, .CH,… wählen. Kein Wunder, dass hier irgendwann einmal das Potenzial leicht einprägsamer Adressen unter den bereits vorhandenen Domain-Endungen ausgeschöpft war. Damit auch neue Internetnutzer eine gute Adresse für ihre Webpräsenz auswählen können, hat die Internet Corporation for Assigned Names and Numbers (ICANN)  in einem ersten Schritt von Unternehmen oder Organisationen gesponserte Erweiterungen eingeführt. Bekannte Beispiele sind die Endungen .MUSEUM, .JOBS, .AERO.

In einem zweiten Schritt konnte man sich ab Januar 2012, in einer weiteren Aktion, um die Einführung einer Wunsch-Endung bewerben. Ab Oktober 2013 wurden dann sukzessive die ersten individuellen Domain-Endungen freigeschaltet. Als Beispiel kann die bereits 2005, eigens für die Bewerbung, gegründete dotBERLINGmbH & Co. KG genannt werden . Nach jahrelanger Planung und Vorbereitung wurde dem Antrag auf eine .BERLIN-Domain  im Mai 2013 stattgegeben. Knapp ein Jahr später war des dann endlich soweit und .BERLIN wurde offiziell eingeführt.  Nachdem zu Beginn nur Markeninhaber die Domain verwenden durften, wurde sie am 18.03.2014 für jeden freigegeben und verzeichnete innerhalb weniger Minuten einen rasanten Zuwachs. Neben Berlin gibt zum Beispiel auch die Domain-Endungen .KOELN, .HAMBURG, .BAYERN, .NRW,…

Auswirkungen auf die Suchmaschinenoptimierung

Inwiefern sich neue Top Level Domains auf die Suchmaschinenoptimierung auswirken, ist noch unklar. Wie Google auf der newdomains 2013-Konferenz im Oktober 2013 bestätigte, werden zumindest kurzfristig keine verbesserten Rankings erzielt, nur weil zum Beispiel eine Domain mit regionalem Bezug zu Berlin auch mit .BERLIN endet. Wie sich die Situation mittel-bzw. langfristig entwickelt, bleibt aber abzuwarten. Sicher ist, dass Google stets die besten Ergebnisse liefern möchte, und zwar die mit der höchsten Relevanz für den User. Wenn die neuen Domain-Endungen zuverlässige Signale liefern können, werden sie sicher ein Relevanz-Kriterium für den Google Suchalgorithmus sein. Daher ist es nicht unwahrscheinlich, dass insbesondere geoTLD’s bei einer lokalen Suche irgendwann eine hohe Relevanz zugerechnet wird. Nichtsdestotrotz kann man mit diesen Städte-Domains sicher auch jetzt schon, zumindest als Anbieter mit regionalem Bezug, für einen guten Eindruck sorgen.

Um Ihnen einen kleinen Vorgeschmack darauf zu geben, was Sie in Zukunft erwartet, finden Sie hier eine Liste von bereits existierenden Domain-Endungen.