Yahoo plant YouTube-Konkurrenz

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YouTube, das derzeit größte Videoportal der Welt, soll Konkurrenz bekommen. Das amerikanische Internetunternehmen Yahoo äußerte nach Angaben des Wall Street Journal Interesse am Video-Dienst „News Distribution Network“ (NDN) und ist laut Insiderinformationen bereit, ca. 300 Millionen US-Dollar zu bezahlen.

Die Gespräche stehen allerdings noch am Anfang und eine Einigung wird frühestens in einigen Wochen erwartet. Ebenso ist es möglich, dass der Deal noch scheitert.

Mit einer Übernahme der Video-Plattform könnte Yahoo besser mit Google und dessen Video-Dienst YouTube konkurrieren.
Im Gegensatz zu YouTube, werden bei NDN allerdings keine selbsterstellen Videos veröffentlicht. Das Unternehmen besitzt bereits eine breite Sammlung von Videoclips aus der Zusammenarbeit mit verschiedenen Partnern, wie beispielsweise TV-Nachrichtensendern.  Die in den Videos behandelten Themen stammen zum Beispiel aus den Bereichen Nachrichten, Sport, Politik und werden an Zeitungen und andere Webseiten verkauft. Somit würde Yahoo auf einen Schlag Zugang zu einem riesigen Pool neuer Seiten erhalten. Darüber hinaus kursieren Gerüchte über ein Abwerben erfolgreicher YouTube-Stars, damit diese ihre Videos später auf der Yahoo-Plattform veröffentlichen.

Mit der Akquisition von NDN forciert Marissa Mayer, Vorstandsvorsitzende von Yahoo und ehemals Vizepräsidentin bei Google, ihre Strategie, über Online-Dienste die User länger auf den Seiten von Yahoo zu halten.

Seit Mayers Eintritt im Sommer 2012 kaufte das Internetunternehmen einige Start-Ups sowie im vergangen Jahr die beliebte Blogging-Plattform Tumblr auf. Dass Yahoo am Aufbau eines Video-Dienstes interessiert ist, ist nichts Neues. Bereits im Jahr 2013 wurden Bemühungen unternommen, sich an der französischen Video-Plattform Dailymotion zu beteiligen. Diese scheiterten jedoch an der Zustimmung der französischen Regierung. Auch ein möglicher Kauf von Hulu, einer Plattform auf der Serien und Filme online geschaut werden können, kam zu keinem positiven Ergebnis.

Insofern bleibt abzuwarten, wie sich die jüngsten Ereignisse entwickeln. Eins steht jedoch fest: mit einer Übernahme von NDN könnte Yahoo seine Position Google gegenüber zumindest ein Stück weit verbessern.

 

Jessica Gerner