Neues von Google Glass

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Im Hause Google arbeitet man weiterhin an der Datenbrille „Glass“. Sie enthält einen kleinen Bildschirm, der sich direkt vor dem Auge des Benutzers befindet, hört auf Sprachbefehle und kann Videoaufnahmen anfertigen. Über eine Internetverbindung können z. B. Wetterinformationen oder Daten zu Flügen abgerufen werden, die dem Benutzer vor seinem Auge angezeigt werden. Quellen zufolge könnte die Markteinführung dieses Jahr stattfinden.

Doch bereits vor der Markteinführung sorgen diverse Fälle für Aufsehen, bei denen einige der – bisher wenigen – Testnutzer angeeckt sind. So wurde Ende letzten Jahres in Seattle ein Besucher seines Stammlokals verwiesen, nachdem er sich weigerte, seine Datenbrille abzunehmen. Als Grund gab der Restaurantbesitzer an, dass das Filmen oder Fotografieren seiner Gäste ohne deren Einwilligung nicht erlaubt sei. In einem anderen Fall wurde eine Autofahrerin im kalifornischen San Diego verwarnt, weil sie „Glass“ während des Autofahrens trug. Aus Mangel an Beweisen wurde die Verwarnung später wieder aufgehoben.

Es zeichnet sich ab, dass in der Zeit nach der Markteinführung der Datenbrille – wie es auch beim Mobiltelefon der Fall war – einige rechtliche Unsicherheiten hinsichtlich der Nutzung bestehen dürften. Auch die Presse wird anfangs vermutlich über jeden bekanntgewordenen Zwischenfall mit Google Glass berichten, so wie es Ende der 90er-Jahre bei Mobiltelefonen der Fall war. So wurde damals unter anderem berichtet, dass ein Japaner beim Telefonieren gegen einen Baum gelaufen sei. Oder wie bei Autos, die im Wasser landen, weil das Navigationssystem das dem Fahrer befohlen haben soll.

Benimmregeln sollen Abhilfe schaffen

Google hat mittlerweile Benimmregeln für den Umgang mit Glass veröffentlicht. Darin wird Nutzern geraten, andere Personen um Erlaubnis zu fragen, bevor sie gefilmt oder fotografiert werden. Auch soll man die Brille nicht tragen, während man Extremsport-Aktivitäten nachgeht. Doch es ist illusorisch, dass sich jeder Nutzer daran halten wird. Achten Sie auf der Autobahn einmal darauf, wie viele Verkehrsteilnehmer immer noch mit Handy am Ohr unterwegs sind, obwohl das seit Jahren mit einem Bußgeld belegt wird. Es scheint möglich, dass die Markteinführung in einigen Ländern später stattfinden wird, falls sich herausstellen sollte, dass Glass mit verschiedenen Gesetzen nicht konform ist.

Immerhin ist ein Schritt in Richtung Datenschutz bereits getan: Google will zunächst keine Apps erlauben, die der Gesichtserkennung dienen. Theoretisch wäre es sonst beispielsweise möglich, Freunde aus einer Menschenmenge „herauszufiltern“.

Und trotz allen Fortschritts auch im Bereich der Spracherkennung scheint noch etwas klar zu sein: Google Glass wird weder herkömmliche Computer und Tablets, noch die klassische Google-Suche ersetzen. Die Nutzung einer Tastatur und eines großen Bildschirms ist nach wie vor die effizienteste Weise, um zu Arbeiten oder nach Informationen zu suchen. Ganz davon abgesehen, dass nicht jeder seine Suchanfragen laut herumposaunen möchte.

 

Jochen Moschko

 
Jochen Moschko
SEO & QS-Manager
Jochen Moschko arbeitet in den Bereichen Suchmaschinenoptimierung und Qualitätssicherung bei der FAIRRANK GmbH.