Rückblick auf die Content Marketing Conference 2014

© Anja Zielke

„Content betrifft jeden, der online aktiv ist“: So beschreibt die Contilla GmbH als Veranstalter der Content Marketing Conference ihre Zielgruppe. Und tatsächlich war am ersten Tag der CMC vom Branchenriesen über Verlage und Redaktionen bis hin zu Agenturen aller Art und Größe alles vor Ort vertreten. Spätestens mit dem Besuch dieser Veranstaltung dürfte auch dem letzten Zweifler klar sein: Ohne relevante (!) Inhalte kommt im Internet kein Unternehmen mehr weiter. Suchmaschinenoptimierung spielt dabei eine entscheidende Rolle, aber auch imagebildende Maßnahmen sowie Marken- und Kundenbindung sind wichtige Effekte bei der professionellen Erstellung und Verbreitung von Inhalten.

Zielgruppenorientierte Inhalte mit Mehrwert schaffen

Gleich zu Beginn der Konferenz wird klar: Bei der Definition von Content Marketing existieren in den Köpfen der Praktiker sehr individuelle Vorstellungen. Die einen sind der Meinung, schon immer Content Marketing betrieben zu haben, andere sehen dabei nicht nur die digitalen Kanäle, sondern z.B. auch das klassische Filialgeschäft. Unterm Strich geht es jedoch immer darum, seine Inhalte auf den Bedarf der Nutzer auszurichten. Informativ, beratend oder unterhaltend soll die Zielgruppe angesprochen werden – das Produkt oder die Dienstleistung steht dabei nicht im Vordergrund. Bewährte Formen sind Infografiken, Videos und Ratgeber als PDF zum Herunterladen – die im besten Fall durch zahlreiches Weiterverlinken und Teilen in sozialen Netzwerken eine entsprechend hohe Reichweite erzielen. Das Spannende daran: Die Vielfalt und Möglichkeiten vorhandener Online-Kanäle und -Werkzeuge können jedes Unternehmen dabei unterstützen, Inhalte zielgruppengenau zu platzieren und die Erfolge zu messen.

Alte Denkmuster aufbrechen und über den Tellerrand schauen

Viele große Unternehmen haben die Zeichen der Zeit erkannt und ihre Kommunikation neu organisiert. Bei Siemens gibt es seit bald einem Jahr einen reellen Newsroom, der von Marketing über PR bis hin zu Social Media alle an der Unternehmenskommunikation Beteiligten an einen Tisch bringt. Eine große Monitorwand informiert laufend über alle wichtigen Aktivitäten. Auch die Maßnahmen verfolgen neue Ansätze: Für die Aktion „Siemens Answers“ hat das Unternehmen bspw. renommierte Dokumentarfilmer losgeschickt, um Menschen zu porträtieren, die in irgendeiner Form von Siemenstechnik profitieren – völlig losgelöst von Unternehmensfilmen alter Schule mit klar definierten Werbebotschaften.

Content-Distribution gewinnt an Bedeutung

Ein wichtiger Aspekt für den Erfolg von Content Marketing ist das sogenannte Seeding, also die initiale, themenrelevante und zielgruppengenaue Platzierung von Inhalten. Auf diesen Bereich hat sich plista spezialisiert. Das Anfang des Jahres von der Mediaagentur-Gruppe Group M übernommene Unternehmen nutzt die Reichweite erfolgreicher großer Sites, um dort Content aller Formate im Auftrag seiner Kunden zu platzieren. Alternativ oder ergänzend dazu bietet sich die manuelle Recherche relevanter Sites an, die persönlich kontaktiert werden. Wofür man sich entscheidet, ist eine Frage des Budgets und der Besonderheiten der Zielgruppe.

B2B im Mittelstand: neue Wege gehen

Wer erfolgreiches Content Marketing betreiben möchte, braucht zunächst eine klare Sicht auf sich selbst als Unternehmen und konkrete Ziele. „Wofür stehen wir?“, „Wen wollen wir ansprechen?“ und „Was wollen wir damit erreichen?“ sind die Kernfragen, die am Anfang jedweder Aktivität stehen. Diese Fragen stellte sich zunächst auch die item Industrietechnik GmbH. Als dann vom „Interesse wecken“ bis zum „Download White Paper“ die komplette Reise durchs Netz der potenziellen Käuferschaft skizziert war, startete der mittelständische Anbieter von Alu-Profilsystemen für industrielle Anwendungen mit den ersten Maßnahmen. White Paper wurden erstellt, Videos mit eigenen Mitarbeitern gedreht und gezielte Aktionen zur Anforderung von Musterpaketen gefahren. „Angefangen haben wir mit drei Leuten aus dem Team und der Unterstützung einer Agentur, heute kümmern sich intern 16 Mitarbeiter um das internationale Content Marketing“, erklärt Axel R. Dorfer, Head of Channel Marketing bei item. Aktuell ist das Team dabei, eine Matrix
für die interne Contentweiterverwertung zu erstellen – um einmal erstellte Inhalte ganz effizient auch für weitere interne Zwecke nutzen zu können.

Fazit: Ob KMU oder Konzern, jedes Unternehmen hat seine eigenen Inhalte. Wer sich nach außen transparent zeigt, kann Aufmerksamkeit und vor allem das notwendige Vertrauen gewinnen, um sich als Experte zu positionieren und auch gegenüber Mitbewerbern durchzusetzen. Ohne Frage braucht Content Marketing professionelle Unterstützung und erfordert nicht unerheblichen Zeiteinsatz, aber schon mit einem kleinen Team kann der Grundstein für dauerhafte Erfolge gelegt sein – auch international.

 

Anja Zielke

 
Anja Zielke
Teamleiterin Online-Redaktion
Anja Zielke arbeitet als Teamleiterin der Online-Redaktion der FAIRRANK GmbH.