Das neue Google Maps ist da

© vege - Fotolia.com
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Nach einer ausgiebigen Testphase hat Google nun die neue Version seines Kartendienstes „Maps“ für die Öffentlichkeit freigegeben. Wir haben einen Blick auf die neue Version geworfen.

Da ist es nun, das neue Google Maps. Wer den Kartendienst aufruft, wird die Frischzellenkur sofort bemerken. Die Karten wirken klarer und die Bedienelemente sind übersichtlicher angeordnet. Nach dem ersten Schock („Oh nein, alles ist anders!“) freundet man sich jedoch schnell mit der geänderten Benutzerführung an.

Eine Verbesserung fällt schnell ins Auge: Das Zoomen innerhalb der Karte geht deutlich flüssiger vonstatten, als es früher der Fall war. Was Konkurrent Microsoft bei seinem eigenen Kartendienst Bing Maps schon vor längerer Zeit gut umgesetzt hatte, ist mit der neuen Version auch bei Google Maps angekommen.

Woran man sich erst gewöhnen muss: durch die elegant puristische neue Benutzeroberfläche erschließen sich dem Nutzer nicht alle Funktionen auf den ersten Blick. Wer eine Route berechnen oder sich kurz vor dem Feierabend die Verkehrslage auf der Autobahn ansehen möchte, muss nun erst mit der Maus in das Suchfeld klicken, damit die besagten Funktionen sichtbar werden.

Zugverbindungen und Flüge suchen

Der Routenplaner, mit dem man seit einiger Zeit auch nach Zugverbindungen und Flügen suchen kann, lässt sich nun leichter bedienen und ist übersichtlicher geworden. Bei letzteren greift Google auf seinen neuerdings auch in Deutschland verfügbaren Dienst Google Flights zurück.


Auch wenn die tatsächliche Flugroute viel weiter nördlich verläuft, ist die Flugsuche mit Google Maps dennoch eine interessante Angelegenheit.

Auch Google Street View wurde optimiert. Anstatt, dass die Landkarte wie früher – oftmals störend – in eine Ecke verkleinert wird, klappt sich nun am unteren Rand eine ganze Leiste aus. Dort finden sich, neben der Landkarte, auch Fotos aus der Umgebung, die Sehenswürdigkeiten, aber manchmal auch graue Straßenzüge zeigen. Ein Klick auf eines der Bilder führt den Nutzer innerhalb von Street View zu dem gezeigten Ort. Durch diese Leiste wird die Benutzererfahrung stark verbessert, da die Trennung zwischen den Straßenaufnahmen und anderen Elementen nun wesentlich sauberer vonstatten geht.

Schön ist die neue Kompassnadel, die einem beim Betrachten von Streetview-Aufnahmen die Orientierung wesentlich erleichtert. Auch wirkt das Drehen der Kamera jetzt viel dynamischer, als es vorher der Fall war.

Einfacher Switch zu Google Earth

Bei der Verwendung eines OpenGL-fähigen Webbrowsers (z. B. Mozilla Firefox) kann der Nutzer nun zu Google Earth wechseln. In diesem Fall befindet sich unten links ein Bedienfeld mit der Option „Earth“, in nicht kompatiblen Browsern wird dem Nutzer an dieser Stelle die altbekannte, klassische Satellitenansicht angeboten. Die Steuerung von Google Earth wirkt im Browser etwas hakeliger, als es in der Desktop-Variante der Fall ist. Dennoch ist es beachtlich, was Google hier allein innerhalb des Browserfensters möglich gemacht hat, ohne das vorher Software heruntergeladen werden muss. Durch Neigen der Ansicht werden, wie schon länger aus der Desktop-Version bekannt, Berge und Hügel plastisch sichtbar. Für einen hohen Realismus sorgt der diesige Effekt, der über weiter entferntes Terrain gelegt wird.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass man im Hause Google gute Arbeit geleistet hat. Bewährte Funktionen und Elemente wurden beibehalten und auf sinnvolle Weise verbessert. Wer früher schon Maps verwendet hat, wird sich innerhalb der neuen Version schnell zurecht finden und sie wahrscheinlich nach kurzer Zeit gegenüber der alten Version bevorzugen.
 

Jochen Moschko

 
Jochen Moschko
SEO & QS-Manager
Jochen Moschko arbeitet in den Bereichen Suchmaschinenoptimierung und Qualitätssicherung bei der FAIRRANK GmbH.