Wie unterscheidet sich die Google-Suche auf einem Desktop-PC von der auf einem mobilen Gerät?

Diese Frage dürften sich viele Webseiten- oder Shop-Betreiber stellen – und sie ist definitiv berechtigt, denn immer mehr Nutzer sind mit mobilen Geräten (Smartphones, Tablets) im Internet unterwegs, wie auch die ARD/ZDF Onlinestudie 2013 belegt.

Seitens Google gab es zu diesem Thema vor einiger Zeit einen interessanten Hinweis, genaugenommen von John Mueller, Webmaster Trends Analyst bei Google, den er in einer seiner deutschsprachigen „Webmaster-Sprechstunden“ gab (hier finden Sie das Video, siehe ab Minute 46:30).

Auf die Frage, ob Google für mobile Seiten einen eigenen Suchindex plant, verneinte er dies. Gleichzeitig wies er darauf hin, dass auf Smartphones für diese Geräte weniger geeignete Seiten möglicherweise weiter unten in den Suchergebnissen erscheinen werden, als es sonst der Fall wäre (sprich: auf „klassischen“ Desktop-PCs). Als Beispiele für weniger Smartphone-taugliche Seiten nannte er solche, die größtenteils auf Flash basieren oder große Videos enthalten.

Welche Schlüsse man hieraus ziehen kann

Google plant laut eigener Aussage derzeit also keinen separaten Suchindex für mobile Seiten und Geräte. Ein möglicher Grund könnte darin liegen, dass die meisten Smartphones Webseiten mittlerweile genauso gut darstellen können, wie es bei Webbrowsern auf Desktop-PCs der Fall ist – wenn man einmal von der wesentlich geringeren Bildschirmgröße absieht.

Vor wenigen Jahren sah die Situation noch anders aus, als das mobile WAP-Format noch eine höhere Verbreitung hatte. Heute wird vielmehr auf sog. „Responsive Webdesign“ gesetzt, bei welchem die besuchte Website erkennt, von welchem Gerätetyp aus sie aufgerufen wird und die Inhalte entsprechend formatiert ausgibt, in diesem Fall bspw. für die Darstellung auf einem kleinen Smartphone-Bildschirm optimiert.

Was die Verwendung von Flash-Content und Videos angeht, ist man als Webseiten- oder Shop-Betreiber sowieso gut beraten, hiermit sparsam umzugehen: Nicht jeder Nutzer hat den zur Wiedergabe von Flash-Inhalten notwendigen „Flash Player“ installiert. Auch enthält das iOS-Betriebssystem von Apple (iPhone, iPad usw.) von vornherein keine Flash-Unterstützung. Aus diesem Grund sollten Flash-Inhalte vorzugsweise nur als optionales „Extra“ bereitgestellt werden. Und große Videos können nicht nur auf mobilen Endgeräten ein Ärgernis darstellen, sondern auch in ländlichen Gegenden am Desktop-PC zur Qual werden, wenn hier noch keine schnellen DSL-Leitungen verfügbar sind. Auch hier gilt: Dem Besucher sollte nicht ungefragt ein Video vorgespielt werden, sondern nur dann, wenn er dies explizit wünscht.

Fazit

Wer mit seiner Website oder seinem Shop auch die Nutzer mobiler Geräte ansprechen möchte, sollte diese Punkte beherzigen und sich in die Lage mobiler Nutzer versetzen. Lange Ladezeiten, viel Flash-Content und große Videos sollten hier vermieden werden. Berücksichtigt man das, senkt man die Gefahr, auf mobilen Geräten in den Google-Suchergebnissen heruntergestuft zu werden.

Weitere Infos zu Suchmaschinenoptimierung und Usability-Optimierung.

 

 
Jochen Moschko
SEO & QS-Manager
Jochen Moschko arbeitet in den Bereichen Suchmaschinenoptimierung und Qualitätssicherung bei der FAIRRANK GmbH.