BitCoins – eine sinnvolle Währung für Online-Shops?

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Wer hat noch nicht davon gehört: „BitCoins“, die virtuelle Währung, ist derzeit in aller Munde. Doch wer hat tatsächlich schon mal damit bezahlt? Für Betreiber von Online-Shops stellt sich in letzter Zeit häufig die Frage: Soll ich BitCoins als Zahlungsmittel akzeptieren? Welche Chancen, aber auch welche Risiken ergeben sich dadurch?

Bei „BitCoins“ handelt es sich – stark vereinfacht gesagt – um eine virtuelle Währung, bei der Transaktionen über ein P2P-Netzwerk abgewickelt werden. Als virtuelles Portemonnaie dient eine Software, in welcher kryptographische Schlüssel abgelegt werden kann, die wiederum den Wert repräsentieren sollen.

Vor wenigen Tagen war bei SPIEGEL Online zu lesen, dass BitCoins an einer Tokioer Börse beinahe zu einem Wert gehandelt wurden, der dem von Gold entspricht.

Die Zahl an Online-Shops, die diese neuartige, virtuelle Währung bereits akzeptieren, hat einen durchaus respektablen Wert erreicht, hält sich bislang aber dennoch in Grenzen. Eine Verfügbarkeit auf breiter Front sieht jedenfalls anders aus.

Mögliche Risiken

Das größte Risiko beim Handel mit BitCoins dürfte in den zum Teil extremen Währungsschwankungen gegenüber klassischen Währungen liegen (siehe https://www.bitcoin.de/de). Wer heute ein Geschäft abwickelt und BitCoins annimmt, könnte theoretisch schon morgen beim Rückumtausch in klassisches Geld eine böse Überraschung erleben – falls der Kurs über Nacht fallen sollte. Dieses Risiko besteht grundsätzlich bei jeder Währung, doch stehen hinter diesen die großen Zentralbanken, die um eine gewisse Stabilität bemüht sind. Bei BitCoins existiert eine derartige Institution nicht.

Im Augenblick entwickelt sich der Kurs jedoch in die entgegengesetzte Richtung. Innerhalb des letzten Monats (vom 04.11. bis zum 04.12.2013) stieg der BitCoin-Kurs von weniger als 200 EUR auf über 800 EUR, was mehr als einer Vervierfachung des Werts entspricht (Quelle: https://www.bitcoin.de/de). In Zeiten niedriger Zinsen auf dem Kapitalmarkt mag diese Möglichkeit zur Geldvermehrung verlockend zu sein. Sollte sich die aktuelle Kursentwicklung jedoch als Blase entpuppen, könnte dies – je nach Zeitpunkt des BitCoin-Kaufs – starke Verluste zur Folge haben. Diese Befürchtung teilen auch Insider. Eine derartige Wertsteigerung innerhalb eines so kurzen Zeitraums sollte Interessenten jedenfalls zur Vorsicht mahnen.

Die Kursentwicklung von BitCoins gegenüber klassischen Währungen, wie dem Euro oder dem US-Dollar, dürfte jedoch nicht direkt etwas über den Wert innerhalb der BitCoin-Währung aussagen. Verkauft ein Shop-Betreiber bspw. eine Ware im Wert von 100 BitCoins und fällt der Wechselkurs gegenüber dem Euro und dem US-Dollar anschließend stark ab, so besteht für ihn die theoretische Möglichkeit, dass er mit diesen 100 BitCoins kurz darauf noch etwas kaufen kann, was in etwa dem Wert der ursprünglichen Ware entspricht. Ob das wirklich so ist, wird sich jedoch erst im individuellen Fall zeigen und darauf sollte man nicht setzen. Zumindest mittelfristig dürfte sich der Wechselkurs innerhalb des BitCoin-Systems an den Wechselkurs zu den klassischen Währungen anpassen.

Möglichkeit der Fälschung

Wie richtiges Geld lassen sich auch BitCoins fälschen. Das Bundeskriminalamt nahm jüngst mehrere Männer fest, die im Verdacht stehen, mit Hilfe eines durch mit Malware infizierten Rechnern betriebenen Botnetzes BitCoins im Wert von über 700.000 EUR illegal „produziert“ zu haben.

Fazit

Wer als Shop-Betreiber BitCoins als Zahlungsmittel akzeptieren möchte, sollte sich vorher unbedingt mit der Materie vertraut machen und sich kritisch mit den Umgebungsbedingungen und Risiken dieser neuartigen, virtuellen Währung auseinandersetzen. In einer Analyse über das Thema „virtuelle Währungen“ weist die Europäische Zentralbank ausdrücklich auf deren Risiken hin (siehe http://www.ecb.europa.eu/pub/pdf/other/virtualcurrencyschemes201210en.pdf, Seite 48), darunter auf mangelnde Stabilität aufgrund der begrenzten Anbindung an die Realwirtschaft.


Hinweis: Dieser Artikel stellt ausdrücklich keine Empfehlung für oder gegen die hier behandelten Währungen dar. Es handelt es sich lediglich um eine allgemeine Abhandlung des Themas. Eine Gewähr für die Vollständigkeit und Richtigkeit der Angaben wird nicht übernommen.

 

 

Jochen Moschko