Google hebt jetzt auch in Deutschland ab – Flüge suchen mit „Google Flights“

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Wer nutzt nicht das Internet, um sich über Flüge an ein gewünschtes Ziel zu informieren? Neben den Webseiten der Luftfahrtgesellschaften sowie deren Zusammenschlüssen (z. B. www.staralliance.com) bieten auch immer mehr unabhängige Anbieter die Möglichkeit, nach Flügen zu suchen. Der entscheidende Vorteil hierbei ist, dass ein Großteil des Marktes einbezogen wird und nicht nur das Kontingent einer einzelnen Luftfahrtgesellschaft bzw. das deren Zusammenschlusses.

Neuerdings spielt auch Google in diesem hart umkämpften Segment mit. „Google Flights“ ist nun auch in Deutschland verfügbar, nachdem es bereits seit einiger Zeit schon in den USA genutzt werden kann.

Der Dienst erscheint, wie sollte es anders sein, im altbekannt schlichten Google-Design. Ein interessantes Feature: eine Landkarte markiert den eigenen Standort und rundherum werden potentielle Reiseziele samt Preisangabe angezeigt. So können Urlauber mit knappem Geldbeutel ohne hohen Aufwand ihre möglichen Reiseziele ermitteln – sollte man jedenfalls meinen. Bei genauerem Hinsehen und spätestens bei der Anzeige der möglichen Verbindungen wird jedoch klar, dass hier in erster Linie die großen, renommierten Fluggesellschaften, wie die Lufthansa, deren Tochtergesellschaft Germanwings oder KLM erscheinen.

Führen wir einen Test durch und buchen einen Flug von Frankfurt nach London: Für den Hinflug wählen wir als Datum den 21.11., der Rückflug soll vier Tage später stattfinden. Günstigstes Angebot laut Google Flights: 178 EUR mit der Lufthansa.

Nun schauen wir bei Ryanair: Derselbe Flug (einschl. Rückflug) kostet hier nur 64 EUR – allerdings ohne Steuern und Zusatzkosten. Letztere fallen an, wenn beispielsweise außer dem Handgepäck noch ein weiteres Gepäckstück aufgegeben werden soll (Aufpreis hier: 30 EUR). Auch wartet das Flugzeug in Frankfurt-Hahn – der Name kann verwirren, dieser Flughafen ist nämlich rund 100 km von der Frankfurter City entfernt. Auch wird man – ohne Aufpreis – weniger Service als an Bord einer Lufthansa-Maschine erwarten dürfen. Auf einem nur zweistündigen Flug dürfte das jedoch zu verkraften sein.

Ein weiteres Beispiel: Im selben Zeitraum wollen wir von Köln/Bonn nach Palma de Mallorca und wieder zurück fliegen. Laut Google Flights kostet der günstigste Tarif 193 EUR. Bei TUIfly kostet diese Strecke hingegen nur 178,80 EUR – dafür aber ebenfalls nur mit Handgepäck. Wer jetzt sagt „es sind doch nur fünf Tage, da brauche ich meine Kleidung nicht zu wechseln“, der ist im Vorteil. Buchen wir jedoch ein Gepäckstück dazu, liegen wir bereits bei 191,30 EUR – und damit nur knapp unterhalb der Vorschläge von Google.

Fazit: Der Markt für Flugangebote ist groß und unübersichtlich. Gelegenheitsfliegern bietet Google Flights daher eine gute Möglichkeit einerseits zur Orientierung, andererseits aber auch zur Buchung – die findet wahlweise direkt über die Website der jeweiligen Fluggesellschaft oder über Drittanbieter, wie z. B. fluege.de statt.

Wer sog. „Billigflieger“ vorzieht, muss sich direkt bei diesen bzw. auf anderen Portalen informieren, denn sie werden bei Google Flights nicht aufgeführt. Auch sollte man sich hier über möglicherweise hinzukommende Gebühren und sonstige Einschränkungen informieren. Wer die renommierten Fluglinien beansprucht, wird solche Überraschungen nicht erleben und auf diese Klientel scheint Google Flights abzuzielen.

 

 

Jochen Moschko