Was ist eine IP-Adresse?

Was ist eine IP-Adresse?
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Eine IP-Adresse dient der Identifizierung eines Computers im Internet bzw. in einem Netzwerk. Die Abkürzung „IP“ steht für „Internet Protocol“. Innerhalb der weitverbreiteten Version 4 des Protokolls („IPv4“ genannt) besteht diese Nummer aus vier Zahlenblöcken, wobei jeder Block eine Zahl zwischen 0 und 255 aufweist. Da IPv4 aus dem Jahre 1981 stammt und der Pool an möglichen IP-Adressen mittlerweile erschöpft ist, wird verstärkt zum Nachfolger IPv6 übergegangen, welcher eine wesentlich höhere Anzahl an möglichen IP-Adressen erlaubt. Hier werden mehrere Blöcke mit jeweils vier hexadezimalen Zeichen (0 bis F) verwendet.

Wozu dient eine IP-Adresse?

Eine IP-Adresse ist unabdingbar für den Austausch von Daten im Internet. Ein Datenpaket enthält immer die IP-Adresse des Empfängers sowie des Absenders. Ohne IP-Adresse könnte ein IP-basiertes Datenpaket seinen Zielcomputer nicht erreichen. Trotz allen Versprechungen von Anbietern, Nutzer „anonym“ surfen zu lassen, gilt: wirklich anonym ist im Internet niemand. Aufgrund des zugrundeliegenden Internet Protocols ist das Internet technisch gesehen auch gar nicht darauf ausgelegt.

Die IP-Adresse darf nicht mit der verschlüsselten Übertragung des Dateninhalts verwechselt werden, die sinnvollerweise unterbinden soll, dass sensible Daten und Informationen in die Hände von Kriminellen gelangen, beispielsweise beim Bezahlen mit Kreditkarte in Onlineshops.

Bei der Kommunikation zwischen zwei Computern, wie beispielsweise dem Aufruf einer Webseite, werden in den meisten Fällen sogenannte „Logfiles“ angelegt (auf Deutsch „Logdatei“). In diesen wird gespeichert, von welcher IP-Adresse zu welchem Zeitpunkt ein Zugriff erfolgte. Zwar erschwert die Nichterstellung von Logfiles die Identifikation eines zugreifenden Computers, doch finden sich im Zweifel oft auch andere Wege, um diesen identifizieren zu können.

Statische und dynamische IP-Adressen

Große Institutionen und Unternehmen verfügen meist über eine eigene, statische IP-Adresse. Große Telekommunikationsanbieter halten für ihre Kunden oft einen Pool an IP-Adressen bereit, aus welchem ein Nutzer bei der Einwahl ins Internet bzw. für dessen Nutzung vorübergehend eine Adresse  erhält. So muss nicht für jeden einzelnen Nutzer eine eigene IP-Adresse vorgehalten werden, zumal in der Regel nicht alle Nutzer gleichzeitig online sind. Ein weiterer Vorteil hierbei liegt darin, dass der einzelne Nutzer anhand der verwendeten IP-Adresse für Außenstehende gewöhnlich nicht persönlich identifizierbar ist – ausgenommen, wenn Strafverfolgungsbehörden ermitteln und erfahren möchten, welchem Nutzer die IP-Adresse zu einem bestimmten Zeitpunkt zugewiesen war.

Über frei zugängliche Onlinedienste lässt sich ermitteln, wem eine IP-Adresse zugeordnet ist. Bei dynamisch vergebenen IP-Adressen wird man meist auf den Unternehmensnamen des Telekommunikationsanbieters stoßen, nicht aber auf den Namen des eigentlichen Nutzers. Dieser kann jedoch im Zuge eines rechtlichen Verfahrens über den Provider ermittelt werden.

Fragwürdige Versuche, die eigene IP-Adresse zu verschleiern

Seit das Internet ab Mitte der 90er-Jahre eine steigende Verbreitung erfahren hat, wird das Thema des vermeintlich „anonymen Surfens“ immer wieder diskutiert.

Eine beliebte Möglichkeit zur Verschleierung der eigenen IP-Adresse ist die Nutzung eines Proxyservers, d. h. dass der eigene Computer über einen weiteren, meist fremden Computer auf das Internet zugreift, sodass dessen IP-Adresse nach außen hin Verwendung findet. Wird hierfür ein fremder Computer ohne Einwilligung dessen Besitzers genutzt, dürfte nach deutschem Recht eine Straftat vorliegen. Eine weitere Möglichkeit besteht in der Nutzung von Anonymisierungsnetzwerken (wie z. B. dem Tor-Netzwerk), die jedoch aufgrund ihres kriminellen Missbrauchs in die Schlagzeilen geraten sind.

Bei beiden Möglichkeiten wird gerne vergessen, dass die eigene Identität beispielsweise über Sicherheitslücken im Webbrowser oder durch andere, online übertragene Daten aufgedeckt werden kann.

Fazit

Die IP-Adresse ist ein elementarer Bestandteil für die Nutzung des Internets sowie zur Identifizierung eines Computers, der hiermit verbunden ist. Die IP-Adresse ist für online versendete Daten das, was die Empfänger- und Absenderadresse auf einem Briefumschlag ist.


Jochen Moschko

 
Jochen Moschko
SEO & QS-Manager
Jochen Moschko arbeitet in den Bereichen Suchmaschinenoptimierung und Qualitätssicherung bei der FAIRRANK GmbH.