Wie geht es weiter mit Adobe Flash?

Wie geht es weiter mit Adobe Flash?
© Pekchar – Fotolia.com

Bis vor wenigen Jahren war Adobe Flash neben Java eine der am häufigsten verwendeten Web-Technologien. Doch die Zeiten haben sich geändert: Immer wieder gerät Adobes Flash Player durch Sicherheitslücken in die Schlagzeilen, während HTML5 gleichzeitig auf dem Vormarsch ist. Früher oder später kommt wohl das endgültige Aus für Flash als eigenständige Technologie.

Seit 1996 können Webdesigner dank Adobe Flash statische Internetauftritte durch ansprechende Animationen attraktiver gestalten. In erster Linie dürften einem Intros einfallen, die beim Aufruf einer Website abgespielt und durch Anklicken von „Skip Intro“ übersprungen werden können. Allerdings  lässt sich Flash auch weitaus vielseitiger verwenden. Adobe war mit seiner Software jahrelang der Platzhirsch in diesem Bereich. Wer einen Webbrowser nutzte, hatte meistens auch den „Flash Player“ installiert. Er ist verfügbar für alle wichtigen Betriebssysteme und macht die Wiedergabe von interaktiven Inhalten möglich. Erstellt werden können mit der Technologie unter anderem Videoplayer, Spiele und Slideshows. Aufgrund seiner weiten Verbreitung und Nutzung wurde die Software leider verstärkt zum Ziel von Cyber-Kriminalität.

Zwar wurden und werden gravierende Sicherheitslücken immer wieder durch Updates geschlossen – Mitte dieses Jahres wurde seitens Mozilla sogar das Flash-Plugin für den Browser Firefox aus Sicherheitsgründen vollständig blockiert – aber dennoch oder gerade dadurch wurde die zunächst sporadisch aufkommende Diskussion um ein mögliches Ende der Flash-Technologie wieder neu angeheizt. Diesmal forderte sogar Facebooks Sicherheits-Chef Adobe auf, einen Zeitpunkt für das Ende von Flash festzulegen.

HTML5 löst Flash nach und nach ab

Abgesehen davon, dass auf Apples mobilem Betriebssystem „iOS“ Flash erst gar nicht unterstützt wird, lässt sich damit auch im Hinblick auf die Suchmaschinenoptimierung nicht wirklich punkten. Die Wertung von Internetseiten erfolgt anhand sichtbarer Inhalte. Die meisten Suchmaschinen können aber keine oder  nur sehr wenige Flash-Inhalte erkennen – Grundlage der Bewertung ist in allererster Linie der HTML-Teil. Diese Gründe führten verstärkt zur Entwicklung von Alternativen. In erster Linie ist der HTML5-Standard zu nennen, welcher ähnliche Möglichkeiten bietet wie Flash. Mit HTML5 lassen sich beispielsweise 3D-Grafiken erzeugen sowie Audio- und Videoinhalte abspielen. Adobe Flash als Softwarepaket zum Erstellen interaktiver Inhalte wird deshalb aber dennoch nicht überflüssig – neuere Versionen bieten die Möglichkeit, erstellte Animationen direkt in HTML5 zu speichern. So haben Webdesigner auch in Zukunft die Möglichkeit, auf komfortable Weise anspruchsvolle, interaktive Inhalte zu erstellen – die beim Endnutzer dann direkt vom Webbrowser ausgeführt werden, ohne dass ein zusätzliches Plugin benötigt wird.


Jochen Moschko

 
Jochen Moschko
SEO & QS-Manager
Jochen Moschko arbeitet in den Bereichen Suchmaschinenoptimierung und Qualitätssicherung bei der FAIRRANK GmbH.