Das einheitliche Web

Das einheitliche Web
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Wer schon mal eine Website entwickelt hat, wird die Problematik kennen: Einige Elemente werden in verschiedenen Webbrowsern mitunter unterschiedlich dargestellt. Mindestens so speziell sind herstellereigene Entwicklungen, die ausschließlich im hauseigenen Browser lauffähig sind. Ein bekanntes Beispiel stellt ActiveX dar, ein Modell zur Erweiterung von Websites mit Programmcode. Außer dem Internet Explorer wird dies von keinem Browser unterstützt. Doch jetzt gehen die Lichter aus - und zwar mehrfach.

Microsofts neuer Browser „Edge“, auch unter dem Codenamen „Projekt Spartan“ bekannt, wird ActiveX nicht mehr unterstützen. Mit von der Partie sind auch die Skriptsprache VBScript und die Erweiterungssprache „Silverlight“, die erst vor einigen Jahren eingeführt wurde, sowie weitere Technologien. Microsoft hat eine Liste zusammengestellt, die Sie hier einsehen können.

Denselben Weg geht derzeit auch Mozilla. Hier ist man dabei, die auf XML basierenden Untersprachen XBL und XUL aus dem Browser „Firefox“ zu entfernen.


Ein zweischneidiges Schwert

Diese aktuelle Entwicklung ist einerseits begrüßenswert, weil Webentwickler sich zukünftig stärker auf die allgemeinen Standards konzentrieren können, anstatt für jeden Browser in bestimmten Bereichen Besonderheiten einbauen zu müssen. Auf der anderen Seite ist es ärgerlich für Seitenbetreiber, deren Webauftritt umprogrammiert werden muss, weil die verwendete Technologie zukünftig nicht mehr unterstützt wird. Immerhin soll Microsoft Edge einen Kompatibilitätsmodus enthalten, mit dem die alten Technologien weiterhin unterstützt werden. Dies kommt insbesondere Unternehmen entgegen, die diese in ihren firmeninternen Anwendungen nutzen, aber dennoch die neueste Browsergeneration verwenden möchten. Nichtsdestotrotz ist es absehbar, dass in selbstgeschriebenem Code mittelfristig alte Technologien durch neue, z. B. in HTML5 enthaltene, ersetzt werden sollten. Wie hoch der Aufwand ist, hängt immer vom Einzelfall ab.


Jochen Moschko

 
Jochen Moschko
SEO & QS-Manager
Jochen Moschko arbeitet in den Bereichen Suchmaschinenoptimierung und Qualitätssicherung bei der FAIRRANK GmbH.