Neue Webseitenanforderungen durch höhere Bildschirmauflösungen

5K
© Thomas Pajot

Bildschirme mit 4K-Auflösung haben sich noch nicht einmal annähernd durchgesetzt, da folgt bereits der nächste Schritt: Apple hat seinen iMac einer Frischzellenkur unterzogen und mit einem 5K-Display ausgestattet – und auch Dell bietet nun einen entsprechenden Monitor an. Beide Geräte erlauben eine Auflösung von bis zu 5.120x2.880 Pixel.

Auch wenn die massenhafte Verbreitung derart hochauflösender Monitore noch eine Weile auf sich warten lassen dürfte, sollten sich Webseitenbetreiber jetzt schon Gedanken über die Darstellung ihrer Seiten auf den neuartigen Displays machen.

Um nicht zu einer Lupe greifen zu müssen, werden die meisten Nutzer dieser Monitore alle Elemente vergrößert anzeigen lassen, somit auch Webseiten. Alle gängigen Browser erlauben mittlerweile eine vergrößerte Darstellung, ohne dabei das Design der Seite zu verzerren, wie es früher der Fall war. Die Schrift wird automatisch hochskaliert und sieht gestochen scharf aus.
 

Bei Vergrößerung auch gestochen scharfe Bilder ermöglichen

Doch Vorsicht: Das gilt nicht für Bilder! Was ohne Vergrößerung perfekt aussieht, kann schon bei einem Zoom von 25 % pixelig oder unscharf dargestellt werden. Dasselbe Phänomen kommt auch bei der Nutzung von Tablets vor: wenn man mit zwei Fingern die Darstellung vergrößert, sehen nicht wenige Bilder verschwommen und unscharf aus – es sei denn, die Bilder wurden bereits für diesen Fall optimiert.
Dank der Tablets macht es heute schon Sinn, Bilder in einer höheren Auflösung zu hinterlegen, als sie im HTML-Code ausgegeben werden.

Beispiel: Ein Bild, das ohne Vergrößerung im Format 640x480 Pixel angezeigt wird, wirkt auch bei 2facher Vergrößerung noch scharf, wenn es originär in der Größe 1280x960 Pixel hinterlegt wird. Die höheren Abmessungen schaden nicht, wenn im HTML-Code die Soll-Größe des Bildes festgelegt wurde. Der Webbrowser sorgt dann selbstständig für die richtige Darstellung.

Man muss jedoch bedenken, dass 5K-Auflösung der rund 2,67-fachen Full-HD-Auflösung entspricht. Deshalb sollte man mit dem Gedanken spielen, Bilder von Anfang an in 3-facher Auflösung zu hinterlegen. Warum nicht in 2,67-facher Auflösung? Das ist natürlich ebenfalls möglich, nur ist die Performance des Webbrowsers in der Regel besser, wenn er Bilder bei keiner oder einer nicht so hohen Vergrößerung durch „saubere“ Faktoren geteilt verkleinern kann.
 

Dateigröße vs. Ladezeit

Bei  Vergrößerungen  sollte jedoch darauf geachtet werden, dass die Dateigröße des Bildes nicht überhand nimmt – Ihre Besucher werden es Ihnen danken, abgesehen davon wird die Ladedauer einer Seite bei einigen Suchmaschinen als potentielles Rankingkriterium diskutiert. Bei der Verwendung von JPEG-Dateien sollte ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Dateigröße und Bildqualität gewählt werden. Eine geringere Bildqualität sorgt für kleinere Dateigrößen und man kann durchaus damit argumentieren, dass eine geringere Qualität auf „hekömmlichen“ Bildschirmen aufgrund der automatischen Verkleinerung der Bilder nicht so stark auffallen dürfte.
 

Fazit

Wo bei der Bildgröße, Dateigröße und Bildqualität die Grenze gezogen wird, bleibt jedem Webseitenbetreiber selbst überlassen. Aufgrund der hohen Verbreitung von Tablets, bei denen man mit einfachen Fingergesten in Webseiten hineinzoomen kann, sollte dem Besucher – wenigstens bei wichtigen Bildern – mindestens eine 2-fache Vergrößerung ohne Schärfeverlust ermöglicht werden.

 

Jochen Moschko

 
Jochen Moschko
SEO & QS-Manager
Jochen Moschko arbeitet in den Bereichen Suchmaschinenoptimierung und Qualitätssicherung bei der FAIRRANK GmbH.