Google Maps Views und was man beachten sollte

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Viele Produkte aus dem Hause Google werden stetig weiterentwickelt – so auch der Kartendienst „Google Maps“. In diesem Beitrag beschäftigen wir uns mit den im letzten Sommer eingeführten „Maps Views“. Hierunter verstehen sich 360°-Ansichten von Naturwundern und Sehenswürdigkeiten, die von einem festen Standpunkt aus aufgenommen wurden.

Diese sind wahlweise zu finden unter der Landingpage des Dienstes oder direkt über die Kartenansicht von Google Maps. Zoomt man die Karte heran und zieht anschließend mit der Maus an dem orangen „Street View-Männchen“, werden neben von Google abgefahrenen Straßen auch Panoramio-Fotos angezeigt. Panoramio ist eine hauseigene Foto-Sharing-Plattform, bei der Nutzer eigene Bilder hochladen und mit Geodaten versehen können. Passend zur angegebenen Position werden Maps-Usern dann Fotos aus der Umgebung angezeigt. Auf dieselbe Weise sind auch Views auffindbar. Sie sind auf der Karte anhand kleiner, blauer Kreise zu erkennen.

Fotomaterial aus verschiedenen Quellen

In einem Streifzug durch Google Maps Views verschlägt es uns in Städte auf der ganzen Welt, auf Berggipfel mit beeindruckender Aussicht oder auf Skipisten. Aber fangen wir vor unserer Haustür an: In Köln und Umgebung finden sich direkt eine ganze Reihe an Views, von belebten Plätzen bis hin zu Orten in der Natur (z. B. diesem zugefrorenem See). Auch existieren einige 360°-Ansichten aus Bars und Ladenlokalen, die von deren Inhabern onlinegestellt wurden. Keine große Sache in der heutigen Zeit, ist die Erstellung solcher Panoramaansichten doch innerhalb weniger Minuten möglich, und zwar in Verbindung eines Android-Smartphones mit der vorinstallierten Google-App „Photo Sphere“.

Nach dem Betrachten einiger Panoramen („Views“) fällt schnell ein Unterschied ins Auge: Während in Google Street View die Gesichter von Personen (mitunter auch die von Statuen) unkenntlich gemacht wurden, ist dies bei zahlreichen Views, die von Dritten eingereicht wurden, nicht der Fall. Aufgrund des Rechts am eigenen Bild (§ 22 KunstUrhG), lauert hier – zumindest in Deutschland – ein potentieller rechtlicher Fallstrick. Deshalb dürfte es grundsätzlich nicht verkehrt sein, vor der Einreichung eigener Panoramaaufnahmen etwaige Gesichter zu verwischen oder von vornherein darauf zu achten, dass keine Personen in der näheren Umgebung zu sehen sind. Auch könnte das Hausrecht eine Rolle spielen, wenn man bspw. auf Privatgrundstücken oder in fremden Gebäuden fotografiert.

Panoramaaufnahmen einfach selbst erstellen

In einem Selbsttest haben wir mit einem Android-Tablet eine Panoramaaufnahme erstellt, fanden jedoch keine Möglichkeit, Gesichter unkenntlich zu machen. Also bearbeiteten wir das Bild unter Windows 7 nach, mit interessanten Ergebnissen:
Die Panoramaaufnahme wird nach ihrer Erstellung automatisch im JPEG-Format gespeichert. In der Binäransicht zeigt sich ein Marker, der darauf hinweist, dass es sich um eine kompatible Panoramaaufnahme handelt ([…] <rdf:Description rdf:about="" xmlns:GPano=http://ns.google.com/photos/1.0/panorama/ […]). Verwenden wir Paint.net zum Zensieren von Gesichtern und speichern dann die Datei, fehlt der Marker anschließend und das Bild kann über Photo Sphere nicht mehr bei Google Maps eingereicht werden. Verwenden wir hingegen das bei Windows mitgelieferte Programm „Paint“, bleibt der Marker erhalten und das nachbearbeitete Bild kann eingereicht werden. Leider bietet Paint keine Funktion zum Verwischen oder zum Unscharf machen, wie es bei anderen Bildbearbeitungsprogrammen der Fall ist. Wenn man sich also nicht mit Balken über Gesichtern begnügen möchte, muss ein anderes Bildbearbeitungsprogramm zum Einsatz kommen, bei welchem der Marker erhalten bleibt. Ob dies der Fall ist, kann man einfach durch Ausprobieren herausfinden.

Google hingegen scheint bei in Eigenregie erstellten Views die Gesichter abgebildeter Personen regelmäßig unkenntlich zu machen, wie beispielsweise bei dieser Panoramaaufnahme, aufgenommen in der Antarktis. Ein lustiges Gimmick: Hier verwandelt sich das orange „Street View-Männchen“ auf der Karte in einen Pinguin.

Fazit

Google Maps Views bietet jedermann die Möglichkeit, selbsterstellte Panoramaaufnahmen innerhalb des Maps-Kartendienstes zu veröffentlichen. Das ist eine großartige Möglichkeit, um anderen Menschen schöne und interessante Orte zu zeigen. Jedoch scheinen viele Fotografen nicht darauf zu achten, abgebildete Personen unkenntlich zu machen. Selbst in den Richtlinien zu Photo Sphere findet sich hierzu kein Wort. Im Hinblick auf das Recht am eigenen Bild dürfte hier Nachbesserungsbedarf bestehen.

Dieser Artikel spiegelt lediglich die Meinung des Autors wider und stellt keine Rechtsberatung dar.

 

Jochen Moschko

 
Jochen Moschko
SEO & QS-Manager
Jochen Moschko arbeitet in den Bereichen Suchmaschinenoptimierung und Qualitätssicherung bei der FAIRRANK GmbH.