Angetestet: Googles Sprachsuche

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Im Hause Google nimmt man stetig Verbesserungen am Suchalgorithmus vor und arbeitet auch sonst fleißig an verschiedenen Verbesserungen rund um die eigene Suchmaschine. Heute widmen wir uns der Google Sprachsuche, die seit einiger Zeit auch auf Deutsch verfügbar ist. Um sie verwenden zu können, benötigt man den Webbrowser „Google Chrome“, der für Microsoft Windows, MacOS, Linux und iOS verfügbar ist oder auf Android-Geräten die „Google Now“-App.

Durch Betätigen der entsprechenden Schaltfläche spitzt Google die Ohren. Nun kann man seine Suchanfrage ins Mikrofon sprechen, die Google direkt ins Suchfeld als Text einträgt. Der Ausschlag der Stimme wird in Form eines vibrierenden Kreises auf der Google-Seite angezeigt. Die Suchergebnisse folgen postwendend, so dass man per Touchbedienung oder Mausklick zu einer passenden Seite navigieren kann. In einem eigens durchgeführten Test auf einem Windows-Tablet als auch - Notebook funktionierte die Spracherkennung überraschend gut. Bei weniger gängigen Begriffen nimmt die Trefferquote allerdings ab und man muss seine Suchanfrage zum Teil mehrere Male wiederholen, bis sie von Google korrekt erkannt wird.
Besonders gut geeignet ist die Funktion für Tablets und Notebooks, die über ein integriertes Mikrofon verfügen. Natürlich kann auch an einen Desktop PC ein Mikrofon angeschlossen werden, was jedoch in der Regel mit einigem Aufwand für die Justierung verbunden ist.

Jetzt stellt sich die Frage, welchen Sinn die Spracheingabe hat, wenn man die Funktion erst über eine Schaltfläche aktivieren muss und auch die Suchergebnisse nicht mit Sprache auswählen kann. Bei Google arbeitet man zurzeit daran, diese manuellen Schritte überflüssig zu machen. Zukünftig soll es möglich werden, die Spracheingabe durch Aufsagen der Phrase „OK Google“ aktivieren zu können. Hier werden Parallelen zur geplanten Datenbrille „Google Glass“ erkennbar, die mit der Phrase „OK Glass“ aktiviert wird. Nach Aufsagen der Suchanfrage soll die Google-Suche die Antworten dann per Sprachausgabe liefern.

Gerüchten zufolge soll Google inzwischen auch Musik erkennen. Diese Option scheint bislang jedoch nur in der „Google Now“-App zu existieren – in Tests konnten wir der Sprachsuche so viel Musik vorspielen, wie wir wollten – das Wummern des Basses wurde zwar als kreisförmige Vibration angezeigt, aber keines der Musikstücke erkannt. Stattdessen versuchte Google, die Musik als Sprache zu interpretieren und lag damit vollkommen daneben. Vermutlich gehört dieses Feature außerhalb der „Google Now“-App ebenfalls noch zu den geplanten Funktionen.
Nun stellt sich eine weitere Frage und zwar die, wie es sich aus datenschutzrechtlicher Sicht verhält, wenn die Google-Suche ständig über das Mikrofon mithört und darauf wartet, dass jemand „OK Google“ sagt. Werden alle Unterhaltungen und Umgebungsgeräusche automatisch an Google übermittelt? Das wäre nicht nur unter Datenschutzaspekten bedenklich, sondern auch technisch absolut ineffizient.

Laut Google soll das definitiv nicht der Fall sein. Für das Erkennen dieser Phrase soll lediglich ein kleines Stück Code notwendig sein, der lokal auf dem eigenen Computer ausgeführt wird. Das ist auch glaubwürdig, weil eine heimliche Übertragung ohnehin schnell auffallen würde, z. B. anhand des blinkenden Aktivitätslämpchens am Router oder durch eine Überprüfung des ausgehenden Datenverkehrs. Wer sich bei dem Gedanken dennoch unwohl fühlt, sollte einen Blick auf den noch aktuellen Zustand der Sprachsuche werfen – bevor man sie verwenden kann, muss man erst explizit zustimmen, dass das Mikrofon überhaupt verwendet werden darf.

 

Jochen Moschko