Wie wirkungsvoll sind soziale Medien im Wahlkampf?

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Soziale Netzwerke sind für die Wahlkampfberater der deutschen Politstars nichts Neues. Zur Bundestagswahl 2013 setzt die deutsche Politik vermehrt auf Dienste wie Twitter und Facebook, um einen Draht zur jungen Wählerschaft zu erhalten. Zusätzlich soll die große Gruppe an Nichtwählern mobilisiert werden. Zum Unglück der PR-Strategen ergaben neuere Untersuchungen, dass der Wahlkampf im sozialen Netz jedoch nicht so wirksam sein soll wie bisher angenommen.

Zur Wirkungskraft vom „Social Networking“ im Wahlkampf forschte Infratest Dimap im Auftrag von wahllos.de. Die Universität Hohenheim überprüfte im Master-Seminar „Politik-Marketing“ unter der Leitung von Professor Dr. Markus Voeth, wie sich die Aktivitäten der deutschen Parteienlandschaft bei Diensten wie Facebook & Co auf die „High Potentials“ (17- bis 30-Jährige, mit hohem Bildungsabschluss) auswirken. Unabhängig voneinander kam man zu dem niederschmetternden Urteil für alle Wahlkampfstrategen.

Hingegen der Statistiken von Bitkom, die besagen, dass drei Viertel der deutschen Internetnutzer bei einem sozialen Netzwerk angemeldet sind und zwei Drittel solche auch verwenden, erbrachte die Umfrage der Infratest Dimap Gruppe, dass satte 61 Prozent der potenziellen Wähler kein Social Networking betreiben und sogar komplett dem Internet fernbleiben. Lediglich 19 Prozent der Befragten interessieren sich beim sozialen Surfen für Wahlkampfthemen. Unsere Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) erhielt bei der Frage, welche Politiker die Befragten im sozialen Netz wahrnehmen, lediglich 5 Prozentpunkte. Andere Spitzenpolitiker erwischte es noch schlimmer. Während Peer Steinbrück (SPD) noch 3 Prozentpunkte erreichen konnte, schnitten Peter Altmaier (CDU), Volker Beck (Bündnis 90/Die Grünen), Sigmar Gabriel (SPD), Horst Seehofer (CSU) und Jürgen Trittin (Bündnis 90/Die Grünen) mit nur einem Prozent noch schlechter ab.

Obwohl im Juli 2013 90 Prozent der Abgeordneten im Bundestag über ein Profil bei einem sozialen Netzwerk verfügten, nutzen lediglich 23 der 620 Abgeordneten die sozialen Plattformen, um für Wählerstimmen zu werben. Die Resultate der hier genannten Untersuchungen zu diesem Thema geben den Abgeordneten ohne Social Media-Tätigkeit recht. Der Großteil der Wähler interessiert sich noch für die klassischen Medien. Die Frage ist nur noch wie lange.

Ein Internetangebot  der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) wird seit 2002 von Wählern gern genutzt: der Wahl-O-Mat ist eine Webseite für sogenannte interaktive Wahlinformationen. Das Tool unterstützt Interessenten bei der Entscheidung, welche Partei am ehesten den eigenen Bedürfnissen/Anforderungen in ihrem Wahlprogramm entspricht.

 

Nic Gottschalk