Unterstützt Google Chrome bald kein Flash mehr?

Unterstützt Google Chrome bald kein Flash mehr?
© Pekchar – Fotolia.com

Der Adobe Flash Player ist auch heute noch auf vielen PCs zu finden. Genutzt wird dieser meist in Form eines Plug-Ins für die Wiedergabe von Flash-basierten Animationen auf Webseiten, beispielsweise in Form von Videos. Aber auch Spiele und ähnliche Inhalte basieren auf der Flash-Technologie. 

Offenbar zu viele Sicherheitslücken

In der letzten Zeit fiel der Flash-Player vor allem negativ auf. Beinahe wöchentlich erschienen Meldungen, in welchen vor gravierenden Sicherheitslücken gewarnt wurde. In der Regel konnten diese zwar kurz nach Bekanntwerden mit einem Update durch Adobe wieder geschlossen werden, ein fader Beigeschmack bei der Verwendung von Flash blieb jedoch bestehen. Dementsprechend ist es kein Wunder, dass immer mehr Webseitenbetreiber und Nutzer komplett auf den Einsatz flashbasierter Animationen verzichten wollen. Nachdem Apples iOS-System seit jeher kein Flash unterstützt, wagt Google nun einen weiteren Schritt in diese Richtung. In einem offiziellen Statement wurde angekündigt, dass der durch Google entwickelte Browser „Chrome“ ab dem vierten Quartal 2016 keine Flash-Inhalte mehr automatisch abspielen wird. Möchte eine besuchte Webseite Inhalte mittels Flash-Player abspielen, muss dieser erst manuell durch den Nutzer aktiviert werden.

HTML5 bringt Vorteile, auch im Hinblick auf die Suchmaschinenoptimierung

Google verfolgt mit der Abschaltung von Flash ein klares Ziel: Der modernere HTML5-Standard soll sich weiter durchsetzen. Einige große Websites, wie YouTube (ebenfalls Teil von Google), setzen bereits überwiegend auf HTML5. Nachteile für den Nutzer ergeben sich hierdurch nicht, denn Performance und Qualität sind bei Flash und HTML5 identisch. Allerdings steigt der Gewinn an Sicherheit, wenn Flash nicht mehr eingesetzt wird. Für Betreiber von Webseiten hat der Einsatz von Flash-Animationen übrigens einen weiteren, gravierenden Nachteil: Die großen Suchmaschinen wie Google, Bing oder Yahoo können Inhalte von Flash-Animationen in der Regel gar nicht auslesen. HTML5 ist im Hinblick auf die Suchmaschinenoptimierung einer Seite die deutlich bessere Wahl.

Übergang in zwei Stufen

Um die Nutzer allerdings nicht zu verärgern, gibt es eine Ausnahme. Auf 10 großen Websites (u. a. Amazon, YouTube) wird Chrome vorübergehend weiterhin automatisch Flash-Inhalte anzeigen. Google spricht zurzeit von einer Laufzeit von einem Jahr. Nach diesem Zeitraum soll Flash auch auf diesen Seiten geblockt werden.


Jochen Moschko

 
Jochen Moschko
SEO & QS-Manager
Jochen Moschko arbeitet in den Bereichen Suchmaschinenoptimierung und Qualitätssicherung bei der FAIRRANK GmbH.