Neuer HTTP-Code 451: „zensiert“

HTTP-Code 451
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Ein neuer Statuscode soll die Besucher gesperrter Internetseiten zukünftig darüber informieren, wenn Zensur der Grund für die Sperrung ist. Weshalb eine Website nicht aufrufbar war, blieb in der Vergangenheit oft unklar.

Der HTTP-Statuscode 451 zeigt zukünftig an, wenn der Zugriff auf Inhalte einer Website aus rechtlichen Gründen verweigert wird. Statuscode 403, welcher bislang zum Einsatz gekommen ist, hat den Besucher der Website nicht auf eine mögliche Zensur hingewiesen.

Auch Informationen über die Umstände einer Sperrung konnten bisher nicht angegeben werden. Für Bildschirmsperrungen im World Wide Web steht nun der neue HTTP-Statuscode bereit: »Unavailable For Legal Reasons«. Technisch findet eine Blockade der Inhalte auf mehreren Ebenen statt, um auch alternative Pfade auszuschalten.

Gezielte Information des Besuchers

Mit dem neuen Statuscode wird das Ziel verfolgt, zensierte Inhalte für den Besucher zu kennzeichnen und den Grund für die Sperrung anzugeben. Der bisher genutzte Statuscode 403 »Forbidden« bot großen Spielraum an Interpretationen, lieferte aber keine fundierte Information.

Code 451 wurde initiiert von Tim Bray, einem Mitarbeiter des Unternehmens Amazon. Er entwarf die Grundfassung des RFC-Dokuments, das die wesentlichen Punkte für den Einsatz beschreibt.

Verwertungsrechte - globale oder lokale Rechte

In bestimmten Fällen wird Code 451 allerdings keine Anwendung finden: Die Verwertungsrechte für einen Videostream im Internet beziehen sich beispielsweise auf ein bestimmtes Land oder ein Länderkontingent. Dort ist die Videosequenz vertragsgemäß online abrufbar. Anfragen aus anderen Regionen, für die keine Lizenzen bestehen, sollen nicht per Statuscode 451 abgewiesen werden. Der Grund: Es handelt sich bei Verwertungsrechten um eine vertragliche Regelung und nicht um eine zensorische Maßnahme, beispielsweise durch eine juristische Anordnung.

Ob das entsprechende Angebot noch vorhanden ist, geht aus Code 451 nicht hervor. Selbst, wenn die fraglichen Dateien entfernt wurden, kann die Meldung weiterhin erscheinen.

Fazit

Da auch Kriminelle im Internet aktiv sind, kann eine Zensur leider erforderlich sein, um die Rechte der Betroffenen zu schützen. Wenn Besucher entsprechender Angebote hierüber informiert werden, ist das ausdrücklich zu begrüßen.


Jochen Moschko

 
Jochen Moschko
SEO & QS-Manager
Jochen Moschko arbeitet in den Bereichen Suchmaschinenoptimierung und Qualitätssicherung bei der FAIRRANK GmbH.