Internetsuche im Umbruch – SEO auf dem Weg in die Zweiklassengesellschaft

Internetsuche im Umbruch – SEO auf dem Weg in die Zweiklassengesellschaft
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Wie sich SEO durch aktuelle Entwicklungen verändert

In den letzten Jahren ist der PC-Markt bekanntlich stark geschrumpft. Als mögliche Ursachen dafür werden die längere Nutzungsdauer des eigenen PCs sowie der Trend hin zu Smartphones und Tablets genannt. Diese Entwicklung führt derzeit zu einem Umbruch bei der Internetsuche.

Wer die Google-Suche auf einem Mobilgerät nutzt, wird in absehbarer Zeit Unterschiede feststellen können. Bald sollen nämlich Seiten, die für mobile Geräte mit kleinen Bildschirmen geeignet sind (Stichwort: Responsive Design), in den Suchergebnissen weiter oben erscheinen. Internetauftritte, die auf „gewöhnliche“ Computer ausgerichtet sind, sei es für PC oder Apple Macintosh, werden auf kleinen Mobilgeräten eher ins Hintertreffen geraten. Für Nutzer, die auf ihrem Desktop-System oder Notebook die Google-Suche nutzen, soll sich hingegen nichts ändern. (wir berichteten).

PC-Markt erholt sich wieder

Seit letztem Jahr erholt sich der PC-Markt allerdings wieder und für die kommenden Jahre werden wieder steigende Absatzzahlen prognostiziert, auch wegen der zunehmenden Beliebtheit von sogenannten „ultramobilen PCs“, einer Mischung aus Notebook und Tablet, in welchem ein vollwertiger Personal Computer steckt. Geräte dieser Klasse sind im Internet unterwegs, wie ein klassischer PC und werden im Normalfall auch als solcher interpretiert.

Trotz des Erfolgs preisgünstiger Smartphones und Tablets ist es unwahrscheinlich, dass der PC aussterben wird, obwohl er in den vergangenen Jahren häufig totgesagt wurde. Der geneigte Privatmensch mit gewissen Ansprüchen wird auch zukünftig ein vollwertiges System bevorzugen und sich nicht allein mit einem 150 EUR-Tablet zufriedengeben.

Der Weg in die Zweiklassengesellschaft und die Folgen für Suchmaschinenoptimierung

Hierdurch entsteht – bezogen auf die Computer- und Internetnutzung – nicht nur eine Art Zweiklassengesellschaft, sondern auch eine Zweiteilung der Internetsuche. Webseitenbetreiber werden aus SEO-Sicht künftig immer stärker unter den Zugzwang geraten, ihre Auftritte auf alle Geräteklassen auszurichten. Tun sie es nicht, werden sie zumindest in der mobilen Suche mittelfristig das Nachsehen haben. Dieser Umstand dürfte für die Betreiber einige Folgekosten nach sich ziehen, denn die Umstellung einer klassischen Website auf Responsive Design, welches sich automatisch an die Bildschirmgröße anpasst, ist nicht selten mit einigem Aufwand verbunden.

Man könnte damit argumentieren, dass sich diese Problematik von selbst lösen wird, sobald alle Webseiten Responsive Design unterstützen. Doch es ist illusorisch zu glauben, dass dieser Wandel in einigen Jahren abgeschlossen sein wird. Zum Vergleich: noch heute findet man im Internet häufig Webseiten, die sogenannte Frames verwenden, eine Technologie, die schon kurz nach der Jahrtausendwende als veraltet galt.

In den kommenden Monaten und Jahren wird sich die Wirkung der derzeitigen Veränderungen immer stärker herauskristallisieren – Webseitenbetreiber werden u. a. an ihren Besucherzahlen ablesen können, wie gut sie aufgestellt sind.


Jochen Moschko

 
Jochen Moschko
SEO & QS-Manager
Jochen Moschko arbeitet in den Bereichen Suchmaschinenoptimierung und Qualitätssicherung bei der FAIRRANK GmbH.