So hat sich SEA während der letzten 10 Jahre verändert

SEA
© Mathias Rosenthal

Werbung in Suchmaschinen hat in den vergangenen zehn Jahren einen großen Wandel durchgemacht. Erinnern wir uns an das Jahr 2004, als die Fairrank GmbH in den Kinderschuhen steckte: Mark Zuckerbergs Erfindung „Facebook“ war erst wenige Monate alt und „Google AdWords“ feierte seinen vierten Geburtstag mit der Ausweitung auf den asiatischen Markt durch die Einführung der chinesischen Programmsprache. Das vergangene Jahrzehnt wurde von enormen Entwicklungen geprägt: Handys wurden zu universellen Alleskönnern, Kommunikation entfaltet dank sozialer Medien und permanenter Erreichbarkeit eine völlig neue Mentalität und es ist nicht mehr die Beschaffung von Information, die uns Schwierigkeiten bereitet. Dank Google sind nützliche Informationen heute immer und fast überall verfügbar. Mit einem Nutzeranteil von 95% ist Google 2014 die beliebteste Suchmaschine in Deutschland.

Suchmaschinenwerbung mit Google AdWords ist im Laufe der Zeit stetig angestiegen: Während die Werbeumsätze von Google vor zehn Jahren noch bei 3,14 Milliarden US-Dollar lagen, haben sie sich bis 2013 auf 50,58 Milliarden erhöht. Suchmaschinenwerbung, vor allem über das Werbesystem von Google, ist auch wegen der steigenden Informationsflut im Internet gefragter, denn je. Wem es schwer fällt, in der organischen Suche bei Google weit oben zu ranken, kann – damals wie heute – mit Suchmaschinenwerbung auch kurzfristig Top-Positionen erreichen. Während die Abrechnung der Kosten im Google AdWords-Werbesystem von Anfang an über Cost-per-Click erfolgte, war die zusätzliche Einführung von Bewertungskriterien eine 2008 durchgeführte Maßnahme zur Qualitätssicherung. Dadurch wird nicht zwangsläufig die Anzeige mit dem höchsten Gebot an erster Stelle ausgestrahlt, sondern die, die ein entsprechendes Verhältnis von Klickpreis und Qualität der Anzeige und Landingpage aufweist.

Eine positive Nutzererfahrung steht auch bei weiteren Maßnahmen von Google AdWords im Vordergrund: Die Einführung des Displaynetzwerks im Jahr 2005, die Werbetreibenden die Möglichkeit gibt, Menschen mit ähnlichen Interessen auf anderen Seiten mit ihrer Werbung anzusprechen oder die Einführung von Anzeigenerweiterungen wie Sitelinks, Anruferweiterungen, Standorterweiterungen, App-Erweiterungen, Bewertungserweiterungen oder der im September 2014 eingeführten Erweiterung mit Zusatzinformationen. Diese dienen dazu, das Interesse möglicher Besucher durch Direktlinks und zusätzliche Informationen zu erhöhen. Um einen Preisvergleich zwischen Konkurrenten auf einen Blick zu ermöglichen, bietet AdWords Shopping Kampagnen, die sich sämtliche Produktinformationen aus dem im Google Merchant Center hinterlegten Datenfeed ziehen.

Den Veränderungen der Mobilbranche hat sich die Suchmaschinenwerbung ebenso angepasst. So ist es inzwischen möglich, ein bevorzugtes Ausspielen von Werbung auf mobilen Geräten zu gewährleisten. Für manche Branchen, z. B. einem Schlüsseldienst, der wahrscheinlich zumeist mit einem Smartphone außerhalb der Verfügbarkeit eines Desktop-PCs gesucht wird, liefert die Gebotsanpassung auf Mobilgeräte einen besonderen Vorteil, denn die Anzeige wird bevorzugt dem Suchenden ausgestrahlt, der den Schlüsseldienst zu diesem Zeitpunkt sehr dringend braucht. Diese Möglichkeiten betreffen nicht mehr nur Textanzeigen im Suchnetzwerk. Im Jahr 2013 wurde das so genannte „Targeting“ im Displaynetzwerk auf Smartphones und Tablets ausgeweitet. Die steigende Nutzung von Smartphones, die 2007 mit der Einführung des ersten iPhones die Ära der mobilen Internetnutzung einläutete, brachte das Produkt „mobile App“ mit sich. Google AdWords bietet auch hier vielseitige Möglichkeiten, Apps sowohl im Display- als auch Suchnetzwerk zu bewerben und führt Interessenten mit einem Klick direkt zum Download.

Das von Google 2006 erworbene Unternehmen YouTube war bereits 2010 die zweitbekannteste Suchmaschine. Google weitete 2012 sein Werbesystem ebenso auf YouTube-Clips aus und gibt Werbetreibenden seitdem die Möglichkeit, auch mit audiovisuellen Inhalten zu werben. Unzählige kleine Firmen haben dadurch die Chance, mit den Giganten der TV-Spots zu konkurrieren. Die Anteile von Videowerbung an den Gesamtumsätzen im Online-Werbemarkt sind seit 2007 innerhalb fünf Jahren von 0,2 auf 3,4 % gestiegen. Mit der Einführung von Videoanzeigen antwortet AdWords auch hier auf einen Trend.

Das Werbesystem „Bing Ads“, früher unter den Namen „Microsoft adCenter“ und „MSN adCenter“ bekannt, funktioniert ähnlich wie Google AdWords. Die Fusion der Suchmaschinen Bing und Yahoo im Jahr 2009 macht es möglich, dass Bing-Anzeigen nun in beiden Suchmaschinen angezeigt werden. Während Google sich in Deutschland mit dem weit größten Marktanteil insgesamt etabliert hat, zieht Bing nun nach und wirbt gerade in diesen Tagen sehr für das eigene Werbenetzwerk.

Die Entwicklungen im Bereich der Suchmaschinenwerbung knüpfen bei allen Suchmaschinen, egal ob Bing, Google oder Yahoo an die digitalen, ökonomischen und sozialen Entwicklungen der vergangenen Jahre an, und gewährleisten den Nutzern so eine höchstmögliche Nutzererfahrung bei der Suche im Internet.


Madeleine Schwab