Qualitätsfaktoren bei Google AdWords: Was sie ausmacht und wie sie den Kampagnenerfolg bestimmen.

Qualitätsfaktoren
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Um hohe Qualität für Anzeigen im Suchnetzwerk gewährleisten zu können, hat Google 2005 Qualitätsfaktoren im eigenen Werbesystem AdWords eingeführt. Durch sie wird sichergestellt, dass nicht nur die Werbetreibende, die über den größten Marketing-Etat verfügen die besten Anzeigenränge belegen. Auch kleinere Anbieter haben mit Hilfe guter Qualitätsfaktoren die Chance mit viel weniger Budget auf den top Positionen zu ranken. Wie das geht, ganz einfach: Nutzen Sie das Potenzial der Google AdWords Qualitätsfaktoren!

Was bedeutet „Qualitätsfaktor“?

Beim Qualitätsfaktor handelt es sich um eine Schätzung über die Qualität der AdWords-Anzeige und deren Zielseite. Er wird auf Keywordebene festgelegt und teilt jedem einzelnen Keyword einen Wert zwischen eins und zehn zu. Ein Qualitätsfaktor von eins ist sehr schlecht bzw. unterdurchschnittlich und kann dazu führen, dass die Anzeigen über dieses Keyword selten ausgespielt werden. Der höchste Wert der Skala ist zehn. Er stellt eine sehr hohe Qualität des Keywords für Anzeige und Zielseite dar.

Der Anzeigenrang wird immer dann ermittelt, wenn Ihre Anzeige im Auktionsverfahren teilnimmt, d.h. jedes Mal wenn eine Suchanfrage die Impression Ihrer Anzeige auslöst. Die Anzeigenposition wird in Echtzeit festgelegt und setzt sich zusammen aus dem Klickgebot und dem Qualitätsfaktor des gesuchten Keywords. Durch hohe Qualitätsfaktoren ist es möglich, mit geringerem oder gleichbleibendem Klickgebot auf einem höheren Anzeigenrang ausgestrahlt zu werden. Wenn Sie mit Keywords arbeiten, die hohe Qualitätsfaktoren haben, können sich bei gleichbleibendem Anzeigenrang in der Summe mehr Klicks leisten. Umso geringer der Qualitätsfaktor, desto höher das Gebot für das Keyword oder desto schlechter die Anzeigenposition.

Die Qualitätsfaktoren Ihrer Keywords können Sie im AdWords-Konto auf zwei Arten prüfen. Zum einen können Sie sich in der Übersicht Keywords unter „Spalten - anpassen“ die Qualitätsfaktoren pro Keyword anzeigen lassen. Alternativ enthält die Sprechblase in der Spalte „Status“ Informationen über die Aktivität und die Bewertung des Keywords. Um die Qualitätsfaktoren verbessern zu können, sollten Sie die drei Faktoren kennen, die den Qualitätsfaktor beeinflussen.

Aus welchen Faktoren setzt sich der Qualitätsfaktor zusammen?

Der Qualitätsfaktor wird nach drei Faktoren ermittelt. Zum größten Teil wird er über die voraussichtliche Klickrate (CTR) bestimmt. Weitere Einflussfaktoren sind die Relevanz der Anzeige und die Qualität der Zielseite. Die Klickrate bezieht sich auf die Keywords im Such- und Displaynetzwerk, auf den gesamten AdWords-Account oder auf die geografische Ausrichtung. Zu Beginn jeder Kampagne wird die CTR von Google geschätzt: es erfolgt eine Berechnung darüber, ob der Anzeigentext bei der Suche nach diesem Keyword voraussichtlich geklickt wird. Über die Laufzeit der Kampagnen sammelt Google im AdWords-Konto Erfahrungswerte und bezieht diese in die Prognose der voraussichtlichen CTR mit ein: Wurde die Anzeige in der Vergangenheit bei der Suche nach dem Keyword häufig geklickt, so beeinflusst die voraussichtliche CTR den Qualitätsfaktor positiv.

Eine hohe Klickrate gibt Google deshalb Aufschluss darüber, dass die Qualität von Keyword und Anzeigentext hoch sind – die Anzeige ist für den Suchenden also sehr relevant, der zweite Faktor, der den Qualitätsfaktor beeinflusst. Es sollte also sichergestellt werden, dass die Keywords dem Inhalt des Anzeigentexts und der Zielseite entsprechen. Bei einer Suchanfrage nach „rote Stiefel in Köln kaufen“ bewertet Google einen Anzeigentext besser, der genau „rote Stiefel Köln“ thematisiert. Eine Anzeige die lediglich „Schuhe kaufen“ enthält, wird als weniger relevant bewertet. Anzeigentext und Keyword sollten, um einen hohen Qualitätsfaktor zu erzielen, zur Zielseite passen. Die Nutzererfahrung auf der Webseite, auf die die Anzeige den Suchenden leitet, sollte außerdem möglichst hoch sein. Das betrifft ganz verschiedene Faktoren: lange Verweildauer, geringe Absprungrate, schnelle Ladezeit, glaubwürdige Inhalte, einzigartiger Content und eine einfache Navigation.

Wie können Sie den Qualitätsfaktor bei Google AdWords verbessern?

Verbesserung der Klickrate: Die Klickrate bezeichnet das Verhältnis der ausgestrahlten Anzeigen zu den Klicks. Eine hohe CTR beeinflusst den Qualitätsfaktor des Keywords positiv. Bei der Optimierung Ihres Kontos sollten Sie sich deshalb an Keywords und Anzeigentexten mit guten Klickraten orientieren.

Steigerung der Relevanz: Verwenden Sie passende Keywords, Anzeigentexte und eine spezifische Zielseite, die genau aufeinander abgestimmt sind. So findet der Suchende für seine Anfrage die passenden Inhalte. Sie sollten die Suchanfrage nicht nur mit dem Anzeigentext, sondern ebenso mit der Zielseite abdecken. Eine Suchanfrage für „rote Stiefel“ sollte deshalb genau in die Kategorie für rote Stiefel auf Ihrer Webseite verweisen, nicht nur auf die Kategorie „Schuhe“.

Qualität der Landingpage: Stellen Sie sicher, dass die Besucher Ihrer Seite einen höchstmöglichen Nutzen für Ihre Anfrage haben. Das betrifft z. B. Navigation, Inhalt und Ladezeit. Falls Sie feststellen, dass viele Nutzer nach einer kurzen Zeit abspringen, sollten Sie sich dringend die Frage stellen, wieso sie dies tun. Möglicherweise verlieren sie sich in der Navigation, sie fühlen sich in die Irre geführt oder die Seite lädt sehr langsam.

Mit dem Erkennen des riesigen Potenzials, das Google AdWords durch den Qualitätsfaktor bietet, haben Sie den ersten Schritt gemacht. Gute Qualitätsfaktoren können Geld einsparen und bringen Ihnen mehr Klicks bei gleichbleibendem Budget. Außerdem sind Sie ein Indikator dafür, ob die Interessen der Nutzer mit Ihrem Anzeigentext und Ihrer Zielseite erfüllt werden können.


Madeleine Schwab