Google Glass – der nächste große Wurf kommt von Google

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Während Apple Gerüchten zufolge an einer intelligenten Armbanduhr arbeiten soll, hat Google ein anderes Accessoire im Visier: Googles geplante Datenbrille „Google Glass“ ist zwar noch lange nicht auf dem Markt, und trotzdem wird bereits viel über sie gesprochen. Nachdem Tablets und Smartphones kürzlich erst den Computer- und Mobilfunkmarkt umgekrempelt haben, könnte mit diesem innovativen, neuartigen Gerät die nächste Stufe des IT-Zeitalters eingeläutet werden.

 

Mit seinen Ambitionen ist Google nicht allein. Laut Presseberichten haben Sony und Microsoft bereits Patentanträge für ähnliche Geräte eingereicht. Da Googles Produkt jedoch bereits sehr weit fortgeschritten ist, wird es vermutlich das erste seiner Art auf dem Markt werden.

Neben bereits bekannten Funktionen, wie der eingebauten Kamera oder einer App zur Navigation, bei der die Routeninformationen direkt auf das Display vor dem Auge des Trägers projiziert werden, soll laut dem Heise-Verlag jetzt auch ein Webbrowser enthalten sein. Ein Makel soll dabei jedoch sein, dass Google Glass ausschließlich über Sprache gesteuert werden kann und das Diktieren von Internetadressen anscheinend noch fehlerbehaftet ist.  Dennoch scheint Glass, dessen Sprachsteuerung mit den Worten „Ok Glass“ aktiviert wird, in erster Linie dazu geeignet zu sein, Informationen aus festgelegten Datenquellen zu beziehen, was Erinnerungen an die semantische Suchmaschine „Wolfram Alpha“ weckt, die ihre Informationen ebenfalls über Quellen bezieht, die vom Anbieter ausgewählt wurden. Während bei Wolfram Alpha der Schwerpunkt in erster Linie auf wissenschaftlichen Informationen liegt, steht bei Google eher der alltägliche und soziale Bereich im Vordergrund. Beispielsweise soll es möglich sein, Glass zu fragen, ob ein Flug, den man gebucht hat, pünktlich ist. Auch soll offenbar die Möglichkeit bestehen –  zumindest einzelne Worte – in eine andere Sprache übersetzen zu lassen. Gerüchten zufolge sollen auch Apps für die Verwendung von Google Maps, Google Plus sowie den eigenen E-Mail-Dienst Gmail installiert sein.

Als Betriebssystem kommt das ebenfalls hauseigene „Android“ zum Einsatz. Das hat den Vorteil, dass bereits bestehende Apps an die Brille angepasst werden können, wodurch der Entwicklungsaufwand im Gegensatz zu einer Neuentwicklung erheblich geringer ausfallen dürfte. Android hat Google bzw. seinen Partnern in der Vergangenheit immer wieder Rechtsstreitigkeiten beschert, darunter mit Oracle und Apple. Im Raum stand u. a. die unerlaubte Nutzung von Patenten. Erstere Auseinandersetzung konnte Google für sich entscheiden.


Da Google Glass – abgesehen von einigen Beta-Testern, die bereits einen Prototypen besitzen – offiziell noch nicht erhältlich ist und viele Informationen nur bruchstückhaft durchsickern, ist es schwierig abzuschätzen, welchen Funktionsumfang und Nutzen das fertige Produkt letztendlich haben wird. Auf der offiziellen Google Plus-Seite des Projekts sind einige Videos zu finden, die Menschen beim Einsatz der Brille zeigen, darunter einen NBA-Spieler, der Basketball aus seiner Sicht zeigt. Immerhin werden Videos in 720p HD-Qualität und Fotos in 5 Megapixel-Auflösung aufgezeichnet. Auch soll das Gerät über einen Micro-USB-Anschluss verfügen, der auch zum Aufladen verwendet wird und mit gängigen Bluetooth-Mobiltelefonen kompatibel sein soll. Interessant ist auch ein anderer Aspekt: ein Blogger trug auf einer Konferenz ein Imitat der Datenbrille, das mit einem 3D-Drucker hergestellt wurde und testete die Reaktionen der Leute. Einige wichen ihm aus, vermutlich weil sie die Befürchtung hatten, ungewollt gefilmt zu werden. Wie auch immer das Endprodukt aussehen mag: Dieses neue Gerät wird Aufsehen erregen.

 

Jochen Moschko