Gegenwind für Google

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Das dürfte Google gar nicht gefallen: in der kommenden Version 8.1 von Microsofts Windows-Betriebssystems werden bei Verwendung der „Smart Search“ genannten Suchfunktion auch Treffer der hauseigenen Suchmaschine Bing angezeigt, sofern der Nutzer die Suche nicht auf lokale Dateien oder Einstellungen beschränkt hat. Bing belegt in Deutschland derzeit einen Marktanteil im unteren einstelligen Bereich, Tendenz steigend. Die Bing-Integration in Windows 8.1 weckt Erinnerungen an den Browserkrieg der 90er Jahre, den Microsoft gegen Netscape gewann, indem man seinen Internet Explorer einfach in das Windows-Betriebssystem integrierte.

Ob diese Verzahnung auch diesmal für Microsoft den großen Durchbruch bedeuten wird, bleibt allerdings abzuwarten: Bekanntlich geht der Trend gerade weg von klassischen PCs und hin zu Tablets und Smartphones, bei letzteren ist derzeit Googles Android-Betriebssystem der eindeutige Marktführer mit rund 70 % Marktanteil in Europa. Microsofts sehr innovatives und ausgereiftes Smartphone-Betriebssystem Windows Phone kommt hingegen auf lediglich 6,8 %. Dennoch ist – insbesondere im Unternehmensbereich – nicht davon auszugehen, dass der PC vollständig von mobilen Geräten verdrängt wird, zumal letztere oft nur eingeschränkte Möglichkeiten bieten.

Bing enthält, ähnlich wie Google, ebenfalls spezielle Suchfunktionen für Bilder, Videos und Nachrichten. Mit Bing Maps wird außerdem ein weltumfassender Kartendienst zur Verfügung gestellt. Neben der klassischen Kartenansicht stehen hier, wie bei Googles Pendant, auch Satellitenaufnahmen zur Verfügung. Im Gegensatz zu Google Maps können einige Regionen sogar aus der Vogelperspektive betrachtet werden, wobei sich die Ansicht sogar um jeweils 90° drehen lässt. Auf diese Weise erhält man einen plastischen Eindruck von Straßenzügen, Bergen und Hügeln.

Auch Microsofts neuer Webmail-Dienst Outlook.com, der als Angriff auf Googles Dienst Gmail zu verstehen ist, findet sich in Windows 8.1 wieder. So lassen sich bequem Nachrichten abrufen und versenden, ohne dass man sich vorher über die Weboberfläche einloggen muss. Auch ist Outlook.com zu Microsoft Office kompatibel, was für viele Nutzer von Interesse sein dürfte.

Ob diese Maßnahmen tatsächlich zu einer bedeutenden Steigerung des Marktanteils von Bing führen werden, ist abzuwarten. Dennoch unternimmt Microsoft genau die richtigen Schritte, um seine eigene Suchmaschine mehr und mehr publik zu machen.

Quellen:

seo-united.de - Suchmaschinen im August 2013

ZDNet.de - Android erreicht 70 Prozent Marktanteil in Europa

 

Jochen Moschko