Ein neuer Messstab? Das Digitalisierungsbarometer

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Kategorie: Blog

Die Initiative Antrieb Mittelstand hat Deutschlands erstes Digitalisierungsbarometer erstellt und ist dabei zu interessanten Ergebnissen gekommen: viele Unternehmen sind im digitalen Zeitalter noch zu passiv und investieren zu wenig Zeit, Wissen und finanzielle Mittel in ein stabiles Online-Marketing.

Für das Digitalisierungsbarometer wurden 1.550 IT-Entscheider aus Unternehmen mit bis zu 49 Mitarbeitern interviewt. Es wurden Fragen aus rund 50 Themenbereichen wie „Cloud-Services“, „IT/TK-gestützte Prozesse“, „Online-Vermarktung“ und „Mobiles Arbeiten“ gestellt. Wie intensiv die Firmen aus den unterschiedlichen Wirtschaftszweigen die einzelnen Themen in der Praxis angehen, zeigen die Digitalisierungspunkte (DP) am Barometer an. Dem Durchschnitt aller Branchen wurde der Wert 100 DP zugewiesen. Auf mittlerer Position liegen somit Betriebe aus den Wirtschaftsfeldern „Energie/Wasser/Verkehr“ mit 105,3 DP und mit 96,9 DP „Sonstige Dienstleistungen“ (Reinigungs- und Reparaturdienste, Landschaftsbau, Frisöre, Wäschereien, Reisebüros etc.). Mit einem Spitzenwert von 125 DP sichern sich die professionellen Dienstleistungen wie Rechts-, Steuer- und Unternehmensberatung sowie Ingenieurbüros und Wirtschaftsprüfer den ersten Platz beim Ranking. Auf den zweiten Platz mit 117,4 DP liegen Firmen aus dem Bereich „Finanzen/Versicherungen/Immobilien“. Weit abgeschlagen positionieren sich Unternehmen aus dem Sozial- und Gesundheitswesen sowie dem Gastgewerbe. Eines geht mithilfe der Werte am Digitalisierungsbarometer deutlich hervor: Je größer das Unternehmen aufgestellt ist, desto mehr laufen die Aufgaben im Betrieb digital ab.


Auf ein Kommunikationsinstrument verzichten fast 80 Prozent des Mittelstands nicht mehr: die E-Mail. Der Gebrauch der E-Mail hat sich beim Mittelstand durchgesetzt. Auch Buchhaltungsanwendungen stehen mit 70 Prozent ganz weit vorne. Zusätzlich ist der Online-Auftritt des eigenen Unternehmens mit 78 Prozent im oberen Bereich platziert. Trotz einer eigenen Website fehlt es am Bewusstsein für die Suchmaschinenoptimierung, dir nur von 42 Prozent der Firmen aktiv durchgeführt wird. Sehr geringe Werte weist der Mittelstand auch bei den Themen „Social Media“ und „Online-Werbung“ auf: Weniger als ein Viertel der Befragten nutzen Facebook oder Twitter und lediglich 11 Prozent schalten digitale Werbung.
Dafür geht der Trend sichtbar zum mobilen Arbeiten. Das Antrieb-Mittelstand-Digitalbarometer zeigt,  das in mindestens zwei von drei Unternehmen Laptops vorhanden. Natürlich sind auch Smartphones in Gebrauch, so nutzt jeder zweite Mittelständler ein mobiles Endgerät. Im Gegensatz dazu steht die aktive Nutzung von Cloud Computing. Nur 10 Prozent beziehen eine Sicherheitslösung aus der Wolke und knapp jeder zehnte Mittelständler nutzt eine Geschäftssoftware aus der Cloud. Diese Zurückhaltung ist aber unabhängig von Branche oder Größe des Betriebes. Hier ist definitiv noch Luft nach oben für viele mittelständige Unternehmen.

Die komplette Studie ist auf der Antrieb Mittelstand-Seite zu finden.

 

 

Hannes Bergmann