Projektvermittlung – eine innovative Art der Zusammenarbeit

Kategorie: Blog

Jemand, der auf der Suche nach einer Festanstellung ist, wurde im Internet meistens sehr schnell oder nach einiger Zeit fündig. Anders sah die Situation für Freelancer aus, die immer auf der Suche nach neuen Projekten bzw. Aufträgen sind. In diesem Bereich hatte das Netz noch vor nicht allzu langer Zeit ziemlich wenig anzubieten. Man ist über unterschiedliche Online-Jobbörsen gestolpert, jedoch hatten die meisten nur Festanstellungsangebote, die kein passendes Angebot für Freelancer darstellten.

Jemand, der ständig für verschiedene Auftraggeber arbeitet braucht aber keine Festanstellung, sondern neue Projekte. Diese Marktlücke haben vor einiger Zeit die Gründer der sogenannten Projektplattformen entdeckt. Zuerst entstanden diese Projekte in den USA und dann wurden sie auch in Europa ins Leben gerufen.

Im Jahre 2009 wurde das Berliner Start-up twago gegründet, die führende europäische Projektplattform. Die Grundidee des Unternehmens ist, die Welt der Online-Arbeit zu revolutionieren und zu verändern. Wie es im Werbespot des Unternehmens heißt: „Du hast die Idee, twago hat die  Experten.“ Das Konzept besteht aus der Verbindung von Auftraggebern und Dienstleistern.

Die Registrierung für Freelancer ist kostenlos, jedoch fehlen bei einer Standard-Mitgliedschaft über viele Funktionen und die Vermittlungsgebühr ist höher im Vergleich zu den kostenpflichtigen Mitgliedschaftsvarianten. Jeder Dienstleister legt bei der Registrierung sein eigenes Expertenprofil an. Das ist ein sehr wichtiger Schritt, deswegen sollte man einige Zeit investieren und alle Felder vollständig ausfüllen. Vor allem die Angabe der Fähigkeiten, über die man verfügt, sollte der Wahrheit entsprechen, da diese in Zukunft als Filterkriterien für die Projektangebote verwendet werden.

Die Nutzung der Plattform ist für Auftraggeber völlig kostenlos. Jeder kann sein Projekt ausschreiben und es werden keine Gebühren erhoben. Manche denken, dass das Wort „Projekt“ nur für große Aufträge steht. Das stimmt nicht. Es können sowohl riesige Aufgaben, wie die Erstellung eines Webportals sein oder ganz kleine Projekte, wie zum Beispiel die Übersetzung einer Seite der Referenzen aus dem Spanischen ins Deutsche. Unabhängig vom Budget ist jedes Projekt gleich wichtig für den Plattformbetreiber. Bei der  Projektausschreibung bestimmt man die Frist der Angebotsphase. Wichtig ist eine genaue Beschreibung der Aufgabe. Somit wissen die Dienstleister worauf sie bieten und können ihr Angebot besser an den Kunden anpassen. Sollte der Auftraggeber kein Angebot bzw. kein passendes Gebot bekommen, kann er die Angebotsphase kostenlos verlängern. Wenn man letztendlich den Dienstleister gefunden hat, der den Erwartungen des Auftraggebers entspricht, wählt man ihn von seinem Dashboard für dieses Projekt aus.

Die Nutzung der Projektplattformen ist für beide Seiten eine bequeme und innovative Lösung. Der Freelancer kann für Kunden aus der ganzen Welt arbeiten und dadurch interessante Kontakte knüpfen und internationale Referenzen sammeln, wovon er in Zukunft nur profitieren kann. Für den Auftraggeber stellen die Projektplattformen die Möglichkeit dar, sich vom lokalen Markt zu befreien und national oder international zu handeln. Bei der Projektausschreibung sollte man auch ein bisschen an die Freelancer denken, weil sie für jedes Angebot, je nach Mitgliedschaftsvariante zahlen bzw. bei einigen Mitgliedschaften eine begrenzte Anzahl der Angebote haben. Wenn der Auftraggeber also davon ausgeht, dass er sein Projekt postet, nur um zu testen, ob sich jemand meldet und dann trotzdem keinen Dienstleister auswählt, werden alle Mitbietenden jeweils ein Angebot aus dem Monatskontingent verlieren.

Online-Arbeit hat eine strahlende Zukunft vor sich, da unser Leben immer mehr digitalisiert wird. Es ist immer einfacher von zu Hause aus oder von einer anderen beliebigen Stelle zu arbeiten. Das klassische Festanstellungsverhältnis wird  Schritt für Schritt durch Freelancing ersetzt, was das Beispiel aus Nordamerika deutlich zeigt. Dort arbeitet bereits fast jeder Dritte als Freelancer.   

 

Wojciech Dziedzic