Top 5 der „Shitstorms“

Eine Fanseite des eigenen Unternehmens bei den größten Sozialen Netzwerken ist in der heutigen Zeit ein absolutes Muss. Besonders kleine und mittelständige Unternehmen können sich dadurch einem breiten Publikum präsentieren.

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Die richtige Kommunikation mit sowohl B2C als auch B2B-Kunden hat hierbei einen sehr hohen Stellenwert und sollte immer mit äußerste Professionalität vom Unternehmen angegangen werden. Viele Firmen haben aber auch schon zu spüren bekommen, dass die Kommunikation mit den Kunden über Facebook und Co. sehr schnell negativ verlaufen kann.

 

 

 

 

 

 

 

Top 5 der größten Shitstorms

Platz 1 - DELL: Die sogenannte „Dell Hell“ ist wahrscheinlich als der erste Shitstorm in die Geschichte der Social Media Netzwerke eingegangen. Der amerikanische Blogger und Journalismus-Dozent Jeff Jarvis veröffentlichte seinen Frust über den Kundenservice und die Produkte des Computerherstellers DELL im Netz und löste damit eine Welle an Kommentaren und Berichten aus. Dell nahm die Anmerkung von Jarvis nicht ernst und wurde zum eigenen Überraschen überschwemmt von Meinungen enttäuschter Kunden.

Platz 2 - NESTLÈ: Im Jahr 2010 richtete sich ein Video auf Youtube gegen das Unternehmen Nestlè. Das Video wurde von der Umweltschutzorganisation Greenpeace erstellt und verbreitete sich in rasender Geschwindigkeit auf jeglichen digitalen Plattformen. Die Kritik des Videos richtet sich an Nestlè bzw. dem hauseigenen Schokoriegelprodukt Kitkat. Greenpeace warf Nestlè vor, dass durch die Nutzung von Palmöl bei der Herstellung des Riegels der Regenwald und damit der Lebensraum der Oran-Utans zerstört würden. Nestlè ließ viele Kommentare aus Facebook entfernen. Daraufhin brach eine noch größere Flut an Vorwürfen und Missbilligungen aus.

Platz 3 - o2: Im Jahr 2011 startete ein Blogger die Aktion „Wir sind Einzelfall“ im Netz. Der Grund war die Aussage von o2, dass das Netzproblem, über das er sich zuvor beschwert hatte, nur ein Einzelfall sei. Die Aktion löste eine riesige Welle an Kritiken und Beschwerden von o2 Kunden aus. Das Unternehmen reagierte richtig und gestand den Fehler ein, mit der Anmerkung ihr Netz so schnell wie möglich auszubauen.

Platz 4 - ING-DiBa: Nachdem der Basketballstar Dirk Nowitzki als Testimonial für die ING-DiBa-Kampagne in einigen Werbespots mitgespielt hatte, veröffentlichte die Bank im Jahr 2011 einen Spot, in dem das „German-Wunderkind“ in einer Fleischerei eine Scheibe Wurst verspeiste. Daraufhin hagelte es auf der Facebookseite von ING-DiBa Beschwerden von Vegetariern und Veganern. Sie überfluteten die Fanseite der Bank regelrecht mit kritischen Posts über den  Konsum von Fleisch. Das Unternehmen ließ nach einer gewissen Zeit alle Kommentare zu dem Thema löschen und beendete so die Diskussion auf ihrer Seite. Das Interessante hierbei war, das viele Kunden sich mit der Bank solidarisierten und die Urheber des Shitstorms kritisierten.

Platz 5 - PRIL: Der Henkel-Konzern ließ in der Netzgemeinde über das neue Design einer limitierten Pril-Edition abstimmen. Die Meinung und Kreativität der Kunden war gefragt und diese lebten sich beim Design richtig aus. Natürlich bekam die schrillste Kreation die meisten Stimmen und gewann das Rennen. Auf dem Cover war ein Grillhähnchen abgebildet und damit war Henkel selbst jedoch nicht einverstanden. Sie ließ eine Jury die beiden Designs mit den wenigsten Stimmen aus den Top 10 auswählen. Die Teilnehmer fühlten sich daraufhin nicht ernst genommen und beschwerten sich massiv auf der Unternehmensseite und auch auf der Facebook-Seite. Das Unternehmen reagierte sehr solide auf die negativen Äußerungen und ließ 111 Flaschen mit dem Design „Rage Guy“ zur Verlosung bei Facebook produzieren.

 

Hannes Bergmann