Google Knowledge Graph – von der Suchmaschine zum Menschen

Egal ob Panda, Penguin oder Venice – alle von Google geschalteten Updates haben ein gemeinsames Ziel, nämlich seinen Nutzern bestmöglichen Content in den Suchergebnissen zu liefern. Doch um relevante Suchergebnisse liefern zu können, muss Google auch verstehen, welches Ziel hinter jeder einzelnen Suchanfrage steckt, sprich, welche Absicht der Nutzer mit seiner Suchanfrage verfolgt.

Google Knowledge Graph

Genau aus diesem Grund möchte Google nun menschlicher werden. Das versucht die renommierte Suchmaschine über die semantische Suche, den Knowledge Graph. Seit Mai 2012 ist die semantische Suche, die in der rechten Spalte der Suchergebnisseite Informationen zu konkreten Dingen, Personen und Orten liefert, im englischsprachigen Google integriert – wann sie es nach Deutschland schafft, ist unbekannt. Dennoch lohnt es sich bereits jetzt darüber zu informieren, da der Knowledge Graph höchstwahrscheinlich Auswirkungen auf das Klickverhalten haben wird, weil die rechte Spalte der SERPs stärker in den Vordergrund rückt.

Was ist der Knowledge Graph?

Der Knowledge Graph ist eine Datenbank, die aus über 500 Millionen Begriffen  und 3,5 Milliarden Fakten und Beziehungen untereinander besteht, und in Konkurrenz zu den organischen Suchergebnissen Angaben über konkrete Orte, Personen, Dinge etc. liefert. Dabei werden auch Mehrdeutigkeiten wie z. B. bei Taj Mahal (Mausoleum, Musiker oder Casino-Hotel in Atlantic City) erkannt. Zudem zeigt der Knowledge Graph in Relation zum gesuchten Begriff stehende weiterführende Ergebnisse an. Auf einen Blick erhält der Nutzer so wichtige Eckdaten und themenrelevante Informationen rund um seinen Suchbegriff, ohne durch zahlreiche Suchergebnisseiten navigieren zu müssen.

Seit August 2012 kann der Nutzer bereits bei der Eingabe eines Suchbegriffes in die Suchleiste bei mehrdeutigen Begriffen durch die Anzeige von Spezifikationsangaben in der Autocomplete-Funktion den gewünschten auswählen und erhält somit von vornerein die für ihn relevanten Ergebnisse.
Zusätzlich gibt es seit August 2012 auch spezifische Ergebnisse mit Bildern am oberen Rand der Google-Ergebnisliste, wenn z. B. nach [best action movies of the 2000s] gesucht wird. Dieses Feature wird „Carousel“ genannt.

Das Erkennen der Zusammenhänge, also die Basis der semantischen Suche, geschieht durch die Latent Semantische Indexierung. Dies ist eine Methode, die seit 1990 in der Informationsrückgewinnung genutzt wird und Beziehungen zwischen Texten und den dort vorkommenden Begriffen analysiert.

Fazit: Es bleibt abzuwarten, in welchem Entwicklungsstatus der Knowledge Graph in die deutschsprachige Google-Suche integriert wird und inwiefern das Auswirkungen auf die Suchergebnisse und das Klickverhalten der Nutzer haben wird.
 

Jasmin Schumacher

 
Jasmin Schumacher
Redakteurin
Jasmin Schumacher arbeitet als Redakteurin bei der FAIRRANK GmbH.